Im Einsatz: Verkehrsüberwacherin Marianne Börroth und ihr Chef vom Zweckverband, der Teamleite r ruhender Verkehr Cüneyt Akbas, drehten gestern eine Runde durch die Starnberger Innenstadt. Foto: Stefan Schubauer-von Jena

Verkehrsraumüberwachung

Starnberger Knöllchen kommen ab sofort aus Bad Tölz

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Seit Jahresbeginn ist in Starnberg der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland auch für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zuständig.

Starnberg – Marianne Börroth hat einen neuen Aufnäher auf der Jacke. Die Starnberger Verkehrsüberwacherin steht seit 1. Januar im Dienst des Zweckverbandes Kommunales Dienstleistungszentrum (KDZ) aus Bad Tölz. „Ansonsten ändert sich für mich nicht sonderlich viel“, sagt sie. Börroth wird auch weiterhin – tagsüber zumeist allein, abends immer in Begleitung eines Kollegen – ihre Runden durch die Stadt drehen und all jenen ein Knöllchen verpassen, die sich nicht an die Regeln halten.

Bislang war sie für den vorherigen Dienstleister tätig, der von der Stadtverwaltung beauftragt worden war. Seit Jahresbeginn kümmern sich nun allerdings die Knöllchenprofis aus Tölz um die Überwachung des ruhenden Verkehrs. „Wir kennen die Stadt sehr gut“, sagt der Außendienstleister des KDZ Oberland, Thorsten Preßler, im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Schließlich blitzen die Tölzer seit der Gründung des Zweckverbandes in Starnberg. Nun kommt das Verteilen von Knöllchen dazu.

Für den Wechsel des Anbieters habe es eine ganze Reihe von Gründen gegeben, berichtet Starnbergs Bürgermeisterin Eva John. Bislang sei der sogenannte „Innendienst“, also das Versenden der Knöllchen und die Bearbeitung von Einsprüchen, im Rathaus erledigt worden. Die dafür zuständige Mitarbeiterin gehe allerdings in absehbarer Zeit in den Ruhestand, weswegen man jetzt beim Zweckverband das komplette Paket gebucht habe.

Das bedeute allerdings auch, dass Fahrer, die meinen, zu Unrecht ein Knöllchen bekommen zu haben, nicht mehr wie bisher ins Rathaus gehen können. „Die Betroffenen müssen entweder nach Tölz fahren, dort anrufen oder eine E-Mail schreiben“, so John. In der Stadtverwaltung würden nur noch die Altfälle aus dem vergangenen Jahr abgearbeitet. Bei Bedarf teile man aber Anrufern gern die neuen Ansprechpartner mit – die neuen Rufnummern finden sich aber auch auf den Strafzetteln.

Ebenfalls neu ist seit Jahresbeginn, dass der Zweckverband sich nicht nur wie bisher auf das eigentliche Stadtgebiet konzentriert, sondern auch in den Ortsteilen kontrolliert – dafür war bisher die Polizei zuständig.

John deutet aber auch an, dass es mit dem bisherigen Dienstleister einige Probleme gegeben habe, schränkte aber ein: „Bei jedem Vertragsverhältnis gibt es immer mal Schwierigkeiten.“ Sie stellt klar: „Wir wollen, dass die Parksünder höflich und zuvorkommend behandelt werden.“ Das sei bei Verkehrsüberwacherin Marianne Börroth allerdings immer der Fall, sagt sie weiter.

Der Vertrag mit dem Zweckverband umfasst ein Leistungsvolumen von insgesamt 5000 Kontrollstunden pro Jahr und 25 000 Fällen (sprich Knöllchen), so John. Wenn die 25 000 Fälle erreicht seien, würde aber trotzdem weiter kontrolliert, dämpft sie gleich entsprechende Erwartungen.

Für den Service bezahlt die Stadt Starnberg Pauschalen an den Zweckverband – 28 Euro pro Einsatzstunde, 6 Euro pro Fall. „Damit ist dann aber auch das komplette Porto und alle weiterführenden Schritte bis hin zur Erzwingungshaft abgedeckt“, sagt KDZ-Außendienstleiter Thorsten Preßler. Er versprach, dass weiterhin mit Augenmaß und Verständnis kontrolliert werde, stellt aber auch klar: „bei Rettungswegen und Behindertenparkplätzen kennen wir kein Pardon.“ Die Einnahmen aus den Knöllchen decken laut John übrigens gerade mal die für die Verkehrsraumüberwachung entstehenden Kosten. Rund 200 000 Euro flossen 2017 in die Stadtkasse, der Überschuss nach Abzug der Kosten betrug 30 000 Euro.

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