1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Starnberg

Starnberg: Ferienziel, Ausflugsort und kaufkräftige Kreisstadt vor den Toren Münchens

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Herbstliche Eindruecke am Starnberger See im Bild: Starnberg Stadt
Starnberg am Starnberger See © Philippe Ruiz / IMAGO

Zahlreiche Erholungsorte und Sehenswürdigkeiten prägen die Stadt Starnberg. Zur Gemeinden gehören 25 Ortsteile.

Starnberg – Rund 23.500 Einwohner zählte die Stadt Starnberg Ende 2019. Ihre exponierte Lage direkt am Ufer des gleichnamigen Sees, rund 25 Kilometer außerhalb der bayerischen Landeshauptstadt München und unweit der Alpen macht sie zu einem beliebten Ferienziel und Ausflugsort für die Menschen der Umgebung. Stadt und Landkreis Starnberg gehören zu denen mit der stärksten Kaufkraft in Deutschland.

Starnberg: Lage, Umgebung und Verkehrsanbindung

Starnberg liegt südwestlich von München am nördlichen Ende des Starnberger Sees im gleichnamigen Landkreis. Die Stadt gehört zur Tourismusregion Starnberg-Ammersee, zu der auch die Gemeinden Bernried am Starnberger See, Dießen am Ammersee, Münsing und Seeshaupt zählen.

Verkehrstechnisch erschlossen ist Starnberg durch die Bundesstraße B2, die von München kommend als Bundesautobahn A95 verläuft. In der Folge fließt der Durchgangsverkehr durch das Zentrum, was für ein stetig hohes Verkehrsaufkommen sorgt. Direkt am Ufer des Starnberger Sees befindet sich darüber hinaus die S-Bahnstation Starnberg. Seit 1972 ist sie an die S-Bahn München angeschlossen. Seit 2002 existiert der Haltepunkt Starnberg-Nord. Darüber hinaus verkehren mehrere Buslinien auf dem Gebiet der Stadt sowie im Umkreis.

Zur Stadt gehören 25 Ortsteile. Zum großen Teil handelt es sich dabei um Einzelsiedlungen, Gutshöfe, Kirch- und Pfarrdörfer. Starnberg selber grenzt an folgende Gemeinden im Landkreis:

Der gleichnamige Landkreis teilt seine Grenzen mit diesen Nachbarkreisen:

Starnberg: Geschichte und Entwicklung

Starnberg hat eine mehr als 1.000-jährige Geschichte hinter sich. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der heutige Stadtteil Achheim als „Ouiheim“ um das Jahr 948 herum. Die ältesten Aufzeichnungen von „Starnberch“ gehen auf das Jahr 1226 zurück und beschreiben eine nördlich von „Ouiheim“ gelegene Siedlung. „Starnberch Castrum“, die Burg von Starnberg, besteht mindestens seit 1244. Sie war im Besitz der Grafen von Andechs-Meranien, eines der bedeutendsten bayerischen Adelsgeschlechter im Mittelalter. Auf dem Gelände befindet sich bis heute eine Burganlage.

Mit dem Aufstieg der heutigen bayerischen Landeshauptstadt geriet Starnberg ab dem späten Mittelalter zunehmen in den Fokus. Aufgrund ihrer Lage nahe der Residenzstadt München entwickelte Starnberg sich in den folgenden Jahrhunderten zum Ziel der Sommerfrische der Münchener Hofgesellschaft. In der Folge entstanden im 15. Jahrhundert Schlösser und Gärten, die zum sommerlichen Mittelpunkt der höfischen Gesellschaft wurden. Der seit dem 15. Jahrhundert betriebene Schiffsverkehr auf dem Starnberger See fand um 1665 seinen luxuriösen Höhepunkt durch den Bau des Bucentaur, einem prunkvollen Ruderschiff nach venezianischem Vorbild. Zu dieser Zeit zog sich der Münchner Hof aus der Stadt Starnberg weitgehend zurück und siedelte sich in den nahen Schlössern von Possenhofen und Berg an.

