Roseninselachter
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Erstmals abgesagt: Der Roseninsel-Achter ist jedes Jahr ein sportlicher Höhepunkt auf dem Starnberger See, fällt heuer aber aus.

Rudern

Roseninsel-Achter fällt ins Wasser

  • vonChristian Heinrich
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Das gab es noch nie: Seit 36 Jahren gibt es den Roseninsel-Achter, heuer findet die Ruder-Regatta erstmals nicht statt. Die Organisatoren vom Münchener Ruder- und Segelverein mussten jetzt vor Corona kapitulieren.

Starnberg – Der Roseninsel-Achter hat in den fast vier Jahrzehnten seiner Geschichte schon schwere Stürme über sich ergehen lassen müssen. Aber egal wie hoch die Wellen auch schlugen und wie viele Boote voll liefen, gerudert wurde am Starnberger See immer. Auf dem Wasser, und wenn es sein musste, auch mal an Land mit dem Ergometer. In diesem Jahr wird jedoch am zweiten Wiesn-Wochenende der obligatorische Trubel an der Seepromenade fehlen. „Um weder euch, unsere Gäste, den Verein oder uns selbst zu gefährden, haben wir beschlossen, unsere Regatta 2020 abzusagen“, verkündet Regina Böck auf der Homepage des Münchener Ruder- und Segelvereins. Die Leiterin des Organisationsteams spricht angesichts der Corona-Pandemie von „zu vielen Unwägbarkeiten, die unseren Roseninsel-Achter beeinträchtigen oder in Grenzsituationen sogar ernsthafte Gefährdungen darstellen würden“.

Bei Deutschlands größter Langboot-Regatta gingen im vergangenen Jahr 85 Boote an den Start. Das sind allein 765 Ruderer und Steuerleute, von den Trainern, Betreuern und Zuschauern ganz zu schweigen. Abgesehen davon, dass die aktuellen Kontaktbeschränkungen der bayerischen Regierung eine Veranstaltung mit so vielen Teilnehmern ohnehin verbieten, wäre es schwierig geworden, überhaupt die Sicherheitsvorkehrungen zu gewähren. Wie will man bei so vielen Menschen auf dem relativ eng bemessenen Vereinsgelände des MRSV den geforderten Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten?

„Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht“, sagt Markus Vogt. Zwar genießt der Vorsitzende der „Bayern“ schon die ersten Erleichterungen der Behörden, die das Rudern im Achter wieder möglich machen. Aber bei einer Regatta hätte sein Club gewährleisten und garantieren müssen, dass alle Mannschaften auch in der Besetzung antreten, in der sie in ihren Vereinen gemeldet sind. Das ist bei so vielen Teilnehmern einfach nicht zu kontrollieren, „da ist das Risiko einfach zu groß“, so Vogt. In der Vergangenheit hatten sich zudem zahlreiche Athleten aus dem In- und Ausland extra für den Roseninselachter zu einem Törn über den See verabredet. Das wäre bei den momentanen Regelungen heuer in dieser Form nicht möglich gewesen.

Zwar stand auch ein reduziertes regionales Format für die 36. Auflage zur Disposition, doch der anberaumte Termin vom 26. September würde eventuell mit den Bayerischen Meisterschaften kollidieren, die wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr erst verspätet stattfinden. Der Ausrichter des Roseninsel-Achters müsste dann nicht nur auf manche seiner Teams, sondern auch auf einige Betreuer und Helfer verzichten, die dann bei den weiß-blauen Titelkämpfen auf der Olympia-Anlage in Oberschleißheim gebraucht werden.

Die wirtschaftlichen Verluste für den MRSV halten sich durch die Absage in Grenzen, da sich die Regatta nie als kommerzielles Event verstand. Vorleistungen wurden kaum erbracht, sieht man einmal von den Plakaten ab, die jetzt unbenutzt ins Archiv wandern werden. Nur der eigene Nachwuchs muss heuer mit ein paar hundert Euro weniger auskommen, die durch den Roseninsel-Achter sonst immer in die Jugendkasse gewandert sind. Das ist jedoch zu verschmerzen.

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