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BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang ist froh, die Sanierung der Hütte in Tutzing bald starten zu können. 

Starnberger Kreis-BRK investiert

Acht Bauprojekte dank Finanzspritze

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Acht Bauprojekte will der Starnberger BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang in den kommenden vier Jahren realisieren. Schon 2020 sollen die BRK-Stationen in Gilching, Tutzing und Wörthsee saniert und teilweise neu gebaut werden.

Landkreis – Applaus und Jubel brandeten vor einigen Tagen unter den im Kreisausschuss anwesenden BRK-Helfern auf. Der Grund für die gute Stimmung: Das Kreistagsgremium hatte gerade den neuen Förderrichtlinien für Hilfsorganisationen im Landkreis zugestimmt – und damit Investitionen in den Katastrophenschutz von insgesamt 5,6 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren auf den Weg gebracht (wir berichteten).

„Ich bin erleichtert, dass wir nach mehr als fünf Jahren Verhandeln beim Kreisausschuss Verständnis für unsere Situation erzielen konnten“, sagt nun BRK-Kreisgeschäftsführer Jan Lang auf Anfrage des Starnberger Merkur. „Denn bis jetzt haben wir 90 Prozent des Katastrophenschutzes alleine bezahlt.“ Zwölf Millionen Euro seien es in den vergangenen 30 Jahren gewesen, von denen der Landkreis 1,5 Millionen und das BRK den Rest geschultert habe, sagt Lang.

Bauprojekte sind unter anderem in Tutzing, Gilching und Wörthsee geplant 

„Als uns klar wurde, wir brauchen ein Neubauprogramm, ist uns das Herz in die Hose gerutscht“, erzählt Lang. Denn bekanntlich lasse sich mit dem Katastrophenschutz kein Geld verdienen und als gemeinnütziger Verein dürfe das BRK keine Rücklagen bilden. „Acht Gebäude neu zu errichten – das schaffen wir keinesfalls“, war schnell klar. Damit meint der Geschäftsführer die Rettungswachen in Gilching, Tutzing, Seefeld, Herrsching, Starnberg und Gauting sowie Rettungswache und Außenstelle am Wörthsee. Ein undichtes Dach und fehlende Dämmung an der Hütte in Tutzing, Brandschutzprobleme in der Gilchinger BRK-Station, ein morscher Boden in der Rettungswacht Steinebach – einige BRK-Gebäude im Landkreis müssen längst saniert werden.

Neubauprogramm startet sofort

„Wir fangen jetzt sofort an“, betont Lang. Bereits 2020 ist der Baubeginn an den drei dringlichsten Brennpunkten geplant. „In Gilching gibt es bereits einen Gemeinderatsbeschluss, der uns ein Grundstück an der Weßlinger Straße beim Kiesgrubenweiher zur Verfügung stellt“, verrät Lang. Dort soll eine Kombi-Rettungswache für BRK und Wasserwacht Platz finden. Die ersten Planungen im Bauamt seien angelaufen. Die Gemeinde werde das Gebäude errichten und einen Teil der Kosten übernehmen. Den Rest zahlt das BRK.

Kombihütte inTutzing geplant

In Tutzing soll die bestehende Wasserwacht-Hütte saniert und zusätzlich auch eine Kombi-Hütte für BRK und Wasserwacht errichtet werden. „Wir werden auf dem Gelände des Sportplatzes am Südplatz bauen“, kündigt der BRK-Kreisgeschäftsführer an. „Es gibt bereits einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.“ Auch erste Entwürfe des Architekten liegen vor. Derzeit vereinbart das BRK mit der Gemeinde den Durchführungsvertrag.

Für Steinebach hat sich die Hilfsorganisation besonders viel vorgenommen, aber noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. „Wir hatten am Wörthsee zwei Hütten“, erklärt Lang. „Eine muss wegen statischer Probleme abgerissen werden, die andere darf auch nicht mehr betreten werden.“ Beide will das BRK 2020 ersetzen. „Die Station in Steinebach wird abgerissen und neu gebaut, so dass sie groß genug ist, um dort zwei Rettungsboote unterzubringen“, erklärt Lang. Eine kleinere Außenstelle soll in Oberndorf am Westufer des Wörthsees entstehen. Mit der Gemeinde Wörthsee und dem für Oberndorf zuständigen Erholungsflächenverein laufen derzeit Grundstücksverhandlungen.

Standorte in Wörthsee noch in Verhandlung

„Der aktuelle Standort in Steinebach würde größenmäßig noch reichen, aber die Gemeinde will, dass der öffentliche Seezugang gewahrt bleibt“, erklärt Lang. „Das wäre nur durch das Verschieben einer Grundstücksgrenze möglich.“ Deshalb stehe ein Grundstückstausch im Raum. „Wir werden diesen Monat ein Gespräch führen, bei dem der Städteplaner Standortvorschläge macht“, sagt Lang. Die Gemeinde habe bereits zugesagt, das BRK bei der Errichtung der Hütte finanziell zu unterstützen.

Vier langfristige Bauprojekte ab 2021

Als nächstes stehen für das Jahr 2021 Bauprojekte in Seefeld und Herrsching auf dem Programm. „In Seefeld planen wir eine Kombiwache und in Herrsching eine Wasserwachtstation“, sagt Lang. In drei Jahren soll auch in der Kreisstadt Starnberg eine Kombi-Wache errichtet werden. Der Abschluss des Neubauprogramms soll 2023 eine Sanitäts-Bereitschaftswache in Gauting sein.

„Alle Gebäude, für die die Förderrichtlinie erlassen worden ist, kosten insgesamt etwa 7,3 Millionen Euro“, schätzt Lang. Dabei schlägt der Gilchinger Neubau mit 1,5 Millionen Euro zu Buche, in Tutzing werden 750 000 Euro verbaut und das Bauprojekt am Wörthsee soll 500 000 Euro kosten – exklusive der Außenstelle.

4,76 Millionen Euro Zuschuss laut Richtlinie

Nach der vom Kreisausschuss beschlossenen Förderrichtlinie würde der Landkreis die BRK-Bauten mit 4,76 Millionen Euro bezuschussen. Der Kreistag muss die Richtlinie in seiner Sitzung am Montag (10.30 Uhr, Landratsamt) aber noch genehmigen. „Wenn der Kreistag so beschließt, wie es der Ausschuss empfiehlt, haben wir eine Perspektive“, freut sich Lang. „Für die nächsten Jahre ist das zwar noch viel Arbeit, aber das macht meine Freude über den jetzt erreichten Beschluss nicht kleiner.“

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