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Die Tat ereignete sich unweit des Bahnhof See.

Gericht verurteilt 23-Jährigen

Mehr als sieben Jahre Haft für Vergewaltiger von Starnberg

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Das Landgericht München II hat den 23 Jahre alten Iraker verurteilt, der vor gut einem Jahr an der Starnberger Seepromenaden eine junge Frau vergewaltigt hatte.

Starnberg/München –Immer wieder fährt er sich durch sein dichtes Haar, streift den Bart, dann vergräbt Bader I. (23) das Gesicht ganz in seinen Händen. Die Worte des Richters – sie sind eindeutig. „Sie haben diese Frau gebrochen“, sagt der Vorsitzende. „Sie haben ihre Hilflosigkeit erkannt und eiskalt ausgenutzt.“ Und er habe Gianna P. (Name geändert) in Todesangst versetzt – ihr Leben sei nach dieser Tat „nicht mehr dasselbe“.

Sieben Jahre und zwei Monate muss Bader I. nun ins Gefängnis. Wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht München II den Iraker am Mittwoch verurteilt. „Dreist und kaltblütig“ sei die Tat gewesen, hatte zuvor die Staatsanwältin kritisiert und sogar eine noch höhere Strafe gefordert.

Bader I. (23) beim Prozessauftakt vor dem Landgericht.

Am 6. August 2016 hatten Täter und Opfer die Karibische Nacht in H’ugo’s Beachclub im Undosa besucht. Ausgelassen hatte Bader I. dort getrunken und getanzt. Seine Anmach-Versuche hatte die damals 22-Jährige deutlich abgewehrt. Frühmorgens auf dem Rückweg von der Party sahen sich beide durch Zufall wieder. Am Bahnhof See hatte Gianna P. ihre Freunde verloren – die nächste Bahn fuhr erst rund eine Stunde später.

Bader I. bemerkte, dass sich die junge Frau nicht auskannte und sagte: „Komm, ich zeig dir einen schnelleren Weg nach München.“ Eine Finte. „Sie vertraute sich ihm an“, resümiert der Richter. Im Dunkeln begann Bader I., seinen Arm um Gianna P. zu legen. Zweimal wehrte sie ihn ab, dann warf er sie in einem Gebüsch an der Seepromenade zu Boden, setzte sich auf sie und riss ihr die Kleidung vom Körper. „Nein, nein, nein“ – immer wieder habe Gianna P. diese Worte laut geschrien in der Hoffnung auf Hilfe. Doch niemand hörte sie. Und Bader I. drückte ihr die Luft ab. Schließlich ließ sie die Vergewaltigung über sich ergehen – aus Angst zu sterben. „Sie hatte keine Chance“, sagt der Richter.

Die Tat hatte Bader I. vor Gericht größtenteils zugegeben, redete sich aber heraus: Er habe viel getrunken und einige Erinnerungslücken. Die Staatsanwältin machte das Verhalten des Angeklagten vor Gericht wütend. Bader I. habe „brutal, rücksichtslos und menschenverachtend“ gehandelt und die Frau „als bloßes Sexobjekt“ benutzt, „um seine Begierde zu befriedigen“, stellte sie klar.

Dessen Entschuldigung hatte Gianna P. vor Gericht nicht angenommen und mutig gegen ihn ausgesagt. „Sie hat den Vorfall einigermaßen gut verarbeitet“, sagte der Richter. Auch er fand in der Urteilsbegründung deutliche Worte für den Vergewaltiger. „Traurig“ nannte er dessen Situation: Als Flüchtling gekommen, um ein neues Leben zu beginnen – sich dann aber „hängen lassen“, statt die Familie nachzuholen, was der Plan war. Einen Deutschkurs? Darauf hatte Bader I. „keinen Bock“, so der Richter. Stattdessen hing er in Starnberg rum. „Meist am Bahnhof. Um Frauen anzubaggern.“

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