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Zwölf Jahre hat Stephan Meier die Bäckermeisterei geleitet, jetzt schließt er den Betrieb. 

Geschäftswelt

Bei Bäcker Meier geht der Ofen aus

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Die Starnberger Bäckermeisterei Meier stellt ihren Betrieb ein. Alle knapp 20 Filialen schließen am Sonntag, 2. April, mit Ladenschluss ihre Pforten. Die Backstube an der Emslander Straße wird stillgelegt. Das Ende einer Ära.

Starnberg– Dr. Stephan Meier ringt am Telefon im Gespräch mit unserer Zeitung hörbar um Worte und seine Fassung. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, erklärt der promovierte Betriebswirt. Das Starnberger Traditionsunternehmen Meier stellt seine Produktion ein. Am Sonntag, 2.  April, ist der letzte Tag – für die Filialen im Fünfseenland und darüber hinaus, für die Backstube und für die etwa 80 Mitarbeiter.

Die haben gestern im Rahmen einer Betriebsversammlung erfahren, dass das Unternehmen liquidiert wird. Ein Großteil von ihnen wird dennoch ihre Jobs behalten. Wie Meier mitteilt, ist schon für eine Reihe seiner Filialen eine Nachfolgelösung gefunden worden. Die meisten werden als Bäckereien weitergeführt, das Personal werde übernommen. Die Olchinger Bäckerei Rackl, seit vielen Jahren mit Meier freundschaftlich verbunden, übernehme einige Zweigstellen, andere würden von anderen Handwerksbäckereien weiterbetrieben. Einige wenige Filialen würden einer neuen Nutzung zugeführt. Persönlich wolle er sich dafür einsetzen, dass kein Mitarbeiter auf der Straße stehen werde. Eine Vertreterin der Arbeitsagentur sei bei der Betriebsversammlung zugegen gewesen und habe versichert, sie habe keine Sorgen, Meiers Personal am Arbeitsmarkt unterzubringen. In der Branche herrsche eine große Nachfrage nach Fachkräften.

Noch nicht abgeschlossen sind die Verhandlungen, wie es mit Meiers Stammgeschäft an der Starnberger Hauptstraße weitergeht. Das Gebäude – es ist Meiers Eigentum – soll zunächst von Grund auf saniert werden, teilt Firmenchef mit.

Die Einstellung des Betriebes sei eine „rein unternehmerische Entscheidung“ gewesen „vor allem im Sinne der Mitarbeiter“. Als Mehrfachunternehmer sei ihm alles zu viel geworden, gesteht der 43-Jährige. Die Strukturveränderungen im Bäckerhandwerk und der Konkurrenzdruck seien weitere Gründe für die Stilllegung des Unternehmens. In ihm sei die Entscheidung über längere Zeit gereift, seine unternehmerischen Aktivitäten auf das Café Luitpold an der Brienner Straße in München zu konzentrieren, „um Energien zu bündeln und mehr Zeit für die Familie zu haben“.

Meier weiß, dass er mit seiner Entscheidung nicht überall auf Verständnis stoßen wird, „schon gar nicht bei Menschen, die noch keine unternehmerische Erfahrungen sammeln konnten“. Er ist sich sicher, zum richtigen Zeitpunkt mit der Aussicht auf eine geordnete Abwicklung im Interesse aller beteiligten zu handeln. „Ein Ende mit Schrecken wollte ich auf jeden Fall vermeiden“, sagt Meier.

Stephan Meier, Bäckermeister und Konditor, hat den Betrieb zum 1. Januar 2005 von Vater Gernot übernommen. Der hatte den Betrieb von 1971 an geführt. Die Historie der Bäckerei Meier reicht viel weiter zurück. Als Gründungsjahr des späteren Königlich bayerischen Hoflieferanten wird das Jahr 1805 angegeben. Die Firma war nicht immer im Besitz der Familie. Zwischenzeitlich hatten Pächter die Regie übernommen. Ein Grund war, dass Gernot Meier als Vollwaise aufwachsen musste.

Sein Vater trage die Entscheidung mit, auch wenn es ihm nicht leicht gefallen sei. „Aber er hat Verständnis aufgebracht und dankt wie ich allen Kunden und Geschäftspartnern für langjährige Treue,“ sagt Meier, der noch eine Hintertür offen lässt: „Den Firmennamen werde ich nicht verkaufen. Vielleicht gibt es irgendwann einen Neubeginn.“

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