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Direkt östlich der Zufahrt aus Richtung Starnberg zur A 95 Richtung München wird das Gewerbegebiet entstehen. 

Starnberg plant am Autobahndreieck

Begehrt und erwartet - das Gewerbegebiet Schorn

Das Gewerbegebiet in Schorn ist für die Stadt Starnberg und viele Stadträte ein Hoffnungsträger, die finanzielle Lage zu verbessern. Zwar wird intensiv an dem Projekt gearbeitet, jedoch wird es noch mindestens zwei Jahre dauern, bis dort die erste Firma eröffnet.

Starnberg/Schorn – „Wir sind Optimisten.“ Dr. Bernd Schulte-Middelich, Geschäftsführender Gesellschafter der Asto Business Group, strebt für Ende 2019 oder wenige Monate später Baurecht auf dem neuen Gewerbegebiet in Schorn an. Bis dahin ist noch viel zu tun – als nächstes steht ein Workshop an, bei dem Stadt und Experten über diverse Aspekte des Areals reden wollen.

Asto hat bereits die Planung für den Autobahn-Halbanschluss vergeben. Noch vor der Sommerpause könnte es dazu einen ersten Entwurf geben, sagt Schulte-Middelich. Nächster wichtiger Schritt ist ein Workshop mit Planern und anderen Experten. Er diene dazu, die politische Beratung vorzubereiten, sagt Bürgermeisterin Eva John. Schulte-Middelich zufolge wird es dabei um Themen wie Verkehr, Energie oder Stadtplanung gehen. „Die Ergebnisse fließen in die weitere Planung ein“, erklärt er. Der Stadtrat wird sich am 18. Juni mit dem Gewerbegebiet befassen, kündigte Bürgermeisterin John an. Dabei geht es um den Stand der Planungen seitens der Asto-Gruppe, die das Gewerbegebiet entwickelt und sich um die Realisierung kümmert.

Zu klären ist noch eine ganze Menge. Die Planung für das Gewerbegebiet selbst inklusive Flächennutzungs- und Bebauungsplan etwa, oder die Herausnahme der Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet. Das muss über den Landkreis erfolgen. Die Details werden in einem Durchführungsvertrag zwischen Stadt und Asto festgeschrieben. Schulte-Middelich hat auch innovative Energiekonzepte im Blick, wie auch in Gauting beim geplanten Ecopark im Unterbrunner Holz. Ob Asto auch in Schorn auf Geothermie setzt, ist noch offen. Die Wärme aus der Tiefe sei ein „Riesenthema“, zumal Schorn am Rand eines Aufsuchungsgebietes von Gemeinden im Landkreis München liegt und es schon seismische Untersuchungen mit Rüttlerfahrzeugen gab.

Rund 20 Hektar fürs Gewerbe

Das gesamte geplante Gewerbegebiet erstreckt sich von der Autobahnmeisterei im Norden bis zum bestehenden Gebiet am Ortsrand von Schorn. Alle Planungen gelten für das gesamte Gebiet. Für die Realisierung konzentriert sich Asto allerdings auf den nördlichen Teil zwischen Autobahnmeisterei und einem Geländesprung. „Eine natürliche Grenze“, wie der Asto-Geschäftsführer sagt. Das sind insgesamt etwa 40 Hektar, von denen 20 für die Gewerbeflächen genutzt werden sollen. Der Rest sind Ausgleichsflächen, auf den Asto unter anderem Bannwald aufforsten will. Das gesamte von der Stadt geplante Gewerbegebiet reicht um das bestehende Gebiet herum und sieht nochmals rund 16 Hektar östlich Schorn vor. Die Entwicklung dieser Flächen ist aber nicht aktuell.

Die Gewerbeflächen sind schon heute begehrt, weil sie sehr hochwertig sind – die Nähe zur Autobahn und zur Natur, im sowieso lebenswerten Landkreis Starnberg und wenige Minuten von München entfernt. Die Stadt hat im städtebaulichen Vertrag mit Asto einige Ansiedlungen ausgeschlossen, insbesondere Großlogistik (beispielsweise Auslieferungslager). „Das ist sehr in unserem Sinne“, sagt Schulte-Middelich. Ziel von Asto sei der Mittelstand, große Konzerne hingegen nicht. Eine Mischung aus großen und kleinen Firmen werde angestrebt. Asto führt bereits eine Liste der Anfragen, vor allem seien es „technologiegetriebene Firmen“ aus Branchen wie Maschinenbau oder Forschung und Entwicklung.

Stadtrat drängt auf schnelle Realisierung

Seitens der Politik werden hohe Erwartungen an Schorn geknüpft. Ludwig Jägerhuber (CSU) beispielsweise machte im Stadtrat vor wenigen Tagen deutlich, dass sich die Gewerbesteuereinnahmen, aus denen die Stadt ihren Haushalt mit im Schnitt etwa 17 Millionen Euro mitfinanziert, nur mit einem weiteren Gebiet steigern ließen. Die Grünen hatten schon immer Vorbehalte gegen das große Gebiet und hätten lieber eine kleinteilige Lösung. Mit der wäre man heute wohl schon weiter, glaubt Martina Neubauer (Grüne). Einigen geht es nicht schnell genug: „Wir kümmern uns nicht mit voller Stärke darum“, glaubt Winfried Wobbe (UWG), was John im Haupt- und Finanzausschuss so nicht stehenlassen wollte. Bei Asto sei die Planung „in besten Händen“. Schorn sichere die Einnahmen der nächsten (Stadtrats-)Generation.

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