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Vergebliche Mühe: Elternbeirat und Kinder der „Spielinsel“ hängten am Freitagmorgen Schilder auf, mittags waren sie weg. Helfen soll ein Tempolimit.

Verkehrssicherheit

Tauziehen um Tempo 30 in der Dinardstraße

Eltern sorgen sich um ihre Kinder, weil auf der Dinardstraße viele Autos fahren – und oft auch noch schnell. Eine Plakataktion am Freitag war kein durchschlagender Erfolg. Dabei gibt es seit Wochen eine Anordnung für zeitweises Tempo 30 vor der Kindereinrichtung „Spielinsel“.

Starnberg– Die Aktion war gut gemeint, doch die Eltern hatten die Rechnung ohne das Ordnungsrecht in Starnberg gemacht: Am Freitag montierte der Elternbeirat mit einigen Kindern drei „Achtung Kinder“-Plakate, die eine Mutter bei einer Aktion des Radiosenders Antenne Bayern organisiert hatte. Der Sender hatte dazu Hinweise gegeben, wo die Plakate nicht angebracht werden dürften – an Verkehrszeichen etwa. Daran hielten sich die Eltern, nicht wissend, dass „Verkehrszeichen“ ein dehnbarer Begriff ist. Am Freitagmittag jedenfalls waren zwei der drei Plakate abmontiert – von der Polizei. Am Problem der Eltern änderte sich daher nichts – das teils hohe Tempo auf der Dinardstraße, die trotz ihrer scheinbar geringen Größe eine Staatsstraße ist.

Die Eltern wünschen sich schon seit langer Zeit ein Tempolimit vor der „Spielinsel“, was auch vom Stadtrat unterstützt wird. Allerdings ist das alles nicht so einfach: Die Stadt will Tempo 30 auf der gesamten Dinardstraße, die rund 250 Meter lang ist. Tempo 30 auf Staatsstraßen geht in den meisten Fällen aber nicht – es sei denn, man nutzt eine neue Regelung, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Schulen, Kindereinrichtungen und dergleichen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Deswegen ordnete das Landratsamt als zuständige Verkehrsbehörde schon vor Monaten ein Limit vor und nach der „Spielinsel“, nicht jedoch auf ganzer Länge an. Zudem sollte Tempo 30 nur montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr gelten – wenn die Kindereinrichtung in Betrieb ist. Das gefiel der Stadt und den Stadträten nicht, sie blieben bei ihrer Forderung.

Passiert ist seit dem Frühjahr nichts, als die Anordnung erging. Nach Angaben von Bürgermeisterin Eva John liegt das nicht an der Stadt: Die Anordnung sehe eine Beschilderung durch das Staatliche Bauamt Weilheim vor. Die Stadt dürfe daher keine Schilder aufstellen. Auf eine E-Mail dazu von Ende Oktober habe die Verwaltung bisher keine Antwort erhalten. Man werde versuchen, diese Woche auf Vorgesetztenebene eine Klärung herbeizuführen. Die Stadt halte jedoch an ihrer Forderung nach Tempo 30 auf ganzer Länge fest – trotz drei Ablehnungen durch das Landratsamt. Vom Staatlichen Bauamt lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Weil es keine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt, wollten die Eltern wenigstens um Vorsicht bitten. Sind größere Kindergruppen an der Straße unterwegs, erzählt eine Mutter, Julia Leitner, fahren die meisten langsam. Allerdings müssen sich die Eltern beim Bringen behelfen, da die Parkplätze an der Einbahnstraße links sind – Kinder normalerweise aber rechts aussteigen. Manche Autofahrer, so ihr Eindruck, geben aber auf der Geraden auch noch Gas.

Nachdem die Plakate unter anderem an Laternen hingen – was in Starnberg nicht erlaubt ist –, hatte die Polizei sie auf Hinweis des Landratsamtes abgenommen. Tempo 30 nach der Anordnung befürwortet die Polizei, erklärte Verkehrssachbearbeiter Johannes Bauer auf Anfrage.

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