Im Gedenken an die Toten von Krieg, Terrorismus und Gewalt: Bürgermeister Patrick Janik, Oberst Rainer Simon und Landrat Stefan Frey (vorne v.l.) legten die Kränze am Kriegerdenkmal nieder, Dieter Ladenburger (hinten l.) und Christian Zeller hielten Wache.
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Im Gedenken an die Toten von Krieg, Terrorismus und Gewalt: Bürgermeister Patrick Janik, Oberst Rainer Simon und Landrat Stefan Frey (vorne v.l.) legten die Kränze am Kriegerdenkmal nieder, Dieter Ladenburger (hinten l.) und Christian Zeller hielten Wache.

Volkstrauertag

Nie wieder Krieg

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Landrat Stefan Frey, Bürgermeister Patrick Janik und Vertreter der Bundeswehr haben am Volkstrauertag gestern der Opfer von Krieg, Terrorismus und Gewalt gedacht. Die Kranzniederlegung auf dem Starnberger Waldfriedhof fand aus Gründen der Pandemie im ganz kleinen Rahmen statt.

Starnberg – Keine Fahnenabordnungen der Vereine, keine Besucher und Angehörigen, keine Reden – auch den Volkstrauertag am gestrigen Sonntag in Starnberg hatten die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen voll im Griff. Dass dieser Tag 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieg nichts von seiner Aktualität und Notwendigkeit eingebüßt habe, machte Bürgermeister Patrick Janik bei der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal auf dem Waldfriedhof deutlich. Der Volkstrauertag sei auch „ein Tag des Nachdenkens darüber, wie wir heute auf Krieg und Gewalt reagieren und was wir ganz persönlich für Freiheit und Menschlichkeit auf der Welt tun können“, sagte Janik laut einer vorab verteilten Stellungnahme.

„Die jüngsten heimtückischen Anschläge in Frankreich und Österreich ermahnen uns, dass wir gemeinsam in Solidarität zusammenstehen müssen“, sagte Janik. Gerade die Deutschen wüssten aus ihrer Geschichte sehr genau, „dass Frieden, Freiheit und Demokratie nicht von allein entstehen und nicht von allein erhalten bleiben.“ Vielmehr brauche die Demokratie Menschen, „die sie erkämpfen und bewahren, die sie schützen und stärken“, sagte Janik. „In Starnberg gibt es sehr viele Bürgerinnen und Bürger, die sich in Initiativen, Vereinen oder Organisationen für Toleranz, Frieden, gegenseitige Achtung und Respekt vor den Werten anderer Menschen einsetzen.“ Ihnen gebühre Dank – verbunden mit der Ermutigung, auch „in dieser schweren Zeit unsere Erinnerungskultur lebendig zu halten“.

Für Landrat Stefan Frey ist der Volkstrauertag auch deshalb wichtig, weil die meisten Zeitzeugen mittlerweile nicht mehr am Leben sind. „Die Geschichte beginnt damit zu verschwimmen“, erklärte er. Dieser Tag aber sei ein guter Grund, die Geschehnisse des Ersten und Zweiten Weltkrieges in das Gedächtnis zurückzurufen und sich zu erinnern, was damals geschehen ist. „Nie wieder, muss es auch heute heißen“, betonte Frey. „Nie wieder darf das passieren, was Europa und die Welt in den Abgrund geführt und was Zerstörung und millionenfachen Tod gebracht hat.“ Geschichte dürfe sich in dem Fall nie mehr wiederholen. „Der Spaltung von Gesellschaft, Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz müssen wir eine klare Absage erteilen“, sagte Frey. Ein solidarischer behutsamer Umgang miteinander sei „gerade in der heutigen Zeit der scheinbar grenzenlosen Freiheit“ wichtig.

Eindringliche Worte fand auch Oberst Rainer Simon, der Kommandeur der Schule für Informationstechnik der Bundeswehr aus Feldafing. „Wenn wir an diesem Volkstrauertag gemeinsam der Toten gedenken, haben wir uns nicht nur der Vergangenheit, sondern vielmehr ihrem Vermächtnis zu stellen“, sagte er. „Durch das Opfer ihres Lebens verpflichten uns die Toten, Frieden und Menschenwürde zu verwirklichen, Freiheit und Menschenrechte wahr und haltbar zu machen.“ Ausdrücklich erinnerte Simon auch an alle Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr und deren Verbündeten, „die derzeit an Brennpunkten des Weltgeschehens zur Wahrung des Friedens im Einsatz sind“. Sie setzten ihr Leben ein, um Aggression und Unfrieden entgegenzutreten. „Diese Bereitschaft bedeutet noch mehr: Sie ist für uns alle eine Verpflichtung, in jedem Ernstfall nicht die Aggression, sondern die Vernunft siegen zu lassen“, betonte Simon.

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