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Der neue Vorstand der BI Schorn (v.l.): Dr. Günter Schorn, Paul Küchler, Dr. Ursula Lauer, Andrea Metzger, Thomas Wehr, Evelyn Brunner und Christiane Wehr. Während es ihren Vorgängern einst um die Verhinderung eines Müllzentrums in Schorn ging, sind nun das geplante Gewerbegebiet und dessen Erschließung die zentralen Themen.

Gewerbegebiet

Die neue BI Schorn

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Die Bürgerinitiative (BI) Schorn hat am Mittwochabend nach mehrjähriger Pause ihre Arbeit wieder aufgenommen. Mit einem neuen Vorstand liegt das Hauptaugenmerk nun auf dem geplanten Gewerbegebiet und der dafür erforderlichen Verkehrsanbindung.

Schorn/Wangen – Die Meinung im Starnberger Stadtrat ist bislang eindeutig. Sechs von acht Fraktionen haben im März das Planungskonzept für das Gewerbegebiet Schorn und die weiteren Schritte zur Realisierung des Projekts beschlossen. Nun aber formiert sich organisierter Widerstand gegen das Vorhaben. Am Mittwochabend hat sich nach mehrjähriger Pause die BI Schorn wiederbelebt – aus Sorge um den Erhalt der Landschaft und um die künftige verkehrliche Belastung der umliegenden Dörfer. 34 interessierte Bürger waren zur Versammlung in die Mehrzweckhalle Wangen gekommen, die allermeisten aus Schorn, Wangen und Neufahrn.

Zwar steht der genaue Satzungstext noch nicht fest, einen neuen Vorstand gibt es aber. Die Diplom-Biologin Dr. Ursula Lauer führt jetzt die BI. Sie kommt ebenso aus Schorn wie die 3. Vorsitzende Andrea Metzger, Schriftführerin Christiane Wehr und Kassenprüfer Thomas Wehr. Weitere Vorstandsmitglieder sind Ludwig zu Salm als Kassenwart, Evelyn Brunner und Paul Küchler als Beisitzer sowie Günter Schorn als stellvertretender Vorsitzender. Als Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz verleiht Schorn der BI Gewicht – „ich habe mich ganz bewusst zur Mitarbeit angeboten“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

„Ich kenne das Gebiet sehr lange“, erklärt Schorn. Es handele sich um eine sehr abgeschiedene und ruhige Gegend – „eine kleine Oase“. Dass dort in einigen Jahren Gewerbebauten stehen sollen, seien sie auch noch so modern, kann und will er noch nicht glauben. „Dass diese Landschaft geopfert werden soll, halte ich nicht für sinnvoll“, sagt Schorn.

Was ihn stutzig macht: Die Asto-Gruppe, die das Gewerbegebiet entwickelt, bringe in Schorn genau dieselben Argumente an wie für das ebenfalls von ihr geplante Gautinger Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz. „Ich glaube nicht, dass sich so viele Hightech-Unternehmen finden werden“, sagt Schorn. Hinzu komme: Bis die ersten Euro Gewerbesteuer in den Starnberger Stadthaushalt fließen, dauere es zehn Jahre ab Baubeginn. Sein Fazit ist klar: „Ich stelle das Gewerbegebiet infrage.“

So weit möchte Vorsitzende Lauer noch nicht gehen, sondern erst die genaue Formulierung der Satzung abwarten, die der Vorstand zeitnah erarbeiten will. Aber auch für sie steht der Schutz der natürlichen Ressourcen an oberster Stelle. „Der Erhalt einer lebenswerten Landschaft liegt mir sehr am Herzen“, sagt Lauer auf Anfrage. Und die Menschen in den Dörfern rund um Schorn beschäftige auch die Erschließung des Gebietes. „Das ist für uns alle ein sehr großes Thema“, sagt sie.

Das Planungsgebiet in Schorn ist nach den bisherigen Beschlüssen insgesamt 47 Hektar groß. 21,5 Hektar davon sind als Nettobauland inklusive privater Grünflächen vorgesehen.

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