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Bürgermeisterin Eva John im Gepräch mit Merkur-Redakteur Peter Schiebel.

Starnberg: So wird 2018

Viele Baustellen und ein Stadtfest

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Interview mit Starnbergs Bürgermeisterin Eva John: Was neben Tunnel, Westumfahrung und Seeanbindung heuer noch auf der Agenda steht.

Starnberg – Die Stadt Starnberg steht in diesem Jahr erneut vor gewaltigen Aufgaben – auch wenn das eine Dauerthema endgültig geklärt sein dürfte. Wie gestern exklusiv berichtet, ist der B2-Tunnel mit 194 Millionen Euro in den Bundeshaushalt aufgenommen, letzte Zweifel an der Finanzierung gelten damit als ausgeräumt. Für die zweite Julihälfte plant das Staatliche Bauamt den offiziellen Spatenstich auf der Münchner Straße. Das zweite Dauerthema, die Seeanbindung, dürfte Verwaltung und Stadtrat im gerade begonnenen Jahr dagegen so sehr beschäftigen wie vermutlich kein anderes Vorhaben. Bekanntlich haben sich die Vertreter der Stadt mit der Bahn auf ein Mediationsverfahren bei der IHK in München geeinigt – ob das funktioniert und wann es erste Ergebnisse gibt, ist völlig offen. Auch jenseits dieser Dauerbrenner gibt es reichlich zu tun, wie Bürgermeisterin Eva John im Gespräch mit dem Starnberger Merkur aufzeigt.

Nordostumfahrung

Einstimmig hatte der Stadtrat im vergangenen Februar beschlossen, die ortsferne Umfahrung zu planen. Richtig vorangekommen ist das Vorhaben aber noch nicht, sondern im Scharmützel zwischen Stadtrat und Bürgermeisterin hängen geblieben. Nun will Eva John dem Gremium – wie beschlossen – eine Auswahl an Büros vorlegen, die das Projekt übernehmen können. Nach einem Gespräch mit der Regierung von Oberbayern hält sie eine naturraumrechtliche Untersuchung und die Aktualisierung des Verkehrsberechnungen für erforderlich. „Diese Schritte sollten wir arbeitstechnisch erledigen. Dann wäre es gut, wenn wir bis Ende 2018 eine Vorzugstrasse hätten.“ Die könne dann weiter untersucht werden.

Kinderbetreuung

In Starnberg vergeht, wie in vielen anderen Gemeinden des Landkreises, kein Jahr ohne größere Investitionen in die Kinderbetreuung. „Die Schaffung von Ganztagesplätzen ist die Herausforderung der Zukunft“, sagt die Bürgermeisterin und verweist auf zahlreiche Gespräche mit Eltern. Heuer steht der Planungswettbewerb für die Grundschule Percha auf der Agenda, die um ein Klassenzimmer und eine Mittagsbetreuung vergrößert werden soll. Das Kinderhaus in Perchting mit 75 Plätzen ist da schon weiter, derzeit wird bereits die Entwurfsplanung erarbeitet. „Wahrscheinlich schaffen wir zum Jahresende hin den Baubeginn“, sagt die Bürgermeisterin.

Veränderungen sind auch bei der Starnberger Spielinsel zu erwarten. Der Eigentümer plant den Abriss des Gebäudes, in dem die Stadt Mieter ist, und einen Neubau. Bis dort wieder Kinder einziehen können, ist ein vorübergehender Umzug in Container die wahrscheinlichste Lösung.

Wohnungsbau

Auch bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums befindet sich die Stadt mit vielen Landkreisgemeinden im selben Boot. Für den Bau von 15 geförderten Wohnungen am Schlosshölzl soll heuer das Ausschreibungsverfahren starten, für das Einheimischenmodell am Wiesengrund mit seinen 120 Einheiten will Eva John die Erschließungsplanung, den Bebauungsplan und die Vergabe der Grundstücke angehen. „Sobald die Parzellierungen klar sind, werden wir den Bedarf abfragen“, sagt sie.

Wasserpark/Parkdeck

Der Komplettumbau des Wasserparks „ist auf der Zielgeraden“, sagt John. Der Eröffnung als Seebad Ende April sollte nichts mehr im Wege stehen, die Kosten belaufen sich auf 22,5 Millionen Euro. „Ich freue mich darauf, wenn der Betrieb dort losgeht.“

Was den Bau des Parkdecks am Wasserpark anbelangt, so gibt es noch keinen Zeitplan. „Dort sind noch Abstimmungen mit dem Landkreis nötig“, sagt die Bürgermeisterin. Dabei geht es auch um den zeitlichen Ablauf im Hinblick auf die Erweiterung des Landratsamtes.

Bayerischer Hof/Innenstadt

Völlig unklar ist die Zukunft des denkmalgeschützten Bayerischen Hofs. „Wir möchten dieses Jahr einen Investorenwettbewerb für den Umbau, die Sanierung und den Betrieb des Bayerischen Hofs starten“, sagt die Bürgermeisterin. Darüber hinaus möchte sie die Attraktivierung der Innenstadt voranbringen. Grundlage dafür bilden die Ergebnisse des nonconform-Workshops aus dem vergangenen Jahr, bei dem unter anderem die Umgestaltung des Kirchplatzes ein Thema war. John: „Wir warten da auch auf Vorschläge der Stadtratsfraktionen.“

Ortsteile

Weitere große Projekte in den Ortsteilen betreffen vor allem Wangen und Hanfeld. In Wangen soll endlich über die Zukunft des Feuerwehrgerätehauses entschieden werden. Bei einer Bürgerversammlung am 31. Januar will die Verwaltung den Sachstand vorstellen – „und dann wollen wir schauen, was die Bürger dazu sagen“. Im Gespräch sind die Fläche des ehemaligen Gasthofs Holzeder an der Ecke Olympiastraße/Pfarrweg und das derzeitige Spielplatzgelände an der Ecke Wildmoosstraße/Angerstraße. Im Anschluss soll es auch mit der Dorferneuerung in Wangen weitergehen.

Den Hanfeldern steht dagegen ein weiteres Baustellenjahr bevor. Die Kanal- und Straßenarbeiten sollen aber bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Der monatelange Ärger um die Zwischenlagerung des teerhaltigen Aushubs dürfte sich dabei nicht wiederholen. Schließlich stehen nach einem schier ewigen Hin und Her mittlerweile Lagerflächen auf dem Betriebshofgelände zur Verfügung.

Unabhängig davon gibt es im Rathaus Überlegungen, Citybusse einzuführen. Eva John versteht darunter kleinere Fahrzeuge als die Stadtbusse, die Ziele auch in den Ortsteilen anfahren sollen, „die vom ÖPNV eher vernachlässigt werden“.

Beim Gewerbegebiet Schorn ----- DARÜBER HATTEN WIR GAR NICHT GESPROCHEN. VIELLEICHT GIBT ES ABER NOCH WAS ZU SAGEN.

Und auf was freut sich Eva John im neuen Jahr? Vier Sachen zählt die Bürgermeisterin auf: zunächst die Eröffnung des Seebads, die Freigabe der Westumfahrung Ende des Jahres und den Bau des Kiosks im Bürgerpark, wenn endlich die Baugenehmigung vorliegt. „Und ich freue mich auf das Stadtfest, das wir vom 20. bis 22. Juli.“ Es umfasst die bisherige Nacht der langen Tafel, dazu kommen ein Stadtlauf und weitere Attraktionen. John: „Feiern verbindet.“

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