Im Süden von Starnberg entsteht das Einheimischenmodell Am Wiesengrund. Jetzt werden Namen für die vier neuen Straßen gesucht.
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Im Süden von Starnberg entsteht das Einheimischenmodell Am Wiesengrund. Jetzt werden Namen für die vier neuen Straßen gesucht.

Räte auf der Suche

Wie sollen die Straßen im Starnberger Neubaugebiet Am Wiesengrund heißen? Ein Name gilt schon als gesetzt

  • vonMichael Stürzer
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Nach wem oder was werden die vier neuen Straßen im Einheimischenmodell Am Wiesengrund in Starnberg benannt? Die Verwaltung hat die Diskussion eröffnet.

Starnberg – Die vier neuen Straßen im Einheimischenmodell Am Wiesengrund im Süden Starnbergs sollen nach Starnberger Persönlichkeiten benannt werden. Das schlägt die Verwaltung vor, derzeit prüfen die Stadtratsfraktionen die Vorschläge. Als fast sicher gilt eine Konrad-Schreiegg-Straße in Erinnerung an den früheren Stadtpfarrer und Ehrenbürger.

Die Verwaltung hatte für den Stadtrat schon recht genau aufgelistet, welche Namen in Frage kämen und wie sie verteilt werden sollen. Bürgermeister Patrick Janik kassierte die Festlegungen jedoch und wollte den Fraktionen die Möglichkeit geben, eigene Vorschläge zu machen. Bis Ende der Woche sollen diese vorliegen.

Konrad Schreiegg und Erna Sturm auf der Liste

Das Rathaus hatte eine Reihe von Persönlichkeiten mit Bezug zu Starnberg herausgesucht, nach denen bisher keine Straße benannt ist. Nicht alle sind Starnberger. Ganz oben auf der Liste steht der langjährige Stadtpfarrer Konrad Schreiegg (1934-2012), seit 2007 Ehrenbürger „für 30-jährige seelsorgerische Tätigkeit in der Stadtpfarrei St. Maria Hilfe der Christen und den unermüdlichen Einsatz für das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Starnberg“.

Zweite Starnbergerin auf der Liste ist Erna Sturm, die 23 Jahre den Kindergarten am Hirschanger leitete. Einschätzung des Rathauses: „Sie hauchte dem Kindergarten nach den Kriegsjahren wieder Leben ein, indem sie Spielsachen und Mobiliar zur Aufrechterhaltung des Betriebs sammelte. Bei den Kindern und Eltern war sie als Vertrauensperson sehr geschätzt.“

Keine zu langen Namen - mit Gedanken an die Anwohner

Ebenfalls auf der Liste steht Anna Solf, Widerstandskämpferin gegen Hitler und 1954 in Starnberg gestorben. In Frage kommen auch die Künstler Richard Throll (Schöpfer der Galionsskulptur des Dampfers „Luitpold“), Lorenz Gedon (Innen- und Außengestaltung des Würmsee-Raddampfers Bavaria, 1877) und Augusta Alexandrine zu Eulenburg (Malerin, unter anderem Jordan-Häusl, ehemals Mühlbergstraße 1). Der Beschlussvorschlag sah letzten Endes Straßen für Schreiegg, Throll, Sturm und zu Eulenburg vor. Über die Vorschläge wurde im Stadtrat noch nicht groß diskutiert. Rudolf Zirngibl (CSU) empfand Augusta-zu-Eulenburg-Straße als viel zu lang. „Wir müssen auch an die Anwohner denken“, sagte er. Den Namen könne sich auch kein Kind merken.

Kurt Eisner wieder im Spiel

Dr. Franz Sengl (Grüne) brachte den Vorschlag Kurt Eisner wieder ins Spiel – nach ihm wollten die Grünen vor einiger Zeit die Kaiser-Wilhelm-Straße umbenennen, waren damit jedoch im Februar vorigen Jahres im Stadtrat gescheitert. Sengl erinnerte sich, dass seinerzeit eine andere Straße nach dem Politiker aus der Revolutionszeit nach dem Ersten Weltkrieg benannt werden sollte.

Markus Mooser (WPS) dachte beim Namen Wiesengrund eher an Namen aus der Natur. Es kamen aber auch konkrete Vorschläge. Eva John (BMS) regte an, Straßen nach Hans Beigel und Heiner Janik zu benennen. Letzterer war Landrat in Dresden und in München und ist der Vater von Patrick Janik. Diesen Vorschlag unterstützte Professor Otto Gaßner (UWG) sofort, wollte aber noch mehr Straßen umbenennen: „Ich finde Hauptstraße schon immer langweilig“, sagte Schon im Bauausschuss hatte Gaßner angeregt, dem Bahnhofplatz einen zum See passenden Namen zu geben.

Namensvorschläge bis Donnerstag

Bis Donnerstag dieser Woche können die Fraktionen nun weitere Vorschläge einreichen. Am 21. Juli wird das Thema wieder auf der Tagesordnung des Stadtrats stehen.

ike

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