Starnberg: Eine Stadt aus zwei Siedlungen

Das heutige Starnberg entstand im Laufe der Zeit aus zwei Siedlungen mit unterschiedlichen Wirtschaftszweigen: Nördlich des mittelalterlichen Schlosses, in Nieder-Starnberg, ließen sich vor allem Handwerker und Bedienstete des Münchner Hofes nieder. Den Süden bewohnten Fischerfamilien. Mit Anbindung an das Eisenbahnnetz im Jahr 1854 wuchsen die Teile sukzessive zusammen und die Stadt gewann zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Münchner Einwohner zog es Richtung Starnberg. Die Bahnlinie ermöglichte es, in der Stadt zu arbeiten und am See zu wohnen. Das sorgte für einen Bauboom, der sich bei den dafür tätigen Handwerkern fortsetzte. Sie errichteten vor allem im Ortskern neue Wohnhäuser für ihre Familien. Ab 1890 wurde eine Kanalisation errichtet, der Anschluss an das Elektrizitätsnetz erfolgte sieben Jahre später.

Starnberg erhielt 1912 Stadtrechte. Der Erste Weltkrieg veränderte das Bild der Gemeinde grundlegend. Gäste blieben aus, dazu kam, dass die Entwicklung eines zentralen Kerns mit Kriegsbeginn noch am Anfang stand und sich nicht weiterentwickelte. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Gemeinde durch Bombenangriffe teilweise zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte bald; durch die Nähe zu München erfolgte abermals ein Bauboom, der den Abriss vieler historischer Gebäude zur Folge hatte und das Gesicht der Stadt erneut stark veränderte.

Starnberg: Entwicklung der Einwohnerzahlen

Im Jahr 1840 lebten knapp 1.600 Menschen in Starnberg. Seitdem wachsen die Einwohnerzahlen stetig. Die Lage in der Nähe von München und am See zogen in der Geschichte zahlreiche Menschen in die Stadt. Um 1900 zählte man 4.531 Einwohner, 1925 bereits 6.878. Zwischen 1939 und 1950 wuchs die Zahl von 8.291 auf 14.157. Die weitere Entwicklung im Überblick:

Starnberg: Wichtige Wirtschaftszweige

Die Stadt und der Landkreis Starnberg stehen seit Langem an erster Stelle der Kaufkraftstatistik. Kurzfristig wurde die Region vom Hochtaunuskreis überholt. Seit 2018 steht Starnberg wieder an der Spitze. In diesem Jahr verzeichnete das Marktforschungsinstitut GfK ein Pro-Kopf-Einkommen in Höhe von 33.102 Euro. Das sind 44 Prozent über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Starnberg ist Teil der Metropolregion München, die sich durch hohe Bevölkerungswachstumsraten, die höchste Kaufkraft in Deutschland und das höchste Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigen auszeichnet.

Die Wirtschaft der Stadt Starnberg wird vor allem von zwei Branchen geprägt: Der Großteil der Einwohner ist in den Bereichen Handel und Verkehr tätig, gefolgt vom produzierenden Gewerbe. Zahlreiche Betriebe haben sich im Starnberger Gewerbegebiet vor den Toren der Stadt niedergelassen. Zu den wichtigsten Arbeitgebern der Stadt gehören der Nahrungsmittelproduzent Houdek sowie der Pharmakonzern Aenova. Im Landkreis sind darüber hinaus folgende Betriebe tätig:

Starnberg: Sehenswürdigkeiten im Überblick

Auf dem Gebiet von Starnberg befinden sich heute zahlreiche historische Bauten, die zum Teil aus dem Mittelalter erhalten sind. Dazu gehört das Schloss Starnberg, das auf eine wechselvolle Geschichte mit verschiedenen Nutzungen zurückblickt. Sein heutiges Gesicht entstand in der frühen Neuzeit durch den Umbau des mittelalterlichen Vorgängers. Schloss Possenhofen vor den Toren der Stadt, wurde als „Sisi-Schloss“ berühmt: Auf der zur Gemeinde Pöcking im Landkreis gehörenden Anlage verbrachte Prinzessin Elisabeth in Bayern viele Jahre ihrer Kindheit. Zu den weiteren wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt und des Landkreises Starnberg zählen:

Starnberg: politische Verteilungen

Die Politik im Stadtrat Starnberg wird maßgeblich von der CSU (Christlich-Soziale Union) geprägt. Von den 30 verfügbaren Sitzen nimmt die Partei seit 1. Mai 2020 acht ein. Im Vergleich zur vorherigen Amtsperiode sind das zwei mehr. Die weitere Sitzverteilung im Überblick:

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Patrick Janik (UWG). Er übernahm das Amt von Eva John (BMS), die von 2014 bis 2020 als erste Bürgermeisterin tätig war.

Auch interessant

Kommentare