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Mit Schildern protestierten Anwohner vor drei Jahren gegen den Wegebau im Starnberger Hochwald.

Drittes Gutachten vorgelegt

Hochwald: John sieht positiven Trend

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Am Starnberger Hochwald ging der Bau eines Weges vor drei Jahren einigen Stadträten zufolge nicht spurlos vorüber. Nun legte Bürgermeisterin Eva John zum dritten Mal ein Gutachten vor, das den Zustand der Bäume dort untersuchte.

Starnberg – Der Bau eines Weges im Starnberger Hochwald vor drei Jahren wurde schnell zum Politikum. Anlieger und Stadträte warfen Bürgermeisterin Eva John vor, mit der Aktion Bäume nachhaltig geschädigt zu haben. Nun hat John dem dafür zuständigen Stadtratssauschuss für Umwelt, Energie und Mobilität zum dritten Mal einen Zustandsbericht über die Situation der Bäume im Hochwald vorgelegt. Demnach sind Anfang September 65 Einzelgehölze untersucht worden. 90 Prozent davon waren Rotbuchen, dazu kamen drei Rotfichten, ein Spitzahorn und eine Hainbuche.

Ergebnis: Etwa die Hälfte der Bäume sei als „vital beziehungsweise leicht geschwächt“ eingestuft worden, sagte John. Sie seien also „weitgehend gesund“ und wiesen lediglich in der Oberkrone Symptome temporärer Unterversorgung auf. Rund 40 Prozent der Bäume seien in ihrer Vitalität als herabgesetzt einzustufen. „Diese Bäume besitzen noch ausreichend Potenzial, den Vitalitätsrückgang wieder zu kompensieren“, sagte John.

Vier Bäume weisen nachlassende Vitalität auf

Für sechs Bäume trifft das nicht mehr zu. Vier von ihnen weisen der Untersuchung zufolge eine nachlassende Vitalität auf, die nicht mehr umzukehren ist. Zwei weitere Bäume, eine Fichte und eine Buche, sind bereits weitgehend abgestorben.

Dennoch zog Eva John ein positives Fazit: Im direkten Vergleich zu den Jahren 2016 und 2017 sei ein Aufwärtstrend zu verzeichnen, sagte sie. So hätte seitdem nur eine Buche herabgestuft werden müssen, zehn dagegen hätten heraufgestuft werden können, die große Masse der Bäume sei in ihrer Vitalität unverändert eingestuft. John: „Es kann ausgeschlossen werden, dass die Bäume erst durch den Wegebau im März 2016 geschädigt wurden.“

Die abschließende Untersuchung folgt 2021

So einfach wollten das nicht alle Stadträte sehen. Zwar stelle das Gutachten keinen Zusammenhang zwischen Zustand der Bäume und Wegebau her, es schließe ihn aber auch nicht aus, sagte Martina Neubauer (Grüne). Die nächste und abschließende Untersuchung ist für das zweite Halbjahr 2021 geplant. Mehrheitlich beschloss der Ausschuss, Totholz künftig im Hochwald liegen zu lassen, die Bewässerung der Bäume in Trockenperioden fortzusetzen, den Eintrag von Laubstreu aber zu beenden.

Mit seinem Vorschlag, auch die Bewässerung einzustellen, fand Dr. Klaus Rieskamp (Parteifreie) keine Mehrheit. Er hatte gefordert, „wieder auf den Boden der Vernunft zu kommen“ und sich nicht mehr auf eine winzige Fläche im Hochwald zu versteifen. Anton Wiesböck (FDP) widersprach: „Bei vier Wochen Trockenheit müssen wir Wasser hinbringen.“

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