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Einstimmig für Suche nach Tunnel-Alternative

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Starnberg - Der Starnberger Stadtrat will wissen, wie die Stadt durch eine Alternative zum B2-Tunnel vom Durchgangsverkehr entlastet werden kann. Einstimmig fiel in der Sondersitzung dieser Beschluss.

Bis zum 20. Oktober soll ein Konzept für eine Umfahrung vorliegen. Außerdem wird alles Bisherige zum Thema Verkehr den Stadträten vorgelegt.

Der vorherige Rat hatte einen solchen Beschluss stets gescheut wie der Teufel das Weihwasser. Warum, machte Dr. Jürgen Busse (UWG) deutlich: „Bis Jahresende entscheidet der Bund, ob er den Tunnel in den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 aufnimmt. Wenn der von der Stadt nicht gesetzt ist, sie sich mit Alternativen befasst, bedeutet das für den Bund, sie verabschiedet sich vom Tunnel.“ Er drang auf „ein anderes Signal“, was auch Fraktionskollege Prof. Otto Gaßner forderte: Eine erneute Bestätigung des Beschlusses zu Gunsten des Tunnels durch den neuen Stadtrat. Damit bissen sie aber nicht nur bei den Umfahrungsbefürwortern WPS, BMS, FDP und BLS auf Granit. Auch Hannelore Hartmann (CSU) lehnte jegliche Abstimmung ab, so lange sie nicht vollumfänglich über alles Gewesene informiert sei. Endergebnis: lediglich eine Protokollnotiz ohne Abstimmung, dass entsprechend der Rechtslage alte Stadtratsbeschlüsse bis zu anderslautenden weiter gelten.

Wie die Wortmeldungen zeigten, verbinden Tunnelfreunde und -gegner mit den einstimmigen Beschlüssen unterschiedliche Hoffnungen. CSU, UWG, Grüne und SPD erwarten, was Verkehrsreferent Stefan Frey (CSU) formulierte: „Der Tunnel ist die einzig greifbare Lösung. Davon bin ich weiter überzeugt.“ Er ist Initiator des Antrags, Bürgermeisterin Eva John möge „rasch“ ein Konzept für eine in kürzester Frist rechtssicher zu planende und zu verwirklichende Alternative zum Tunnel vorlegen. Die Beratung dieses Antrags war Gegenstand der Sondersitzung.

Die Tunnelgegner hoffen dagegen, es möge eine machbare Umfahrungslösung gefunden werden. „Tragen Sie die dann auch mit?“ wollte Markus Mooser (WPS) von Frey wissen. „Warum soll man darüber nicht reden“, zeigte sich der entgegenkommend.

Eher drohend klang Ludwig Jägerhuber (CSU) gegenüber John, der er in der Bürgermeisterwahl unterlegen war: „Sie haben den Bürgern Hoffnung gemacht, dass eine Umfahrung realisierbar ist. Daran werde ich Sie ganz besonders messen, das kann ich Ihnen versprechen.“ Johns Kommentar lautete: „Sehr überraschend.“ Sie plädierte für „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ und Einbindung der Bürger, so lange ein Umfahrungskonzept noch formbar sei. Frey und Mitstreiter wollen dagegen erst diskutieren, wenn ein Konzept vorliegt. Aber das war nur Nebenkriegsschauplatz.

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