Güterichter als Schlichter in Streitfällen
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Aus dem Gerichtssaal

Zwei Einbrüche und rüde Drohungen

  • Nina Gut
    vonNina Gut
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Ein 25-jähriger Koch aus Starnberg muss sich vor dem Landgericht wegen mehrerer schwerwiegender Taten verantworten. 

Starnberg/Tutzing – Er soll sich auf Einbruchstour im Landkreis Starnberg gemacht haben. Laut Anklage hat er dabei zwei Häuser in Starnberg und Tutzing „geknackt“. Zu guter Letzt habe er dann auch noch einen Bekannten bedroht und beraubt. So steht es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, die einen 25 Jahre alten, gelernten Koch aus Starnberg vor dem Landgericht München II angeklagt hat. Seit Donnerstag muss er sich dort verantworten. Doch der Mann schweigt. „Es werden derzeit keine Angaben zur Person und zur Sache gemacht“, sagte Verteidiger Uwe Paschertz zu Prozessauftakt.

Zu Beginn der Verhandlung trafen sich die Prozessbeteiligten zu einem Rechtsgespräch, um einen so genannten Deal auszutarieren. Doch eine Verständigung scheiterte. Zu weit lagen die Vorstellungen auseinander. Die Staatsanwältin forderte eine Haftstrafe von vier Jahren. Der Verteidiger dagegen stellte sich eine Strafe von lediglich einem Jahr vor. Die Strafkammer wiederum war der Ansicht, dass eine Gesamtstrafe von zweieinhalb bis drei Jahren in Betracht käme. Doch darauf konnte man sich nicht einigen. Darum müssen nun alle Zeugen gehört werden.

Tutzingerin leidet lange unter Folgen des Einbruchs

Als erste sagte eine Professorin (39) aus Tutzing aus. Als sie im April 2019 mit ihrem Mann und den beiden kleinen Kindern aus dem Osterurlaub nach Hause kam, hatte jemand eine Terrassenscheibe eingeschlagen und war eingedrungen. „Das war alles ganz unwirklich für mich“, sagte die Professorin. Der Einbrecher hatte alles durchwühlt und mehrere Gegenstände gestohlen, darunter eine Herrenuhr, Schmuck der 39-Jährigen, das Taufkettchen eines Kindes sowie Bargeld. Der Schaden betrug mehr als 8000 Euro.

Die Frau hatte noch längere Zeit Angstgefühle, vor allem, wenn sie allein mit den Kindern zu Hause war. „Ich war sehr sensibel auf Geräusche und habe schlecht geschlafen.“ Inzwischen sei es zwar besser, doch wenn die Erinnerungen zurückkommen, sowie bei der Ladung zu Gericht, gehe es ihr wieder schlechter.

Angeklagter soll Frau massiv bedroht haben

Laut Anklage brach der 25-Jährige zur Osterzeit auch in ein Haus in Starnberg ein, durchsuchte es so lange, bis er den Schlüssel zum Tresor fand und öffnete diesen. Er stahl Schmuck und Silberbesteck im Wert von 11 000 Euro. Im August 2019 soll der Angeklagte dann einen Bekannten bedroht haben. Im Zuge einer Autofahrt von Söcking nach Starnberg habe er eine schwarze Schusswaffe aus einer Umhängetasche gezogen und dem Mann mitgeteilt, dass ein gemeinsamer Bekannter ihm 14 000 Euro schulde. Der bedrohte Mann solle bis zum Abend des 7. August Geld, Schmuck oder Drogen auftreiben. „Die Sache muss heute geregelt werden“, soll der 25-Jährige gesagt haben. Der bedrohte Mann gab an, dass er keine 14 000 Euro zur Verfügung habe. Als er 70 Euro aus seinem Geldbeutel nahm, entriss ihm der 25-Jährige das Geld und behielt es.

In der Nacht soll der Angeklagte dann die Söckinger Lebensgefährtin des Mannes angerufen haben, der ihm angeblich 14 000 Euro schuldete. Er drohte ihr, dass er ihren Freund „schlachte“ und seinen „Kopf rollen“ lassen werde.

Es sind drei weitere Verhandlungstermine vor dem Landgericht München II angesetzt.  

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