Starnberger Polizeiinspektion
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Vor der Starnberger Polizeiinspektion war es im Juli 2019 zu Ausschreitungen gekommen.

Ausschreitungen vor Polizeistation

Starnberger Krawallnacht: Fünf weitere Jugendliche verurteilt - und ein Freispruch

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Das Starnberger Amtsgericht hat ein zweites Verfahren zur sogenannten Starnberger Krawallnacht beendet. Am Donnerstag mussten sich sechs junge Leute vor Jugendrichter Ralf Jehle verantworten.

Wie Pressesprecher Franz von Hunoltstein am Freitag auf Anfrage des Starnberger Merkur erklärte, endete das Verfahren mit einem Freispruch und fünf Verurteilungen. Damit sind für das Starnberger Gericht die Vorkommnisse vor der Starnberger Polizeiinspektion am 25. Juli vergangenen Jahres abgearbeitet.

Das Verfahren am Donnerstag fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da es sich bei den Angeklagten ausschließlich um Jugendliche handelte. Die sechs jungen Männer waren zum Tatzeitpunkt zwischen 15 und 17 Jahren alt. Sie stammen nach Angaben von Hunoltstein alle aus dem Landkreis Starnberg. Ihnen wurden Landfriedensbruch und zum Teil noch weitere Straftaten wie Beleidigung oder Sachbeschädigung vorgeworfen. Vier Jugendliche wurden zu Sozialstunden verurteilt, ein fünfter zu einer richterlichen Ermahnung. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Im ersten Verfahren Mitte September hatten sich fünf junge Leute zwischen 16 und 20 Jahren, darunter auch eine junge Frau, wegen ihrer Beteiligung an dem Sturm auf die Polizeistation verantworten müssen. Die Vorwürfe gegen sie wogen schwerer, es ging vereinzelt auch um Körperverletzungsdelikte und versuchte Gefangenenbefreiung.

Dementsprechend schärfer fielen die Urteile aus: Jehle verurteilte einen 16-Jährigen unter anderem zu acht Monaten Jugendstrafe auf Bewährung und drei Wochen Dauerarrest, einen anderen 16-Jährigen zu einem Jahr auf Bewährung und ebenfalls drei Wochen Dauerarrest und einen 20-Jährigen zu einer Woche Dauerarrest.

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Eine 57 Jahre alte Zeugin hatte am zweiten Prozesstag der ersten Verhandlung zur Krawallnacht von Starnberg mit einer dramatischen Aussage aufhorchen lassen. Einer der Angeklagten (16) entschuldigte sich daraufhin noch im Gerichtssaal bei der Frau.

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