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Die Sammler und die Ausbeute eines Wochenendes: 225 Pfandflaschen holten Markus Bucher, Anja Kupka und Günther Zweck (v.l.) am vergangenen Freitag aus dem Starnberger See unweit des Dampferstegs.

Wasserwacht im Einsatz

Partyvolk vermüllt See und Promenade

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Mehrere hundert leere Flaschen, ungezählte Scherben und weiterer Unrat – das ist die Bilanz eines Wochenendes auf und an der Seepromenade. Die Helfer der Wasserwacht haben selbst gestern noch mit dem Kopf geschüttelt.

Starnberg – Wir sehen drei Taucher der Wasserwacht Starnberg in ihren Neoprenanzügen – und wir sehen einen Haufen Müll. Jede Menge Pfandflaschen, dazu ein paar Dosen und – quasi als Krönung – ein paar weiße Damen-Schlittschuhe. Das ist die Ausbeute eines Einsatzes am vergangenen Freitagnachmittag, den die Wasserwacht gestern öffentlich gemacht hat. Und es ist ein trauriges Zeichen für alle jene, die auf der Seepromenade feiern und sich scheinbar einen Spaß daraus machen, die Flaschen in den See zu schmeißen oder gleich auf der Promenade liegen zu lassen oder zu zerdeppern.

18 Euro Pfandgeld für die Jugendkasse

„Wir haben 225 Pfandflaschen aus dem See geholt“, berichtet der stellvertretende Vorsitzende der Starnberger Wasserwacht, Tobias Schaller. Drei Taucher, zwei Mann Bootsbesatzung und zwei Jugendliche waren am Freitag zwischen Dampfersteg und dem kleinen Steg östlich davon im Einsatz. „Wir haben den Tauchern die Träger nach unten gereicht und sie haben sie mit den Flaschen gefüllt“, berichtet Schaller, der sich ebenso wenig wie Vorsitzender Markus Bucher an eine solche Masse innerhalb so kurzer Zeit erinnern kann. „Wir haben auch jede Menge Scherben aus dem See gezogen“, erklärt Schaller.

Die Wasserwachtler gehen davon aus, dass der überwiegende Teil der Sachen am Wochenende zuvor, also dem ersten Aprilwochenende, in den See geworfen wurde. „Da war das Wetter schön und die Seepromenade voll mit jungen Leuten“, sagt Schaller. Immerhin: 18 Euro hat die Wasserwacht für das Leergut bekommen – Geld für die Jugendkasse der ehrenamtlichen Helfer.

Stadt setzt auf neues Ramadama-Konzept

Welche Mengen die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs an Land aufgelesen haben, ist nicht bekannt. Bürgermeisterin Eva John berichtet aber von Sonderschichten, die die Mitarbeiter an Wochenenden mit schönem Wetter und/oder größeren Veranstaltungen auf der Seepromenade fahren.

„Leider ist das kein Einzelfall und auch kein Starnberger Phänomen“, sagt sie. Ob es Hoffnung auf Einsicht gibt? „Wer ein grobes Fehlverhalten in sich trägt, wird sich wegen uns nicht ändern“, sagt John. Aber vielleicht gelinge es ja doch, den einen oder anderen zu sensibilisieren, auf dass sie künftig ihren Müll mitnehmen oder richtig entsorgen.

Diesem Zweck dient auch ein neues Ramadama-Konzept, das die Bürgermeisterin am Donnerstag der Öffentlichkeit vorstellen will. Gleich eine knappe Woche lang – vom 2. bis 6. Mai – und nicht mehr nur an einem Samstag sollen Interessierte heuer mithelfen können, die Stadt vom Müll zu befreien.

Interessierte, denen die Stadt eben nicht egal ist. So wie den ehrenamtlichen Helfern der Wasserwacht, die von der Bürgermeisterin ein dickes Lob für ihren Einsatz bekommen. „Es ist toll, dass man sich immer so sehr auf sie verlassen kann und sie helfen, ohne mit der Wimper zu zucken.“

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