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Selfie nach dem Sieg: Martina Neubauer (r.) ist mit 100 Prozent zur Landratskandidatin gewählt worden. Wie Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze sieht sich ausgezeichnete Chancen, erste grüne Landrätin Bayerns zu werden. 

Kommunalwahl 2020 im Landkreis Starnberg

Sie soll erste grüne Landrätin Bayerns werden

Der Landratswahlkampf ist eröffnet: Einstimmig haben die Grünen ihre Kandidatin nominiert – als erste Partei überhaupt. Martina Neubauer rechnet sich gute Chancen für 2020 aus.

Landkreis/Krailling – Mit 100 Prozent der Stimmen haben die Grünen im Landkreis Starnberg Martina Neubauer (55) zur Landratskandidatin gekürt. Die Stadt-, Kreis- und Bezirksrätin musste sich allerdings wegen einer Panne einem zweiten Wahlgang stellen. Sie und die Grünen rechnen sich ausgezeichnete Chancen bei der Kommunalwahl in einem Jahr aus. Neubauers Programm ist etwas für die grüne Seele.

Als erste Partei im Landkreis starteten die Grünen in den Wahlkampf und in eine „grünes kommunales Erfolgsjahr“, wie Kreissprecherin Kerstin Täubner-Benicke selbstbewusst verkündete. Die guten Ergebnisse bei Landtags- und Bundestagswahl und das Abschneiden beim Volksbegehren – Starnberg hatte die höchste Unterstützung in Bayern – sorgen für Optimismus: „Grün wächst.“ Martina Neubauer als Frontfrau hält die Ziele, nämlich 2020 das Starnberger Landratsamt zu übernehmen „nicht für unrealistisch“. In der Tat waren die Chancen für andere Parteien, den Landrat zu stellen, wegen des Rückzugs von Amtsinhaber Karl Roth (Merkur.de*) (CSU) noch nie so gut wie diesmal.

Die Starnbergerin (verheiratet, ein erwachsener Sohn) skizzierte bei der Aufstellungsversammlung in Krailling Eckpunkte ihres Programms, für das sie viel Beifall erhielt. Sie will mehr Windräder im Landkreis bauen, denkt an ein Kommunalwerk auf Landkreisebene für Energie, Abfall und dergleichen und geht beim ÖPNV über die Forderung der bayerischen Grünen hinaus: Jeder Ort soll tagsüber stündlich erreichbar sein – in Bayern an Werktagen, in Neubauers Programm auch am Wochenende. Der ÖPNV solle durch E-Busse und dergleichen ökologischer werden. Neue überregionale Straßenbauten lehnt sie ab: „Die brauchen wir nicht.“ Ebenso sprach sie sich gegen weitere Gewerbegebiete aus, beispielsweise jenes der Stadt Starnberg in Schorn. Es gebe die nötigen Fachkräfte gar nicht auf dem Markt, die Gebiete hätten Folgen für Kitas, Verkehr und Wohnraum. Unter ihrer Leitung wäre der Landkreis bei der Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutz sehr viel restriktiver. Als Landrätin würde sie bei der Wirtschaftsfördergesellschaft gwt eine neue Richtung vorgeben. Man müsse statt neuer Gebiete auszuweisen mehr vorhandene Flächen nutzen.

Grüne nominieren Martina Neubauer als Landratskandidatin: „Kein Zentimeter“ für die AfD

Als Sozialpädagogin will Martina Neubauer einen sozial gerechteren Landkreis (Merkur.de*). Mehr Jugendhilfe, bessere Integration – sie will eine Stelle einer Integrationsbeauftragten einrichten –, neue Konzepte bei Betreuung und Pflege in einem alternden Landkreis. Die 55-Jährige arbeitet selbst seit mehr als 25 Jahren für den Landkreis München, kennt sich in Verwaltungsfragen daher aus. „Landratsämter sind schon Schiffe“, sagte sie auf Nachfrage von Dr. Robert Benoist, der die Arbeitsweise der Starnberger Kreisbehörde scharf kritisiert hatte. Neubauer ließ Änderungsüberlegungen durchblicken und das Ziel, den Gemeinden über die Kreisumlage nicht zu viel Geld abzuziehen. Mit anderen Parteien wolle sie wie bisher freundlich und verbindlich umgehen, nicht jedoch mit der AfD – ihr will sie „keinen Zentimeter“ lassen.

Die Wahl selbst wäre eine kurze Angelegenheit gewesen, hätte es nicht eine Panne gegeben. Die Stockdorfer Landtagsabgeordnete Anne Franke hatte zwar einen Stimmzettel erhalten, war jedoch auf der Liste der Stimmberechtigten nicht vermerkt worden. Folge: Es gab im ersten Wahlgang 37 Stimmen, obwohl es nur 36 hätten sein dürfen – bei den Grünen wählen alle Mitglieder den Kandidaten bzw. die Kandidatin. Insgesamt hätten es 258 sein können – so viele Mitglieder zählt der Kreisverband. Der Wahlgang wurde wiederholt, und Neubauer erhielt 37 von 37 Stimmen. Sie hatte keinen Gegenkandidaten.

Bei den Grünen herrscht durch die Bank Zuversicht, die Wahl auch zu gewinnen. Dass sie sich in Starnberg Chancen ausrechnen, zeigte schon die Anwesenheit von insgesamt vier Landtagsabgeordneten in Krailling, darunter die in Herrsching aufgewachsene Fraktionschefin Katharina Schulze, die die Zeit für die erste grüne Landrätin in Bayern für gekommen hält.

Auch in Starnberg kündigt sich die Kommunalwahl 2020 bereits an: Starnbergs Grüne werden bei der Kommunalwahl 2020 mit einer eigenen Bürgermeisterkandidatin antreten, berichtet Merkur.de*. Rowdys haben derzeit Sportplätze im Landkreis Starnberg als Ziele für Schleuderpartien mit Autos auserkoren, berichtet Merkur.de*. Nach Fällen in Weßling und Breitbrunn traf es in den vergangenen Tagen Percha und Herrsching. Im Starnberger Ortsteil müssen Spiele abgesagt werden.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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