Starnberger Dialog

Lichter und Reden für den Frieden

Der Starnberger Dialog ruft für Sonntag zu einer Gedenkfeier „100 Jahre Krieg und Frieden“ auf. Zum Programm gehören ein Lichtermarsch, Geschichte und ein ganz bestimmtes Lied.

Starnberg – Der Starnberger Dialog gedenkt am kommenden Sonntag, 11. November, des 100. Jahrestages des Waffenstillstands nach dem Ersten Weltkrieg. Die Gedenkveranstaltung hat drei Teile und steht unter dem Titel „Sag mir, wo die Blumen sind“ in Anlehnung an ein Antikriegslied aus den 1950er Jahren. „Es wurde zwar nicht dazu geschrieben, passt aber“, sagt einer der Organisatoren, der evangelische Pfarrer Dr. Stefan Koch. Dem Starnberger Dialog geht es um „100 Jahre Krieg und Frieden“, denn „zum Friedenschließen gibt es genug aktuelle Bezüge“. Der Jahrestag habe Aufmerksamkeit verdient, jedoch wolle man andere historische Daten – Revolution 1918, Reichspogromnacht am 9. November 1938 und dergleichen – nicht überlagern. In früheren Jahren hatte es Gedenkveranstaltungen am 9. November gegeben.

Auftakt ist am Sonntag um 17 Uhr eine historische Betrachtung in der Friedenskirche, die erst seit Ende der 1970er Jahre diesen Namen trägt, über die Zeit vor 100 Jahren. „Die Bedingungen damals waren hart“, sagt Koch – das soll mit Bildern und einer historischen Collage verdeutlicht werden. Unter anderem erinnern Koch und sein katholischer Kollege Dr. Andreas Jall an diese Zeit in Starnberg. Das Leben in Starnberg ging seinen Gang seinerzeit, im Land- und Seeboten ging es um die große Politik – und um Suchanzeigen für ein Segelboot oder eine Haushaltshilfe.

Kerzen und Windlichter erwünscht

Nach diesem rund 45-minütigen Teil folgt ein Lichterumzug über Kaiser-Wilhelm-, Ludwig- und Wittelsbacherstraße zum Kirchplatz. „Das verbindet beide Teile“, erklärt Koch. Teilnehmer sind aufgerufen, Windlichter und Kerzen mitzubringen.

Auf dem Kirchplatz neben der katholischen Kirche wird es ab etwa 18 Uhr einige Ansprachen zum Leitthema „Frieden bewahren“ geben. Auf der Rednerliste stehen Landrat Karl Roth, Starnbergs Bürgermeisterin Eva John und die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die gerade zur Antisemitismusbeauftragten in Nordrhein-Westfalen berufen wurde. Auch Vertreter des Starnberger Dialogs, eines parteiübergreifenden Zusammenschlusses, werden sprechen. Das Lied erklingt, gesungen von Isabella Kaiser. Für den musikalischen Rahmen sorgt Martina Fischer von der Starnberger Musikschule.

Die Organisatoren – unter ihnen Rainer Hange, der für die jährlichen Todesmarsch-Gedenkfeiern verantwortlich zeichnet – rechnen mit bis zu 100 Teilnehmern, eventuell mehr. Die Gedenkfeier ist angemeldet und genehmigt. Wahrscheinlich beteiligen sich auch die Freunde von Dinard – ein wichtiger Punkt, schließlich war Frankreich vor 100 Jahren für viele der Erzfeind. Das Verhältnis war über Jahrzehnte schwierig. Das hat sich geändert, heute ist Frankreich Deutschlands wichtigster Partner in Europa.

Die Veranstaltung in Starnberg nimmt auch Bezug auf eine Gedenkfeier in München. Dort hat der Künstler Dr. Walter Kuhn auf dem Königsplatz seine Installation „Never Again“ fertiggestellt, die aus tausenden roten Mohnblumen besteht und zum Gedenken an die Millionen Soldaten und zivilen Opfer aller Kriege angeregt. Mohnblumen gelten vor allem im englischsprachigen Raum als Symbol dafür. Der Starnberger Dialog hat für Mittwoch, 14. November, eine Führung durch den Künstler über den Königsplatz organisiert. Beginn ist um 16.30 Uhr. Anmeldungen sind nötig bei Kerstin Täubner-Benicke unter z 0151/12 67 37 30 oder per E-Mail an kerstin.taeubner@gmail.com.  ike

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