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Keine Nachwuchssorgen: 70 Kinder unter 15 Jahren haben sich dieses Jahr für die Ergo-Regatta angemeldet. 

IDM im Ergometer-Rudern

Zwei Weltmeister in der Schlossberghalle

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Die Starnberger Schlossberghalle verwandelt sich am Samstag wieder zum Mekka der Ergometer-Ruderer. Der Münchener Ruder- und Segelverein veranstaltet die Internationale Deutsche Meisterschaft. Mit dabei: zwei frisch gebackene Weltmeister.

StarnbergDie schlechte Nachricht zuerst: „Die absoluten Top-Leute sind nicht am Start“, verkündet Thomas Thallmair vor der Deutschen Meisterschaft im Ergometer-Rudern. Der Organisationschef der Trockenregatta hat dafür absolutes Verständnis. Der Fahrplan für die Olympischen Spiele bringt in diesem Jahr manches durcheinander. Die nationale Elite stählt sich zurzeit im Trainingslager in Portugal. Erst drei Boote des Deutschen Ruderverbands haben das Ticket für Tokio in der Tasche. Die anderen müssen im Mai in Luzern nachsitzen, um Ende Juli in Japan an den Start gehen zu können. Da versteht es sich von selbst, sich jetzt mächtig in die Riemen zu legen. Tokio 2020 sorgt nicht nur dafür, dass in diesem Jahr bei der Spitze alles viel schneller und geraffter läuft. Alle Athleten sind von diesem Terminplan betroffen – auch die Ergometer-Rallye in Starnberg. Zumindest „fallen wir nicht auf den Fasching“. Thallmair ist froh, dass seine Veranstaltung dieses Mal nicht mit dem Höhepunkt der närrischen Zeit kollidiert.

Am Samstag wird um 9.15 Uhr das erste Rennen in der Schlossberghalle gestartet. Insgesamt haben sich 330 Athleten für den Wettkampf angemeldet. Es ist das zweitbeste Ergebnis in der 28-jährigen Geschichte der Regatta. Die hohe Zahl der Willigen, die sich in Starnberg eine halbe Stunde auf dem Ergometer schinden, um möglichst viele Meter zu sammeln, bestätigt die große Akzeptanz, die die Indoor-Variante des Ruderns inzwischen besitzt. Thallmair bringt die Entwicklung in den vergangenen drei Jahrzehnten auf den Punkt: „Die Breite wird immer größer, und die Leistungen werden immer besser.“ Die Verbandsfunktionäre, die lange der Veranstaltung zurückhaltend gegenüberstanden, unterstützen sie nun nachhaltig.

Der Wettbewerb bildet an diesem Wochenende das gesamte Spektrum des Ruderns ab. Mit dabei sind Athleten von 19 bayerischen Vereinen und von weiteren 19 aus dem gesamten Bundesgebiet. Individualisten sind aber genauso mit von der Partie wie die Freaks aus 15 Fitness-Studios. Der Nachwuchs ist mit derselben Begeisterung bei der Sache wie die Senioren. Mit neun Jahren ist Lennox Jurisch der jüngste Teilnehmer des Rennens, während Wolfgang Perchermeier (Jahrgang 1937) vom MRSV der älteste ist. Allein 70 Kinder unter 15 Jahren bringen zum Ausdruck, dass dieser Sport zukunftsfähig ist.

Dass die Regatta, die unter der Federführung des Münchener Ruder- und Segelvereins ausgetragen wird, Teil einer internationalen Bewegung ist, dokumentieren gut 25 Athleten aus Italien, England und Österreich. Thallmair weist auch darauf hin, dass das Internet die Popularität dieses Sports noch gesteigert hat: „Ob mit Neuseeland oder Australien, die Leute sind miteinander vernetzt und matchen sich miteinander.“ Die Szene ist deshalb sehr gut darüber informiert, wer wo welche Zeiten oder Distanzen aufgestellt hat.

Thallmair ist stolz darauf, dass er einige Athleten präsentieren kann, die in diesem Winter bei der Deutschen Indoor-Meisterschaft in Essen oder bei der Weltmeisterschaft in Paris Titel geholt haben. Die Master Klaus Bischof, der im vergangenen Jahr in Starnberg einen Weltrekord aufgestellt hat, und Johannes Marx erhöhen nach ihrem Triumph in Frankreich die Wettkampflaune in Starnberg zusätzlich. Thallmair erwartet aber nicht nur wegen der Präsenz der beiden Weltmeister Top-Leistungen. Weil wegen Olympia die nationalen Meisterschaften früher als sonst ausgetragen werden, stehen alle Athleten schon im Februar voll im Saft. „Es ist sehr gut gearbeitet worden im Vorfeld“, sagt Thallmair. Er geht davon aus, dass nicht nur im MRSV über den Winter richtig angezogen wurde, sondern auch in den anderen Klubs. „Ich hoffe, dass ein paar Starnberger und bayerische Rekorde aufgestellt werden.“

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