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Frauenpower an der SPD-Spitze: Vorsitzende Julia Ney mit Christiane Falk und Sissi Fuchsenberger (v.l.).

Julia Ney bleibt Kreisvorsitzende

Winklmeier-Wechsel schüttelt Landkreis-SPD durch

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Julia Ney bleibt weitere zwei Jahre Vorsitzende der SPD im Landkreis – das aber nur, weil der gescheiterte Bundestagskandidat Christian Winklmeier nächstes Jahr sein Glück bei der Landtagswahl versuchen will. Antreten wird er allerdings nicht mehr in Starnberg.

Landkreis – Der Plan des SPD-Kreisvorstands sah auf dem Papier gut aus: Julia Ney (40), die im Frühling ihr zweites Kind erwartet, gibt nach vier Jahren den Vorsitz ab und zieht sich auf einen Stellvertreter-Posten zurück. Dafür rückt der 26 Jahre alte Christian Winklmeier an die Spitze des 442 Mitglieder starken Kreisverbandes. Aber wie es mit Plänen so ist: Es kommt manchmal anders.

Winklmeier nämlich versucht, künftig außerhalb des Landkreises Karriere zu machen. Trat er bei der Bundestagswahl im September noch als SPD-Kandidat im Stimmkreis Starnberg/Landsberg an, schielt er bei der Landtagswahl im kommenden Jahr auf die Kandidatur im Stimmkreis Landsberg/Fürstenfeldbruck-West. Die Folgen: Der in Gilching lebende Winklmeier wird nicht Ney-Nachfolger an der Spitze der Landkreis-SPD – und er steht auch nicht für eine Landtagskandidatur in „seinem“ Kreis Starnberg zur Verfügung.

Letzteres kann Julia Ney verschmerzen. „Er war für uns ohnehin kein Thema als Landtagskandidat“, sagte sie am Rande der SPD-Mitgliederversammlung am Mittwochabend in der „Fattoria“ in Drößling gegenüber dem Starnberger Merkur. Und was den Vorsitz der Partei anbelangt: Ney macht’s einfach noch mal. Der Vorstand sei ein gutes Team, sagte sie den 43 anwesenden Delegierten. Zudem habe eine ihrer beiden Stellvertreterinnen, die Starnberger Stadträtin Christiane Falk, bereits angeboten, in der ersten Zeit nach der Geburt des Kindes die Geschäfte zu führen.

Am Elan dürfte es nicht mangeln. „Die Leidenschaft für diese Partei hat mich nie verlassen“, sagte die in Gauting lebende Ney. Auch nach dem schlechten Bundestagswahlergebnis sei „die SPD zu stolz, um auf ihr herumhacken zu können“. Dennoch gelte es, die Wahlschlappe aufzuarbeiten und die richtigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Für den Februar 2018 plant sie eine zweitägige Klausur, bei der sich auch die Mitglieder einbringen sollen. „Veränderung beginnt nicht oben, sondern bei uns.“

Mit 35 Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen wurde die 40-Jährige schließlich für zwei Jahre wiedergewählt. Neben Christiane Falk wurde Sissi Fuchsenberger aus Berg wie bisher zur Stellvertreterin gewählt. Den engeren Vorstand komplettieren Nico Wunderle als Schatzmeister, Marc Weigand als Schriftführer, Andreas Schöpf als Internetbeauftragter und Marion Koppelmann als Mitgliederbeauftragte.

Und Christian Winklmeier? Er war bis Mittwoch einer von Julia Neys Stellvertretern, ist künftig nur noch Vertreter im Oberbayern-Ausschuss der Landkreis-SPD. Er sei vor einigen Wochen aus dem anderen Stimmkreis angesprochen worden, sagte er den Delegierten: „Und ich will es versuchen, dort für den Landtag zu kandidieren.“ Entscheiden muss darüber letztlich eine SPD-Versammlung.

Im Gespräch mit dem Merkur erklärte der 26-Jährige, dass der Kontakt über den früheren Puchheimer Bürgermeister Herbert Kränzlein zustande gekommen sei, der bei der Landtagswahl 2013 im Stimmkreis Landsberg/Fürstenfeldbruck-West angetreten war. Auch von Landsberger Genossen habe er bereits Zuspruch erhalten, sagte Winklmeier, der bei der Bundestagswahl unter dem Slogan „Anpacken statt granteln“ angetreten war.

„Die Landtagskandidatur war für mich kein Masterplan“, sagte Winklmeier, der in Gilching dem Gemeinderat angehört. Gleichwohl reize ihn die Aufgabe. Wohnungs-, Flüchtlings- und Strukturpolitik nannte er als seine großen Themen.

Wen die Starnberger Genossen 2018 ins Rennen um einen Sitz im Maximilianeum schicken, ist noch unklar. „Wenn alles gut geht, werden wir es in den nächsten drei Wochen wissen“, sagte Julia Ney.

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