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Über Ehrungen und Spenden freuen sich Pfarrer Werner Haas, Mitglied Theo Beigel, zweiter Vorsitzender Andreas Schubert, Vorsitzender Andreas Weger, Mitglied Franz Reuber, Gerti Josifescu von „Startchance“ und Christoph Prinz von Bayern für „Ines“ (v.l.).

Kolpingsfamilie

Zu viel Geld: Investieren in den Brandschutz?

Starnberg - Die Starnberger Kolpingsfamilie muss sich mit einem Luxusproblem auseinandersetzen: Es ist zu viel Geld auf dem Konto. 

„Es gibt viele Fragen in dieser Zeit“, sangen die knapp 40 Mitglieder der Starnberger Kolpingsfamilie bei der Generalversammlung am Donnerstagabend im Pfarrzentrum. Eine davon offenbarte sich bei diesem Zusammentreffen: Wie kann die Kolpingsfamilie ihre Gemeinnützigkeit erhalten? 

Das Problem: Mittlerweile sammeln sich rund 72 000 Euro auf dem Konto des Vereins. „Wir stehen sehr gut da. Aber mit jedem Cent verspüren wir einen Stiefeltritt im Nacken“, drückte der Vorsitzende Andreas Weger den Zwiespalt aus. Das Finanzamt habe angesichts des Vermögens bereits angedroht, die Gemeinnützigkeit zu entziehen.

"Es wird ernst, erfreulicherweise"

Etat-Planer Thomas Beigel stellte klar: „Das wäre der Super-GAU.“ Nach Vorstellung des Finanzamts solle ein gemeinnütziger Verein maximal 30 000 Euro auf dem Konto haben. „Da muss uns schnell was einfallen.“ 

Theo Beigel wurde neben Franz Reuber für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt und hatte sogleich einen Vorschlag parat: Man könne den Satzungszweck erweitern und so mehr Spendenziele finden. „Es wird ernst, erfreulicherweise“, gab er dem Vorstand mit auf den Weg. Klar ist: Das Vermögen muss schrumpfen. 

Erster Schritt des Vereins: Minus von 10 000 Euro eingeplant

Als ersten Schritt in diese Richtung plant der Verein im Etat heuer mit einem Minus von 10 000 Euro – im vergangenen Jahr gab es ein Plus von 6200 Euro. Die Einnahmen aus dem Nikolausdienst – verkleidete Mitglieder besuchten nach Buchung Familien, Firmen und Vereine – werden zudem gespendet. 750 Euro erhält das Projekt „INES“, mit dem in Kenia ein mobiles Schulsystem für Nomaden aufgebaut werden soll.

Mit 500 Euro wird „Startchance“ unterstützt, das unter anderem in Starnberg Jugendlichen mit Problemen in der Schule durch Unterricht hilft. Weger nennt eine weitere Möglichkeit, Vermögen abzubauen – und kommt auf die Arbeiten im Pfarrzentrum der Kirchengemeinde zu sprechen. 

"Sechsstellige Summe" wird für Brandschutz-Maßnahmen nötig

Wegen Mängeln beim Brandschutz dürfen Veranstaltungen im Erd- und Obergeschoss des Pfarrheims derzeit nur unter strengen Auflagen stattfinden. Das schmerzt den Verein, denn Aufführungen des Kasbrettls waren 2015 mit 1800 Besuchern sehr gefragt. Doch die Jugend-Bühne lief heuer unter Einschränkungen. 

Seine Lösung: „Es wird eine sechsstellige Summe für den Brandschutz fällig.“ Eventuell könnte sich ja die Kolpingsfamilie an den Kosten beteiligen. Und würde am Ende profitieren: Wenn alle Plätze genutzt werden können, haben mehr Zuschauer ihren Spaß. 

Von: Sebastian Raviol

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