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Eine Sperrholzplatte verdeckt die zerstörte Schaufensterscheibe: Der Starnberger Juwelier Michael Mayer wenige Stunden nach dem Einbruch am 17. Februar 2010.

Juwelier in Starnberg

Spektakulärer Einbruch: Fenster aufgeflext und Uhren gestohlen - Urteil fällt neun Jahre später

Das Landgericht München II hat einen 35 Jahre alten Rumänen, der in England lebt, zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der Mann war Teil der Bande, die vor neun Jahren bei einem Starnberger Juwelier eingebrochen hatte.

Starnberg – Georgian M. (35) hatte längst ein neues Leben in England angefangen. Er ist verheiratet, hat ein kleines Kind. Dennoch holte die Vergangenheit den Rumänen ein. Am 7. März wurde er aufgrund eines europäischen Haftbefehls aus dem Jahr 2012 verhaftet und anschließend nach Deutschland ausgeliefert. Gestern musste er sich vor Gericht verantworten – mehr als neun Jahre nach einem spektakulären Einbruch in das Starnberger Juweliergeschäft Mayer. Am 17. Februar 2010 hatte Georgian M. zusammen mit drei Komplizen 25 Armbanduhren der Marke Breitling im Wert von 120 000 Euro gestohlen. Dazu entstanden 5000 Euro Sachschaden.

Einbruch bei Juwelier in Starnberg: Das Urteil fällt nach neun Jahren

Die Komplizen sind längst verurteilt – zu einer Jugend-, einer Bewährungs- und einer Freiheitsstrafe. M. war der letzte aus der Bande, der noch ungestraft unterwegs war. Nun stand auch er wegen schweren Bandendiebstahls und Sachbeschädigung vor dem Landgericht München II.

Dort ließ der 35-Jährige über seinen Verteidiger eine lange, reuige Erklärung abgeben. Was damals geschehen sei, tue ihm „unendlich leid“, heißt es darin. Er schäme sich seiner Familie gegenüber und bedauere, „dass er seine kriminelle Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann“. Er habe es aber geschafft, wieder ein rechtschaffenes Leben zu führen. Georgian M. wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, während sein Verteidiger die Worte verlas.

Bei Juwelier in Starnberg eingebrochen und teure Uhren gestohlen

In der Erklärung schilderte er auch, wie es zu dem Einbruch in Starnberg kam – dem einzigen Einbruch seines Lebens, wie er sagte. Begonnen habe alles damit, dass er beim Kopf der Bande Drogen auf Schuldschein gekauft habe. Dieser habe ihm irgendwann keine Drogen mehr gegeben – es sei denn, M. würde bei dem Einbruch in Deutschland mitmachen. Bei der Abfahrt habe er seine Komplizen zum ersten Mal gesehen.

Zunächst seien sie in einem Hotel abgestiegen. Der Anführer habe M. das Juweliergeschäft in den Seearkaden gezeigt und die Aufgaben verteilt. Während er selbst am Bahnhofplatz Wache gehalten habe, habe ein weiterer Mann näher am Tatort Schmiere gestanden. Georgian M. und ein vierter Komplize hätten sich zum Tatort begeben. Dort habe der Mittäter mit einem Winkelschleifer ein Viereck in das Schaufenster geflext. Anschließend hätten sie durch das Loch in die Auslage gegriffen und die 25 Uhren entwendet.

Während zwei Komplizen vom Banden-Chef jeweils 2000 Euro erhalten hätten, habe dieser M.s Anteil mit den Schulden verrechnet. Als er eines Tages Geld gefordert habe, hätten ihn die zwei Cousins des Anführers geschlagen und niedergestochen. Die Ärzte sollen von Glück gesprochen haben, dass das Bein nicht amputiert werden musste. Bis heute hat M. Angst, dass ihm oder der Familie etwas angetan wird.

Geraume Zeit nach dem Einbruch verkaufte M. zusammen mit einem Komplizen Marihuana in Rumänien – und wurde dort zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Währenddessen vernahmen ihn 2012 deutsche Beamte. Dabei legte er ein Geständnis wegen des Einbruchs ab und belastetet seine Mittäter. Wieder entlassen, dachte er, damit sei alles erledigt – und lag falsch.

Der Prozess endete gestern mit zwei Jahren Haft auf Bewährung. Als Bewährungsauflage muss Georgian M. 5000 Euro bezahlen.

Nina Gut

Stundenlang erfuhr die Starnberger Polizei nichts von einem Einbruch in Söcking - obwohl die Täter sogar die Alarmanlage ausgelöst hatten, berichtet Merkur.de.

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