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Wie „Luigi“ zur Markt-Attraktion wurde

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Die Ape auf dem Samstagsmarkt: Linda Kadner und Daniel Lichtenstein sind mit ihrer mobilen Bar „Luigi“ einer der neuen Anziehungspunkte auf dem Kirchplatz. 
Die Ape auf dem Samstagsmarkt: Linda Kadner und Daniel Lichtenstein sind mit ihrer mobilen Bar „Luigi“ einer der neuen Anziehungspunkte auf dem Kirchplatz.  © Andrea Jaksch

„Luigi“ ist ein echter Hingucker auf dem Starnberger Samstagsmarkt: Mit schicken Flügeltüren, eleganter Theke aus Bootsholz und frisch eingekühltem Champagner bringt die mintfarbene Oldtimer-Ape nicht selten Marktbesucher zum Verweilen. In Tracht schenken die Starnberger Linda Kadner und Daniel Lichtenstein aus – für sie ist es die Verwirklichung des Traumes von einer mobilen Bar.

Starnberg – „Die Idee dahinter ist einfach“, sagt Linda Kadner (39), „Ich hatte schon sehr lange den Traum von einer eigenen Bar.“ Und da es in Starnberg schwer gewesen sei, eine geeignete Location zu finden, entstand die Idee einer mobilen Bar. Diese ruhte eine Weile, bis Kadner gemeinsam mit ihrem Partner Daniel Lichtenstein (39) den Starnberger Samstagsmarkt auf dem Kirchplatz besuchte. „Wir haben vorher in Stuttgart gewohnt“, erzählt Lichtenstein, „und uns schon immer mit Freunden auf dem Markt getroffen. Das war in Starnberg gar nicht gegeben.“ Und so reifte die Idee einer mobilen Bar mit Marktatmosphäre heran. Anfang des Jahres sprach Kadner mit der Wirtschaftsförderung und dem Gewerbe und beantragte eine Genehmigung. Kadners Idee passte gut zum Plan der Stadt, den Samstagsmarkt aufzuwerten – und so war schnell die „Bubble Boutique“ gegründet. „Da war aus diesem ,hab ich noch im Kopf‘ innerhalb weniger Wochen was Konkretes geworden“, so Kadner.

Gemeinsam mit Lichtenstein stürzte sie sich in die Planung – zusätzlich zu ihrer eigentlichen branchenfernen Tätigkeit im „Business Development“. Die beiden zeichneten Entwürfe und schnell war klar, der Wochenmarkt brauchte etwas, das zu seinem Flair passt. „Wir wollten außerdem was Italienisches“, so Lichtenstein. „Da passt eine Oldtimer-Ape perfekt.“ Wochenlang hätten sie Onlineplattformen in Deutschland und Italien durchsucht und Händler kontaktiert, fanden aber nur Angebote für neue Apen. „Die hatten zu wenig Charme“, so Kadner. Schließlich klappte es dann doch noch mit dem Oldtimer. 32 Jahre ist „Luigi“ alt. Er stammt aus den Weinbergen in Alba (bei Turin) und wurde als Nutzfahrzeug im Weinbau verwendet. Von Italien ging es für „Luigi“ über Deutschland in die Niederlande, wo ein auf Foodtrucks spezialisiertes Unternehmen sich um den Außenaufbau kümmerte und die Flügeltüren montierte.

Viel Arbeit: Starnberger-See-Flair vermittelt Mahagoni-Bootsholz auf der Theke.
Viel Arbeit: Starnberger-See-Flair vermittelt Mahagoni-Bootsholz auf der Theke. © privat

„Den Innenumbau haben wir dann selbst hier in Starnberg gemacht“, erzählt Lichtenstein. Dafür mieteten sich die beiden extra eine Garage. „Ich bin jeden Abend nach der Arbeit hin und hab geschliffen, gebaut und gefeilt.“ Damit die Ape auch wirklich zu Starnberg passt, entschieden sie sich für einen Tresen aus Mahagoni-Bootsholz. Sowohl der Starnberger Bootsbauer Rambeck als auch der Tutzinger Bootsbauer Thomas Kohlschovsky unterstützten die beiden mit Tipps und Tricks. „Sie haben uns erklärt, wie man Bootsholz bearbeitet“, so Lichtenstein. „Man muss zum Beispiel den Bootslack achtmal auf jeder Seite auftragen.“ Auch eine Schreinerei und eine Autowerkstatt nahe der Garage standen mit Rat und Tat zur Seite, um „Luigi“ den letzten Schliff zu geben. „Es hat sich so eine kleine Gemeinschaft gebildet“, sagt Kadner. „Wir haben ein großes Miteinander erlebt.“

In der Nacht vor dem ersten Verkaufstag auf dem Markt war die Ape schließlich fertig. Parallel hatte Kadner sich bereits um Lieferanten gekümmert: „Was Traditionelles war uns wichtig“, sagt die Starnbergerin. Deshalb entschied sie sich für den Sekt des Stuttgarter Unternehmens Kessler. Mit dem Champagner sei es schwieriger gewesen, denn dieser dürfe sich nur Champagner nennen, wenn er auch wirklich in der Champagne hergestellt wird, doch auch da wurde sie fündig. Seit Juni schenken die beiden nun jeden Samstag bei gutem Wetter auf dem Markt aus. „Wir freuen uns, dass es jede Woche eine größere Community gibt, die uns unterstützt“, sagt Lichtenstein. „Wichtig ist, dass wir durchhalten, das etablieren und zu einem schönen Treffpunkt für Starnberger machen.“ Und dafür sind sie auf einem guten Weg.

Die blauen Sitzkissen laden zum Verweilen ein, bestellt jemand eine ganze Flasche, wird die Seifenblasenmaschine angeschaltet. „Es ist ein sehr schönes Gefühl“, sagt Kadner. „Man hat genau das getroffen, was einem selbst gefehlt hat und wo viele Leute dahinterstehen. Egal ob sie auch etwas trinken, aber viele bleiben einfach nur stehen und sagen uns, wie schön das ist.“ VANESSA LANGE

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