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Schön, historisch, unsaniert: Der Zustand des Bahnhof See ist vielen ein Anliegen – der Stadtrat wird sich voraussichtlich im November damit befassen.

Nach langem Stillstand

Bahnhof See bald wieder im Stadtrat

Seit Jahren liegt der historische Bahnhof See in einer Art Dornröschenschlaf. Ein Grund dafür war die Seeanbindung, deren ungewisser Ausgang eine Sanierung bremste. Voraussichtlich im November wird sich der Stadtrat mit der weiteren Zukunft des Bahnhofs befassen.

Starnberg – Der Bahnhof See in Starnberg wird im nächsten Jahr 165 Jahre alt. Das sieht man ihm auch an, denn das denkmalgeschützte Gebäude ist trotz entsprechender Überlegungen unsaniert und in vieler Leute Augen keine Zierde für die Stadt. Seit 13 Jahren gehört der Bahnhof der Stadt Starnberg, die ihn gerne zum richtigen Kulturbahnhof umbauen würde – Pläne gibt es. Es gibt jedoch eine Reihe von Hindernissen. Geld ist das eine, denn die Sanierung wird mehrere Millionen Euro kosten. Hauptgrund ist aber die lange und derzeit noch unklare Lage bei der Seeanbindung. Wegen der war das Projekt zurückgestellt worden. Die Seeanbindung-Mediation ist gescheitert, die Zukunft noch unklarer als bisher – und deswegen soll sich der Stadtrat voraussichtlich im November mit dem weiteren Vorgehen befassen. Ergebnis: offen.

Vielen liegt der Bahnhof See am Herzen, das zeigen Zuschriften an den Starnberger Merkur. Er sei „einer der am schönsten gelegenen Bahnhöfe Europas“, schrieb eine Leserin. „Neben der künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, handwerklichen und geschichtlichen Bedeutung hat der Schutz und die Sanierung dieser kostbaren Bauten auch Einfluss auf die Erhaltung unserer Lebensqualität“, findet sie. Der Bahnhof gehörte bis vor 13 Jahren der Bahn, inzwischen der Stadt. Regelmäßig lasse sie Maßnahmen zum Unterhalt und zur Instandsetzung der Liegenschaft durchführen, erklärt Sarah Buckel, Amtsleiterin im Rathaus. Darunter fielen Reparaturen an Türen und Fenstern, Elektroarbeiten, Heizungsreparatur, Entfernung von Graffiti oder die Beseitigung von Verstopfungen. „Derzeit und auch in Zukunft wird das historische Gebäude als ,Kulturbahnhof‘ für Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Theaterstücke genutzt“, betont sie.

Betreibersuche ohne Ergebnis

Das ändert nichts am grundlegenden Zustand. 2013 schon beschloss der Stadtrat, das Gebäude zu be- und erhalten und für Gastronomie, Kultur und Vereine zu nutzen. 2015 versuchte die Stadt, über ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren einen Betreiber bzw. Pächter zu finden, was allerdings nicht klappte. Erst im Februar habe der Rat dann beschlossen, das Vorhaben bis zur Klärung der Seeanbindung zurückzustellen. Außerdem sei beschlossen worden, die Angelegenheit in die Fraktionen zur Beratung zu geben. Mit der Beendigung des Mediationsverfahrens durch die Bahn vor sechs Wochen hat sich eine neue Lage ergeben, über die der Rat nun neu beraten soll.

Ein Grund für den jahrelangen Stillstand ist auch, dass es wenig Sinn hat, einen Bahnhof aufwändig zu sanieren – als Beispiel wird gerne Feldafing genannt –, wenn danach am Haltepunkt, den Bahnsteigen und Gleisanlagen gearbeitet wird. Wie sich dies weiterentwickelt, könnte zumindest ansatzweise nächste Woche bekanntwerden, wenn der Ferienausausschuss über die Seeanbindung berät (Montag, 18 Uhr, Kleiner Saal Schlossberghalle).

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