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Zu wenig Luft: Ein kleiner Spalt reicht in Autos eingesperrten Hunden bei den derzeitigen Temperaturen nicht aus. Ein Tier aus Pöcking ist nun gestorben, nachdem seine Halterin es mehr als eine halbe Stunde lang im Wagen zurückgelassen hatte (Symbolbild).

Hund stirbt qualvollen Hitzetod - Anzeige gegen Halterin

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Ein Hund ist gestorben, nachdem er mindestens eine halbe Stunde lang in einem überhitzten Auto eingesperrt war. Die Umstände sind dramatisch, die Tierhalterin (42) aus Pöcking erwartet nun eine Strafanzeige.

Starnberg/Pöcking – Dr. Annette von Gleichenstein und ihr Team von der Tierklinik Weilheim haben schon viele dramatische Fälle erlebt. Die Geschichte des Patienten aus Pöcking, der am Dienstag zu ihnen kam, ging aber allen an die Nieren. „Wir sind entsetzt“, sagt die Tierärztin im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Einzelheiten darf sie aus Gründen des Datenschutzes nicht nennen, dafür schildert die Starnberger Polizei, was sich abgespielt hat.

„Gegen 15.10 Uhr wurde telefonisch mitgeteilt, dass in der Possenhofener Straße in Starnberg ein Pkw parkt, in dem sich seit mindestens einer halben Stunde ein Hund befindet, der nur noch schwer atmet und dem es sehr schlecht gehen soll“, sagt Polizeihauptkommissar Kai Motschmann. „Der Pkw stand in der Sonne, die Fenster waren einen kleinen Spalt geöffnet.“ Als wenig später eine Streife eintraf, war der Wagen verschwunden. Zeugen hatten jedoch das Kennzeichen notiert, die Beamten fuhren zu der dazugehörigen Adresse nach Pöcking.

Motschmann: „Der Zustand des Tieres war zu diesem Zeitpunkt schon sehr kritisch. Der Hund hechelte noch mit weit herausgestreckter Zunge, reagierte jedoch in keiner Weise.“ Mit Hilfe einer Nachbarin kam das Tier in die Klinik nach Weilheim. Dort versuchten von Gleichenstein und ihre Mitarbeiter alles, um das Leben des Patienten zu retten – letzten Endes ohne Erfolg.

Körpertemperaturen von 42 Grad oder mehr seien für Hunde meist das Todesurteil, erklärt die Ärztin. Bei einer Außentemperatur von 28 Grad, wie sie am Dienstagnachmittag in Starnberg herrschte, hat sich der Innenraum eines Autos nach einer halben Stunde bereits auf 44 Grad aufgeheizt, zeigt eine Aufstellung des Wetterdienstes Meteomedia (siehe Grafik). Das Gehirn schwillt an, es lagert sich Flüssigkeit ein, Mediziner sprechen von einem Hirnödem. Ärzte versuchen dann, mit Kühlung und Medikamenten den Zustand der Tiere zu verbessern – oft genug können sie ihnen aber nicht mehr helfen.

Wer bei großer Hitze einen Hund im Fahrzeug zurücklässt, muss einen Feuerwehreinsatz zur Befreiung des Tieres dulden - und dessen Folgen tragen. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden. 

Nicht der erste Fall dieser Art

Was von Gleichenstein schockiert: Es war nicht der erste Fall dieser Art in diesem Jahr in der Klinik. „Das ist eine Katastrophe“, sagt sie. Hunde gehörten im Sommer gar nicht ins Auto, mahnt sie. Ähnlich sieht das Christine Hermann, die Leiterin des Tierheims Starnberg. Zwar habe das Tierheim mit solchen Fällen nichts zu tun, „weil wir sofort die Polizei einschalten, wenn wir davon hören“. Aber: „Wir wünschen uns, dass die Uneinsichtigen ihre Hunde abgeben müssten.“

Für die 42 Jahre alte Frau aus Pöcking hat der Fall bereits ein juristisches Nachspiel. „Gegen die Tierhalterin wird Anzeige wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz erstattet“, teilt Motschmann mit. Zudem bittet die Polizei den Zeugen, der als Erster den geparkten Pkw gesehen hat, sich unter Telefon (0 81 51) 36 40 zu melden.

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