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Mit Europafahne und Demokratie-Brezn: Auf dem Kirchplatz setzten etwa 30 Teilnehmer um Landrat Karl Roth (Mitte) am Samstagnachmittag einen „Impuls für Europa“. 

„Der Aufwand hat sich gelohnt“

Woche der Demokratie in Starnberg - Organisatoren ziehen positive Bilanz

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Die Organisatoren der „Woche der Demokratie“ haben eine positive Bilanz ihrer Veranstaltungen gezogen. Was den Protest gegen die Kundgebung der AfD anbelangt, gibt es aber auch kritische Stimmen.

Starnberg – Mit einem „Impuls für Europa“ ist am Samstagnachmittag auf dem Starnberger Kirchplatz die Woche der Demokratie zu Ende gegangen. Etwa 30 Teilnehmer waren zu der Kundgebung gekommen, darunter auch Landrat Karl Roth. Nach insgesamt sieben Veranstaltungen und dem lautstarken Protest gegen die AfD-Kundgebung auf dem Kirchplatz am Donnerstag zogen die Organisatoren des Bündnisses „Starnberger Dialog“ eine positive Bilanz. „Die Woche hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich für Demokratie einzusetzen“, sagte die Grünen-Landratskandidatin Martina Neubauer gestern dem Starnberger Merkur. Sie sei „sehr zufrieden“ mit dem Ablauf der zurückliegenden Tage.

Auch der evangelische Pfarrer Dr. Stefan Koch zog ein positives Urteil: „Der Kraftaufwand hat sich gelohnt“, erklärte er auf Anfrage. Vor allem die Breite des Bündnisses mit führenden Personen von CSU, Grünen, SPD und FDP sei sehr gut gewesen. Damit habe der Starnberger Dialog sein Ziel erreicht, positive Kontrapunkte gegen Rassismus und Intoleranz zu setzen. Daran ändere auch das meist nur überschaubare Publikumsinteresse bei den politischen Diskussionen und kulturellen Angeboten nichts. „Wir wollen den Erfolg nicht nur an der Zahl der Besucher messen“, sagte Koch.

Neubauer äußerte sich positiv über Protest gegen AfD

Ähnlich äußerte sich Neubauer. Wichtiger als die reine Teilnehmerzahl sei die Präsenz des Themas gewesen. Darüber hinaus sprach sie von einer „tollen Zusammenarbeit“ aller Beteiligten. „Der Konsens der demokratischen Parteien“ stehe. Mit 250 Bürgern mobilisierte die Protestdemonstration gegen die AfD-Kundgebung die meisten Teilnehmer. „Deswegen war auch klar, dass zu unserem Impuls für Europa am Samstag nicht mehr so viele kommen“, sagte Neubauer, die sich bereits am Donnerstag positiv über den starken Protest gegen die AfD geäußert hatte.

Pfarrer Koch: „Nur Pfeifen und Dagegensein reicht nicht“

Pfarrer Koch sah die Demonstration differenziert. Es sei richtig, zu zeigen, dass die Mitte der Gesellschaft gegen die AfD und deren Parolen aufsteht. Dazu gehöre, dass dieser Protest auch einmal laut werden könne. Gelungen sei auch das Motto „Wir machen sauber“ gewesen, um den Kirchplatz nach dem AfD-Auftritt mit Besen und Schaufel symbolisch zu reinigen und allen Starnbergern wieder zu übergeben. Aber: „Nur Pfeifen und Dagegensein reicht nicht“, sagte er angesichts des Dauerlärms. „Konfrontation ist nicht das, was uns voranbringt.“ Vielmehr müsse die Aufgabe sein, AfD-Anhänger in die Mitte der Gesellschaft zu integrieren. „Wir sollten nicht auf jede Provokation mit Provokationen antworten.“

Ähnlich hatte sich bereits am Donnerstag das FDP-Ehrenmitglied Rainer Hange geäußert, wie Koch und Neubauer einer der Mitbegründer des Starnberger Dialogs. (wir berichteten). Im Juli will sich das Bündnis zur Nachbesprechung treffen und die Ereignisse aufarbeiten.

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