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Die Schüler planen den Planetenweg.

Projekt

Ein Planetenweg am Starnberger See

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Starnberger Gymnasiasten planen einen Planetenweg entlang des Starnberger Sees. Auf zwei Kilometern sollen Spaziergänger Modelle zu sehen bekommen. Für ihr Projekt suchen die Schüler nach Sponsoren.

Starnberg – Ein P-Seminar gibt es am Starnberger Gymnasium in ganz unterschiedlicher Form. Mal sollten die Schüler innerhalb von drei Semestern einen Kalender mit Promis aus dem Landkreis erstellen, mal eine Tasche aus Segelstoff herstellen. Eine Gruppe hat sich nun zum Ziel genommen, über ihr Projekt hinaus im wahren Sinne Spuren zu hinterlassen.

15 Gymnasiasten planen einen zwei Kilometer langen Planetenweg entlang des Starnberger Sees. Das Ziel: Im Oktober sollen zehn Metall-Modelle stehen, beginnend mit der Sonne im Bürgerpark bis zum Neptun südlich von Kempfenhausen. Auf jeder Stele soll eine Kugel thronen, unten eine Infoschrift zu lesen sein. Um alle zu sehen, müssen Spaziergänger 30 Minuten einplanen.

Nun geht es in die Feinplanung. Lehrer Heimo Gnilka erklärt, wie die Planeten-Modelle sein sollen: „Möglichst günstig, witterungsbeständig und sicher vor Vandalismus.“ Und kunstvoll natürlich. Die 16- bis 17-jährigen Schüler der Q11-Stufe wägten zwischen verschiedenen Materialien ab. Sebastian Preißler: „Gegossene Bronze wäre zu teuer gewesen, Holz zu witterungsabhängig. Wir nehmen Metall und wollen es farbig beschichten.“ Ansonsten kommt keine Beschichtung drauf – so soll die Oberfläche rostig werden. Die Planer rechnen mit etwa 15 000 Euro an Kosten.

Viel Planungs- und Rechnenarbeit

Seit September beschäftigen sich die Schüler mit dem Planetenweg, „jetzt treten wir in die heiße Arbeitsphase ein“, sagt Lehrer Gnilka. Als Hausaufgabe sollten sich die Schüler Texte für die Infotafeln ausdenken. Auch die Abstände der Planeten – im Maßstab zu den reellen Verhältnissen – mussten berechnet werden. Der sonnennächste Stern, Proxima Centauri, lässt sich als Modell übrigens nicht realisieren. Der stünde dem Maßstab nach nicht mehr im Landkreis, sondern an der Nordspitze Neuseelands.

Nach den Berechnungen kontaktieren die Arbeitsteams der Gruppe nun ihre Ansprechpartner: Handwerker, Stadt, Künstler, Designer, Medien und Sponsoren. Darum geht es nämlich auch beim P-Seminar. Die Gymnasiasten sollen sich mit Berufen beschäftigen. „Durch die Zusammenarbeit mit anderen Menschen bekommen wir auch neue Ideen“, sagt Ibrahim Akpak. Eine kam Raffael Mosmann bei Gesprächen über das Spendenkonto. „Crowdfunding wäre eine gute Möglichkeit für uns“, sagt er. Über eine Internetseite wollen die Gymnasiasten mehr Unterstützer erreichen.

Große Untersützung für das Projekt

Behörden, Bürgermeisterin Eva John und Landrat Karl Roth seien von dem Projekt überzeugt, berichtet Lehrer Gnilka. Der Bauhof etwa übernehme die Anbringung der Stelen. Dafür hat sich Michael Dudkowiak mit dem Stadtbaumeister ausgetauscht. „Auch nach eineinhalb Stunden waren wir noch nicht fertig“, sagt Dudkowiak und fügt lachend hinzu: „Wir brauchen wohl noch einen Termin.“ Gnilka lobt das Engagement seiner Schüler. „Ihr Einsatz ist höher als der Ertrag. Wir brauchen Leute mit Idealismus – es ist quasi eine Vorübung fürs spätere Leben.“

Um ihr Projekt bekannter zu machen, waren die Schüler mit ihren Flyern auch auf dem Wochenmarkt. „Die Leute haben sich über die Idee gefreut und waren interessiert“, sagt Dudkowiak. Im März hält ein Astronomie-Experte beim Elternabend einen Vortrag. Lehrer Gnilka sagt: „Die Unterstützung treibt uns an – verpflichtet uns aber auch, es zu Ende zu bringen.“ Im Januar 2018 endet das P-Seminar für die Schüler. „Aber wir schaffen etwas, was in ein paar Jahren noch da ist“, sagt Katharina Hörndl.

Unterstützer gesucht

Die Planer sind auf Hilfe angewiesen. Spenden sind möglich an das Konto der Stadt Starnberg, IBAN DE37 7025 0150 0430 0520 84, Betreff: „Spende Gymnasium, Projekt Planetenweg“. Weitere Infos gibt es hier

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