Die Crew des Münchner Yacht-Clubs mit  Manuel Wunderle, Julius Neszvecsko, Sebastian Frenzer und Jannik Pöhlmann.
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Sorgten für Jubel im Münchner Yacht-Club: Manuel Wunderle, Julius Neszvecsko, Sebastian Frenzer und Jannik Pöhlmann fuhren in Kiel erstmals einen Bundesliga-Sieg für die Starnberger ein.

Segel-Bundesliga

Riesenjubel im Münchner Yacht-Club

  • vonChristian Heinrich
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Was für eine Leistung: Die junge Mannschaft des Münchner Yacht-Clubs hat in Kiel den 4. Spieltag der Segel-Bundesliga gewonnen und damit den Klassenerhalt so gut wie sicher in der Tasche.

Starnberg/Tutzing – Als die ersten Ergebnisse aus Kiel im Münchner Yacht-Club eintrudelten, herrschte bereits der absolute Ausnahmezustand. Die junge Crew von der Possenhofener Straße trumpfte beim 4. Spieltag der Segel-Bundesliga an der Ostsee auf, wie es niemand zu träumen gewagt hatte. Nach den ersten sechs Rennen am Freitag war sie Erster, nach weiteren sechs am Samstag blieb sie es zur großen Überraschung und Begeisterung aller Mitglieder. „Der gesamte MYC steht Kopf und fiebert mit den Jungs mit – teilweise bis zur Schnappatmung“, berichtete Teammanager Micki Liebl. Als am letzten Tag wegen Flaute nur noch ein Flight gestartet werden konnte, blieben Steuermann Manuel Wunderle, Taktiker Julius Neszvecsko sowie Sebastian Frenzer und Jannik Pöhlmann cool und machten den Sieg perfekt. Zum ersten Mal, seit sie der Bundesliga angehören, haben die Münchner einen Bundesliga-Spieltag für sich entschieden.

Der Erfolg ging nicht nur in die Annalen des Clubs ein. Er bescherte ihm zum ersten Mal in dieser Saison so etwas wie Sicherheit. Ständig schwebte die Mannschaft in der Gefahr, das Klassenziel zu verfehlen, weil sie bewusst den Fokus darauf gelegt hatte, dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Drei Spieltage lang sammelten die Münchner vor allem Erfahrung und mittelprächtige Ergebnisse (12/11/14), bevor ihnen in Kiel der ersehnte Befreiungsschlag gelang. Als Elfter im Gesamtklassement mit satten elf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz fährt das Team in zwei Wochen in aller Seelenruhe nach Hamburg zum Saisonfinale. Liebl atmete erleichtert auf: „Wir können die letzten Rennen in diesem Jahr ohne großen Druck bestreiten.“

Richtig Dampf im Kessel befindet sich weiterhin beim Bayerischen Yacht-Club. Am ersten Tag der Regatta durfte Ilja Wolf noch hoffen, dass seine Crew, die nicht wesentlich jünger ist als die des MYC, der Belastung standhält. „Sie haben gut angefangen“, lobte der Teamchef Skipper Felix Kaiser und seine Crew für einen starken fünften Platz. Aber irgendwie schien den Bayern ihre starke Leistung Angst einzuflößen. Am Samstag ging es auf einmal dahin, wie schon so oft in dieser Saison. „Wir müssen ergründen, warum wir am zweiten Tag immer nachlassen.“ Wolf kündigt an, in die Analyse gehen zu wollen.

Angebracht ist das Selbststudium allemal. Seine Mannschaft dümpelt vor dem Saisonfinale auf dem 14. Platz und damit nur einen Rang und einen Punkt vor der Abstiegszone.

Während die Bayern weiter zittern müssen, robbt sich der Deutsche Touring Yacht-Club so langsam in die Sicherheitszone. Als aktueller Tabellenzwölfter haben die Tutzinger sechs Punkte zwischen sich und dem Blankeneser Segel-Club gelegt, der an 15. Stelle liegend als vierter Klub den Abstieg in die 2. Bundesliga antreten müsste. Doch es geht weiter sehr eng zu. „Ich habe gehofft, dass wir einen größeren Abstand aufweisen“, räumte Patrick Follmann ein. Aber mit einem Abstieg rechnet der Teamchef des DTYC nicht mehr. Dafür sitzt zu viel Erfahrung in seinem Boot.

Skipper Julian Stückl und seine Mannschaft segelten in Kiel wieder nicht überragend, aber es reichte am Ende aus, um einen schmucklosen zehnten Platz mit nach Hause zu nehmen. „Zwei Punkte weniger, und du wirst Sechster“, lamentierte Follmann zum wiederholten Mal. Es sind nur Nuancen, die die Tutzinger heuer von den Top Sechs der Liga trennen. Weil sie wie in Berlin wieder zwei sechste Plätze in ihr Programm mit einstreuten, kommen sie zurzeit nicht über Mittelmaß hinaus. Gefeiert wird deshalb momentan nur im Münchner Yacht-Club.

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