Leidgeplagt: Juwelier Michael Mayer aus Starnberg ist erneut Opfer von Einbrechern geworden. Diesmal erbeuteten sie Uhren im Wert von knapp 100.000 Euro. 
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Leidgeplagt: Juwelier Michael Mayer aus Starnberg ist erneut Opfer von Einbrechern geworden. Diesmal erbeuteten sie Uhren im Wert von knapp 100.000 Euro. 

Immer wieder Einbrüche in Juweliergeschäft

Rolex-Diebe rückten mit Kettensäge an: Einbrecher erbeuten Uhren für knapp 100.000 Euro

  • Stephan Müller-Wendlandt
    vonStephan Müller-Wendlandt
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Bei einem Starnberger Juwelier haben Einbrecher teure Armbanduhren erbeutet. Sie hatten mit einer Kettensäge ein Dreieck in die Panzerglasscheibe des Schaufensters geschnitten. 

Starnberg – Juwelier Michael Mayer ist die Ruhe selbst, als er erzählt, was in der Nacht zuvor passiert ist. Er steht vor der Schaufensterfront, die zur Wittelsbacherstraße in Starnberg mit weiß-roten Bändern von der Kriminalpolizei abgesperrt wurde. In der Panzerglasscheibe klafft ein dreieckiges Loch, es misst gerade einmal 20 Zentimeter an seiner breitesten Stelle. Während Mayer die Geschehnisse schildert, kommt von nebenan aus der Confiserie ein junger Mann. Er hält Mayer ein silbernes Tablett mit etwa zehn unterschiedlichen Pralinen hin: „Für Sie und Ihre Mitarbeiter, etwas zur Beruhigung. Lassen Sie es sich schmecken und alles Gute.“

Rolex-Diebe in Starnberg: Schaufenster des Juweliergeschäfts zerstört

In den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr schrillte bei Mayer zu Hause am südlichen Starnberger See der Alarm. Er machte sich sogleich auf den Weg nach Starnberg zu seinem Geschäft. Als er dort eintraf, war bereits alles vorbei. Das Schaufenster war zerstört, die Auslage leer. Die Einbrecher hatten sich das Fenster ausgesucht, in dem die Uhren der hochwertigen Marke Rolex ausgestellt sind. Nach unliebsamen Erfahrungen vergangener Jahre lässt Mayer seit einiger Zeit die Auslagen zum Geschäftsschluss jeweils auf Nachtdekoration wechseln. So lagen hinter Sicherheitsscheibe in der Nacht zum Dienstag nur fünf Rolex-Modelle. Alle fünf griffen sich die Täter. Eine der Uhren hat einen Wert von 50.000 Euro, die anderen vier liegen zusammen bei 45.000 Euro.

Die Videoüberwachung gibt einige Hinweise, zeigt aber nicht die Täter. Denn aus Datenschutzgründen dürfen die Kameras nur auf die Auslagen gerichtet werden, nicht aber auf den Bereich außerhalb des Schaufensters. So ist erkennbar, wie sich die Kettensäge in das Panzerglas frisst. Als das Loch geöffnet ist, greift eine weitere Person hindurch und zieht die fünf Uhren heraus. Die Kriminalpolizei geht deshalb davon aus, dass es sich um mindestens zwei Täter handelt. Sie sollen mit einem Fahrzeug geflüchtet sein, wie ein Anwohner beobachtet haben will.

Einbruch in Juweliergeschäft in Starnberg: Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass Mayers Laden von Einbrechern heimgesucht wurde. „Wenn es passieren muss, ist es mir so lieber, als dass die Täter bewaffnet in den Laden stürmen und Kunden und Mitarbeiter bedrohen.“ Davor ist der Starnberger Juwelierladen bisher verschont geblieben. Anfang der 2000er-Jahre notierte Michael Mayer fünf Einbruch-Versuche, die jedoch allesamt scheiterten. Es kam lediglich zu vergleichsweise geringen Sachschäden.

Im April 2003 aber ließen sich ausgebufftere Täter von dem Hinweis „Panzerglas – Einbruch lohnt nicht“ nicht abschrecken. Mit einem Auto drückten sie eine Scheibe ein und ließen Uhren und Schmuck im Wert von 250.000 Euro mitgehen. Im Februar 2010 schnitten Einbrecher ebenfalls mit einer Kettensäge ein Viereck in eine Sicherheitsscheibe. Ihre Beute, 25 Uhren, hatte einen Wert von 120.000 Euro. Im Juli 2011 versuchten es Unbekannte erneut und hatten mit einer Flex Erfolg. Durch ein dreieckiges Loch gelangten sie an etwa 20 Uhren. Der Schaden damals: etwa 40.000 Euro. Die Täter wurden ein Jahr später gefasst. Es handelte sich um Mitglieder eines Rings internationaler Einbrecher. Ostern 2017 dann der nächste Versuch: Ein Einbrecher wollte mit einem Gullydeckel an die Auslagen mit Uhren und Schmuck gelangen. Doch damals hielt das Panzerglas.

In München ist derweil ein Luxusartikel komplett vergriffen - im Internet werden horrende Preise gefordert.

VON S. MÜLLER-WENDLANDT

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