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Kreis will Radschnellweg forcieren

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Mehr als eine Markierung: Ein Fahrradschnellweg durchs Mühl- und Würmtal nach München würde die Fahrt zwischen Starnberg und Stockdorf von 62 auf 42 Minuten verkürzen – aber das hat seinen Preis.  Foto: Christoph Schmidt/dpa
Mehr als eine Markierung: Ein Fahrradschnellweg durchs Mühl- und Würmtal nach München würde die Fahrt zwischen Starnberg und Stockdorf von 62 auf 42 Minuten verkürzen – aber das hat seinen Preis. © Christoph Schmidt/dpa

Der Landkreis Starnberg will das Projekt Radschnellweg zwischen München und Starnberg forcieren. Es sei „ein gutes Mittel für die Verkehrswende“.

Landkreis – Das Konzept eines Fahrradschnellweges zwischen München und Starnberg (wir berichteten) hat im Kreistagsausschuss für Mobilität am Dienstag viele Befürworter gefunden, auch wenn die absehbaren Kosten erst einmal für Stirnrunzeln gesorgt hatten. Wie berichtet, haben Planer eine „Bestvariante“ von 15,5 Kilometern ermittelt, deren Ausbau rund 19 Millionen Euro kosten würde.

Planerin Lena Erler hatte die Vorschläge aus der Bevölkerung nach unterschiedlichen Kriterien bewertet, etwa Anbindungen an die Bahn, Konflikte mit dem ÖPNV, Baumbestand, Arbeitsplätze bzw. Unternehmen an der Trasse, nötigen Grunderwerb und dergleichen mehr – das war richtig viel Arbeit. Die hat sich aus Sicht der Planerin gelohnt, denn ein solcher Schnellweg – den Begriff „Fahrradautobahn“ lehnt sie ab – habe hohe Potenziale, Menschen aufs Fahrrad zu bringen und sei damit ein „gutes Mittel für die Verkehrswende“. Die hohen Kosten erklärte sie unter anderem damit, dass es nicht reiche, „einfach ein Schild aufzustellen“. Die Bereinigung der Knotenpunkte (Einmündungen, Kreuzungen, etc.) sei teuer, damit Radfahrer dort nicht lange warten müssten – sonst ist der Weg ja nicht mehr attraktiv. Solche Knotenpunkte gibt es fast 100. Neubaustrecken sind übrigens nicht vorgesehen, vielfach würde der Schnellweg über bestehende Verbindungen, auch Landwirtschaftswege, verlaufen. 6,3 Kilometer müssten ausgebaut, 3,9 Kilometer als Fahrradstraßen ausgewiesen werden.

Würde der Weg auf Landkreis-Territorium komplett ausgebaut, würde dies die Fahrzeit per Fahrrad von Starnberg zur Kreisgrenze bei Stockdorf geschätzt von derzeit 62 Minuten auf 42 senken. Das sind nur 15 mehr als mit dem Auto, und bei dem gibt es noch andere Zeitfresser (Parkplatzsuche, etc.).

Der Plan soll nun zunächst mit den Gemeinden besprochen werden, vor allem Starnberg, Gauting und Krailling. Verkehrsmanagerin Susanne Münster sieht die „Grundträgerschaft“ solcher Schnellwege nicht geklärt und hofft, dass der Freistaat sie übernimmt – wie er es bei Staatsstraßen von überregionaler Bedeutung schon lange tut. Während Sebastian Grünwald (Grüne) das Projekt für „längst überfällig“ hält, weil das ein nötiges Angebot an die Bevölkerung sei, befürchten andere Konflikte. Martin Frey (CSU) beispielsweise rechnete nach, dass für innerörtliche Abschnitte bis zu 1000 Parkplätze wegfallen könnten, um Platz für den Schnellweg zu schaffen. Das müsse man unbedingt berücksichtigen. Lisa Erler zufolge habe man an der Trasse auch geprüft, wo andere Parkmöglichkeiten bestehen.

Die Studie soll nun mit Gemeinden und Baulastträgern besprochen werden. Die Realisierung solle forciert werden, so der Beschluss – und die Kreisgremien sind regelmäßig zu informieren.

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