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So könnte das „moosaik“ aussehen: Visualisierungen wie diese geben einen Eindruck, was aus Teilen des Gewerbegebietes werden soll. Der Bauausschuss des Stadtrates berät darüber am Donnerstag ab 17.30 Uhr in öffentlicher Sitzung im Kleinen Saal der Schlossberghalle.

Gewerbe

Projekt „moosaik“ kommt uneingeschränkt an

Das Projekt „moosaik“ der Familie Houdek und einiger Grundstückseigentümer im Starnberger Gewerbegebiet hat sich seit der Bekanntgabe zu einem Hoffnungsträger entwickelt. Am Donnerstag werden die ersten Eckpunkte im Bauausschuss besprochen – und alle Fraktionen sind für den Plan.

VON MICHAEL STÜRZER

Starnberg– Auf die Nachrichten, dass die Houdek-Flächen im Starnberger Gewerbegebiet zwischen Petersbrunner, Moos- und Münchner Straße überplant werden sollen, haben viele in der Stadt seit Jahren gewartet. Das Paket, das Robert und Rudolf Houdek mit sechs anderen Eigentümern geschnürt haben, geht weit über das hinaus, was viele erwartet hatten. Entsprechend sind die Reaktionen aus den Stadtratsfraktionen.

„Eine gute, zukunftsweisende Planung“ sei es, erklärt CSU-Fraktionschef Ludwig Jägerhuber. Die Umsetzung werde eine Zäsur fürs Gewerbegebiet, und er meint das im positiven Sinne. Die CSU werde „moosaik“ unterstützen und sieht gute Voraussetzungen, da sich mehrere Eigentümer zu einem abgestimmten Konzept in überschaubarem Zeitrahmen zusammengefunden hätten. Der CSU sei wichtig, dass produzierende Betriebe im Gewerbegebiet, die man vor Jahrzehnten zum Umzug bewegt hatte, nicht mit den neuen Planungen in Konflikt gerieten.

„Die UWG-Fraktion begrüßt die bislang vorgelegten Planungen sehr und wird diese konstruktiv begleiten und unterstützen“, erklärte deren Fraktionschef Patrick Janik auf Anfrage. Es biete sich die große Chance, das derzeit wenig attraktive Areal umzugestalten und „so zu neuer Blüte zu bringen, was sicherlich ein großer Gewinn für Starnberg wäre“. Ein Dank gelte den Eigentümern und insbesondere der Familie Houdek für ihr Engagement.

Ähnlich sieht es Markus Mooser (WPS), wie er laut Mitteilung der Interessengemeinschaft fürs „moosaik“ erklärte: „Das Projekt ,moosaik – das verbindende Quartier‘ ist ein Gewinn und eine große Chance für Starnberg. Durch diese Initiative wird das alte Gewerbegebiet eine städtebauliche Neuausrichtung erfahren und damit neue positive Impulse für die Stadt Starnberg und unsere attraktive Umgebung setzen. Die Wählergemeinschaft Pro Starnberg unterstützt das Projekt und die Initiatoren.“

„Den Ansatz, Gewerbe, Wohnen, Freizeit und öffentliche Einrichtungen (Feuerwehr und Rettungsdienste) in einem modernen Quartier zusammenzuführen, unterstützen wir ausdrücklich“, erklärte auch Josef Pfister (BMS). Es sei „absolut sinnvoll“, genutzte Fläche zukunftsfähig zu entwickeln, was ein Mehr an Nutzungen bedeutet, aber auch dem Gedanken an flächensparender Bauweise Rechnung trägt. Das BMS trage das Konzept gerne mit.

Auch die BLS steht hinter „moosaik“. Fraktionschef Michael Mignoli dankte den Grundeigentümern und hält das Konzept für grundsätzlich realisierbar: „Wir gehen davon aus, dass der Stadtrat mit Mehrheit hinter diesem Projekt stehen wird und befürchten daher von Seiten der Stadt keine unnötigen Verzögerungen.“ 2022/23 erwartet er als frühestmöglichen Beginn, 2028 bis 2030 als Fertigstellungstermin. Der BLS ist vor allem die Frage eines Feuerwehr- und Rettungszentrums wichtig. Dies sei „sehr sinnvoll“ und ermögliche, den heutigen Feuerwehrstandort Rheinlandstraße für sozialverträgliche Wohnbebauung zu nutzen.

Volle Rückendeckung hat das Konzept auch von den Grünen – auch, weil grüne Forderungen wie „Stadt der kurzen Wege“ aufgenommen werden. „Wir begrüßen diese Entwicklung. Chapeau, dass es gelungen ist“, erklärte Fraktionschefin Martina Neubauer. „Auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes kann dieses Projekt – das weitgehend in Holzbauweise realisiert werden soll – ein Vorzeigeprojekt werden.“ Es zeige aber auch, was möglich sei, wenn man miteinander rede und nicht weiter Gewerbe in der Fläche entwickele, wie es eine Mehrheit des Stadtrats mit Schorn – für die Grünen „eine Fehlentwicklung“ – umsetzen wolle. Die Zeitpläne hält Neubauer für realistisch, wenn alle an einem Strang ziehen.

Die Parteifreien halten die Pläne für „einen Glücksfall für die Stadt“. Sehr ehrgeizig sei es, aber gut vorbereitet. Angelika Kammerl sieht es wie ihre Kollegen: „Unbedingt befürworten werden wir die Möglichkeit, dort die Feuerwehr und das BRK unterzubringen. Es ist für die Feuerwehr Starnberg ein idealer Standort.“ Und weiter: „Meiner Meinung nach sollte die Höhenentwicklung der Gebäude seitens des Stadtrats nicht zu kritisch gesehen werden. Aufgrund der Grundstückspreise und des ,Platzmangels‘ werden in Starnberg sechs- bis achtstöckige Gebäude in Zukunft zum Stadtbild gehören.“

Die FDP ist ebenfalls begeistert. „Idee und Konzeption vermitteln eine qualitativ hochwertige Planung und zukunftsfähigen Städtebau, woraus attraktive Arbeitsplätze zu erwarten sind“, erklärte Iris Ziebart. Eine Umsetzung bis 2028 sei möglich, wenn alle einig sind. „Ich bin mir sicher, dass die neue FDP-Fraktion im Stadtrat nach der Wahl im März diese Pläne auch unterstützen wird.“

Die SPD erhofft sich neben der Hebung von Potenzialen auch eine Verbesserung für den östlichen Stadteingang. Stadtrat Tim Weidner: „Wir wollen den Erhalt bestehender und die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze durch die bessere Nutzung schon bestehender Gewerbeflächen. Das ist besser als ein neues, völlig überdimensioniertes Großgewerbegebiet in Schorn.“ Der geplante Steg für Fußgänger und Radfahrer über die Münchner Straße sei „eine hervorragende Idee und sollte auf jeden Fall verwirklicht werden“.

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