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Der Aufbruch und Diebstahl eines Radladers in Pöcking war nur eine Tat, die einem 20-Jährigen vorgeworfen wurde. Der junge Mann hatte sich auf dem Heimweg von einem Faschingsball mehrere Fehltritte geleistet. 

Aus dem Gerichtsaal

Radlader gestohlen, Unfall gebaut, heimgegangen

Da kam einiges zusammen: Ein 20 Jahre alter Bursche aus Starnberg musste sich nun vor Gericht verantworten - bekam aber noch eine allerletzte Chance eingeräumt. Ausgangspunkt war ein Faschingsball in Perchting gewesen...

Starnberg – Bei einem Faschingsball hatte ein junger Zimmerer Ende Februar tüchtig getrunken. Als der 20-Jährige das bunte Treiben in Perchting verließ und sich zu später Stunde auf den Heimweg machte, geriet er bald auf Abwege: Jetzt musste sich der Starnberger wegen versuchten Diebstahls, Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Unfallflucht, Vortäuschen einer Straftat und Trunkenheit im Verkehr vor dem Starnberger Jugendgericht verantworten. Nicht genug, denn die Staatsanwaltschaft legte dem jungen Angeklagten noch diverse Drogengeschäfte sowie zwei Beleidigungen zur Last.

Bei einem Alkoholwert von rund 0,8 Promille wurde der Fußmarsch dem Starnberger offenbar bald zu mühsam. Zunächst versuchte er im Maisinger Weg in Pöcking eine Zugmaschine zu „chartern“. Der Traktor ließ sich jedoch nicht starten, der 20-Jährige sattelte auf einen Radlader um. Bei dem hatte er Erfolg und fuhr davon. Die Spritztour fand ein jähes Ende, als der schwere Radlader am Hang einer Wiese zur Seite kippte. Der Schaden an der Maschine belief sich auch rund 7000 Euro.

Von diesem Desaster wenig beeindruckt, bestieg der Starnberger danach einen Kleintransporter, den er im Morgengrauen am Ascheringer Weg stehen sah – die Schlüssel lagen darin. Obwohl keineswegs im Besitz eines Führerscheines, machte er sich mit dem Transport Richtung Hadorf auf. Auch diese Spritztour dauerte nicht lange: In Starnberg kam der 20-Jährige von der Fahrbahn ab und landete nach einer 180-Grad-Drehung mit dem Wagen am Baum. Der Schaden belief sich auf rund 2500 Euro. Zur Polizei ging er selbst: Am Vormittag des selben Tages wurde der Starnberger beim Polizeirevier vorstellig und meldete sein Handy als gestohlen, obwohl er es bei seinem nächtlichen Traktor-Hopping im Wald verloren hatte.

Die Staatsanwaltschaft legte dem bereits dreifach vorbestraften Angeklagten zudem einen schwunghaften Handel mit Marihuana zur Last. Insgesamt 80-mal soll der Starnberger zwischen April 2016 und Februar 2017 Drogen weitergereicht haben, davon 58-mal mit Gewinnspanne. Mitte Juni soll sich der 20-Jährige zu Beleidigungen gegenüber zwei Sanitätern hinreißen haben lassen, die lediglich ihren Job ausübten, als sie den Angeklagten am Boden schlafend am Riedener Weg auffanden.

Sein von Reue getragenes Geständnis sowie die bereits begonnene Schadenswiedergutmachung brachten dem 20-Jährigen Bonuspunkte. Zudem hält sich der Ex-Dealer inzwischen drogenabstinent und tritt eigenen Angaben nach auch in Sachen Alkohol deutlich kürzer. Dennoch kam Jugendrichter Ralf Jehle nicht umhin, dem Angeklagten zum Tatzeitpunkt schädliche Neigungen zu attestieren.

Mit einer Jugendstrafe zur Bewährung bekommt der Zimmerer noch eine letzte Chance – die Strafe würde erst festgelegt, wenn sich der 20-Jährige etwas zuschulden kommen ließe. Die Bewährungszeit beträgt ein Jahr und sechs Monate. Binnen dieses Zeitraumes darf der Mann keine Fahrerlaubnis erlangen und ist einem Bewährungshelfer unterstellt. Erziehungsfunktion haben eine Geldauflage von 1500 Euro sowie zehn Drogenberatungsgespräche und zehn Drogenscreenings.     nh

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