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Symbolbild.

Ein merkwürdiger Kunde

Die Räuberpistole von der toten Schwester

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Ein merkwürdiger Kunde taucht in mehreren Starnberger Geschäften auf. Der Polizei liegt in der Zwischenzeit eine Anzeige vor.

Starnberg – Auf den ersten Blick wirkte der Mann unauffällig. „Er hätte auch ein Pferdepfleger sein können“, sagt Carolin Schröder von Pegasus Reitsportbedarf über den vermeintlichen Kunden, der da am Donnerstag gegen 13.45 Uhr das Fachgeschäft in der Petersbrunner Straße betrat und sich umschaute. Als er dann aber zu reden begann, stellte sich schnell heraus, dass der Mann wenig Interesse an Pferdefutter, Sätteln oder Fachliteratur hatte.

Ganz im Gegenteil: Er tischte Carolin Schröder eine regelrechte Räuberpistole auf und versuchte, sie damit übers Ohr zu hauen. Die Händlerin fiel nicht darauf herein, informierte stattdessen die Cityinitiative Starnberg, deren Vorsitzender Gerald Funk wiederum eine Rund-Mail an etwa 130 Gewerbetreibende, Händler und Gastronomen in der Kreisstadt schickte. Aus drei weiteren Geschäften kam postwendend die Meldung, dass der Unbekannte auch dort aufgetaucht ist. Beute hat er offenbar keine gemacht. Bei der Starnberger Polizei liegt mittlerweile eine Anzeige vor.

„Dieser Modus Operandi ist bei uns bislang noch nicht vorgekommen“, sagt ein Sprecher der PI Starnberg. „Ich kann mir aber schon vorstellen, dass der Mann damit auch mal Erfolg hat.“

Die Masche geht so: Der Unbekannte erzählt, dass seine Schwester bei einem Autounfall auf schreckliche Art ums Leben gekommen sei. Nun wolle er ein von seiner Mutter bereits besorgtes Weihnachtsgeschenk zurückgeben und dafür das Geld wieder haben. „Mein erster Gedanke war: Meine Güte, dieser arme Mensch“, sagt Carolin Schröder im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Zwei Sachen machten sie dann stutzig. „Als ich ihn nach dem Kassenzettel fragte, sagte er, der sei mit seiner Schwester im Auto verbrannt.“ Und das mehr als 100 Euro teure Trensengebiss, das er auf einmal in der Hand hielt, war eindeutig als „noch nicht verkauft“ markiert. Carolin Schröder sprach den Unbekannten darauf an – „da ist er relativ schnell gegangen“.

Gerald Funk lieferte in seiner Rund-Mail wenig später auch eine detaillierte Beschreibung des Mannes mit: „Mitte dreißig, stämmig, etwa 1,80 Meter groß, ungepflegt, wirkt etwas verschlafen und hat eine Tätowierung auf der rechten Halsseite, runde Gesichtsform, kein auffälliger Akzent. Er trug eine Eisenbahnermütze wie Michel aus Lönneberga.“ Eine Nachricht, die ganz offenbar den gewünschten Effekt hatte. Jedenfalls meldete sich wenig später auch Andreas Friedl vom Künstlerbedarf Farbenfroh aus der Maximilianstraße: „Der besagte Mann war eben bei mir. Ich habe ihn in meinem kleinen Laden begleitet. Er hat noch von seiner Mutter geredet und ist gegangen.“

Funk ist letzten Endes froh, wie es gelaufen ist: „Vielen Dank für die schnelle Info“, sagt der Chef der Cityinitiative gegenüber dem Merkur. „Der Mann wollte vermutlich den hektischen Weihnachtstrubel nutzen, um an Geld zu kommen.“

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