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Wer gibt uns ein Zuhause? Auch diese Katze wartet im Tierheim auf ein neues Frauchen oder Herrchen.

Tierschutzverein zieht Bilanz

Tierheim platzt aus allen Nähten

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Starnberg - Das Starnberger Tierheim ist – leider – voll belegt. Im Jahr 2016 gab es einige Fälle, die die Helfer an ihre Grenzen brachten. Ein Rückblick.

Wenn Christine Hermann an ihrem Schreibtisch im Büro des Starnberger Tierheims sitzt, hat sie viel Gesellschaft. Ihr gegenüber sitzen dann einige Kaninchen. Die Tierheimleiterin berichtet: „Wir haben auch welche im Bad und in der Dusche.“ Was sich putzig anhört, hat aber einen traurigen Grund.

Im Landkreis gab es nämlich einen tragischen Fall von „Animal Hoarding“ (Tierhortung). Ein Halter aus dem Landkreis hatte 74 Kaninchen – die zuletzt in einem katastrophalen Zustand“ im Starnberger Tierheim landeten, wie Hermann sagt (wir berichteten). „Das sprengt alles.“ Vor zwei Jahren hatte es einen ähnlichen Fall im Landkreis gegeben – damals retteten die Helfer sogar 144 Kaninchen.

Wegen solcher Fälle geraten die sechs Tierpfleger in den Räumlichkeiten des Starnberger Tierheims an ihre Grenzen. „Sie haben alle Hände voll zu tun“, sagt Christine Hermann. Schließlich beherbergt das Tierheim neben den Kaninchen noch 20 Hunde, 40 Katzen und insgesamt 200 Kleintiere wie Meerschweinchen, Vögel und eben die Kaninchen.

Heuer habe vor allem aber die Zahl der Igel und Eichhörnchen zugenommen, sagt Hermann. Die oft geschwächten Tiere finden im Starnberger Tierheim rettenden Schutz, um die Kälte des Winters zu überleben. Nach dem Winter sollen viele der Tiere ausgesetzt werden.

„Ungewöhnlich ist, dass wir heuer viele junge Katzen bekommen haben.“ Die werden auch zu dieser Jahreszeit noch draußen geboren. „Im Frühling kommen für uns dann die Vögel“, sagt Hermann. Auch deshalb brauche es wieder Abgänge. „Bei den Kleintieren sind wir absolut an der Grenze“, betont Hermann, „da passt keine Maus mehr rein.“ Auch bei den Hunden hofft sie auf Vermittlungen.

Manche „Dauer-Insassen“ seien aber fast ohne Chance auf eine neue Familie. „Herdenschutzhunde sind einfach schwierig mit ihrer Art“, sagt Hermann. Daher sei sie froh über das in diesem Jahr eingeführte Programm für diese Dauer-Insassen. Eine Hundetrainerin kommt regelmäßig vorbei, um sich mit ihnen explizit zu beschäftigen.

Nachdenklich blickt die Tierheimchefin auf einen Fall Ende April zurück – bis dahin war es die grausamste Geschichte, die sie je erlebt hatte. Zwei Welpen wurden am Waldrand auf der Max-JosefHöhe in Starnberg ausgesetzt. In einem fest verschnürten Karton hatten sie quasi keine Überlebenschance. Eine Spaziergängerin fand die Zamperl und übergab sie dem Tierheim. „Einen Tag später wären sie tot gewesen“, sagte Hermann damals. Heute blickt sie zurück und sagt: „Ein paar ausgesetzte Tiere haben wir leider jedes Jahr.“

Einer der Hauptgründe dafür: „Jedes Jahr bringen die Menschen mehr Tiere aus dem Ausland mit.“ Besonders häufig seien Fälle mitgebrachter Hunde aus Spanien oder Griechenland. „Daheim merken die Halter dann, dass der Hund nicht so ist, wie sie gedacht haben oder wie er ihnen beschrieben wurde.“ Beispielsweise habe sie erst jüngst einen Hund aufgenommen, der sein Essen vehement verteidigte und dabei ein Kind gebissen hat.

Damit das Tierheim für die zahlreichen Fälle gewappnet ist, fanden heuer zahlreiche Umbaumaßnahmen statt. „Das war ein ganz ereignisreiches Jahr“, sagt Hermann. Angefangen beim Eichhörnchen-Haus, das im Frühling angebaut wurde, über die neue Einrichtung des Arztzimmers bis zu einem neuen Abteil für Katzen. „Wir haben ein altes Gebäude, da ist auch immer was zu renovieren“, sagt Hermann. Ein großer Raum für Igel ermöglicht etwa, dass heuer 60 der kleinen Tiere überwintern können.

Mit Sorge allerdings blickt das Tierheim auf die Bewältigung der vielen Fälle. Die zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins, Gabriele Söhn, erklärt: „Das Problem ist, dass die Kosten explodiert sind.“ Höhere Energiekosten, deutlich mehr Tiere – „zugleich ist aber das Spendenaufkommen wie bei allen Vereinen rückläufig“, sagt sie und betont: „Wir bräuchten dringend Spenden.“ Zuletzt habe das Tierheim fünf Hunde einer verstorbenen Dame aufgenome. „Die waren in einem desaströsen Zustand“, berichtet Söhn. Alleine die Erstversorgung habe pro Hund 1000 Euro gekostet. „Und wir bräuchten dringend mehr Mitglieder“, sagt sie. Damit das Tierheim nicht nur mehr Insassen, sondern bald auch mehr Unterstützer zählt.

Wer das Tierheim unterstützen möchte oder sich für ein Tier interessiert, kann sich unter z (0 81 51) 87 82 melden.

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