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Notorischer Schwarzfahrer

Anklage gegen Starnberger Unternehmer

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Immer wieder wurde ein Starnberger Geschäftsmann ohne Führerschein am Steuer erwischt. Nun landet der Fall nach fast zwei Jahren doch noch vor dem Richter.

Starnberg – Irgendwann wussten sich Polizei und Staatsanwaltschaft nicht anders zu helfen: Nachdem ein Starnberger Unternehmer munter weiter im Auto herumfuhr, obwohl er gar keinen Führerschein hatte, und dabei immer wieder erwischt wurde, schritt die Justiz zur Tat. Sie ließ Anfang 2016 sämtliche Autos des Starnbergers beschlagnahmen (wir berichteten mehrfach).

Allerdings mussten damals die Fahrzeuge relativ schnell wieder zurückgegeben werden, weil sie auf die Firma des Mannes zugelassen waren. Und weil die Bearbeitung der insgesamt 19 Fälle von Fahren ohne Führerschein eine ganze Weile dauerte, bekam der Mann im Februar 2016 auch noch seinen Führerschein zurück, den er wegen eines anderen Vergehens hatte abgeben müssen.

Dennoch dauerte es mehr als ein Jahr, bis die Staatsanwaltschaft München jetzt Anklage gegen den Mann erhob. „Insgesamt sind sogar gleich vier Anklagen erhoben worden“, berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Ken Heidenreich, auf Anfrage des Starnberger Merkur. Denn gegen den notorischen Schwarzfahrer sei auch noch in anderen Zusammenhängen ermittelt worden.

Die Verfahren seien nun am Amtsgericht in Starnberg anhängig, einen konkreten Verhandlungstermin konnte Heidenreich aber noch nicht nennen.

Was konkret wird dem Starnberger Unternehmer nun vorgeworfen? Da ist zum einen das Fahren ohne Fahrerlaubnis in insgesamt 16 Fällen. Der Mann hatte wegen eines anderen Vergehens seinen Führerschein abgeben müssen, war aber munter weiter mit seinem BMW-Geländewagen durch Starnberg gefahren. Die Polizei hatte ihn immer wieder erwischt, nicht zuletzt deswegen, weil die sensibilisierte Öffentlichkeit die Beamten informierte, wenn sie den Mann wieder einmal am Steuer gesichtet hatte.

In einem weiteren Verfahren geht es laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft um das unerlaubte Betreiben einer Abfallbeseitigungsanlage. Der Mann soll auf einem seiner Grundstücke Bauschutt gelagert haben. „Konkret handelte es sich dabei um Asphaltbruch“, sagte Heidenreich. Dieser entsteht, wenn bei Straßensanierungsmaßnahmen die alte Straßenoberfläche abgetragen wird. Laut Staatsanwaltschaft habe sich auf dem Grundstück auch eine Maschine befunden, mit der der Asphaltbruch zerkleinert wurde. Liegt dafür keine Genehmigung vor, handelt es sich laut Heidenreich um „das unerlaubte Betreiben einer Abfallbehandlungsanlage“. Der Angeklagte habe sehr wohl gewusst, dass er dafür keine Genehmigung habe, die Anlage aber dennoch weiterbetrieben.

Nun wird es sich in absehbarer Zeit vor dem Amtsgericht in Starnberg für die ihm zur Last gelegten Verfehlungen verantworten müssen. Wann genau, ist allerdings noch offen.

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