Alle Helfer und Organisatoren freuten sich in Chilaune über die Schuleröffnung.

Starnberger Nepalhilfe

Schuleröffnung: „Da kamen Tränen“

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Starnberg – Die Nepalhilfe Starnberg versucht mit Spenden und Kontakten Bildungsprojekte in Nepal umzusetzen. Nach dem schweren Erdbeben 2015 gelang diesen Sommer ein schöner Erfolg.

Nicolai Baehr und die Helfer der Nepalhilfe Starnberg haben viele, viele Stunden Arbeit in dieses Projekt investiert. Bei dem Erdbeben im vergangenen Jahr wurde eine Schule in Chilaune völlig zerstört. Vor einigen Wochen konnte sie – dank der Hilfe der Starnberger – in einem Neubau feierlich wieder geöffnet werden. Es hat sich gelohnt, wie Baehr erzählt: „Das ganze Tal war auf den Beinen. Sie haben extra für uns ein Lied geschrieben und getanzt. Da sind uns die Tränen gekommen.“

200 Schüler nutzen die neuaufgebaute Schule in Chilaune

Seit 1998 unterstützt der Verein um Gründer André Hartmann ein Schulprojekt am Stadtrand von Patan. „90 Prozent der Schulen liegen nach dem Erdbeben aus 2015 aber immer noch nieder“, berichtet Baehr. Neben den alten Schulruinen stünden dann Bambus-Wellblechhütten als Ersatz. Deshalb stieg der Starnberger Architekt bei der Nepalhilfe mit ein. Eine Schule in Chilaune wurde komplett zerstört. „Die Kinder gehen ohnehin am Tag mehrere Stunden, um die Schule besuchen zu können.“ 

Aber nicht in eine zerstörte Schule. Baehr und der Verein in Chilaune wollten dies ändern. Mit viel Arbeit und Spenden konnte die Schule in einem Neubau wieder eröffnet werden. „Sie ist quasi am Ende der Welt. Da gibt es keine Straßen mehr, nur wilde Wege“, berichtet Baehr. Und doch hat die Bildungseinrichtung auf 2500 Metern Höhe für die etwa 200 Schüler einen unfassbaren Wert.

"Wir wollen das Vertrauen der Spender zurückgewinnen"

„Es ist aber nicht damit getan, dass jetzt das Schulhaus steht“, sagt der 45-Jährige, „sie haben damit nur eine simple Schulausbildung. Je älter sie werden, umso weniger Perspektive haben sie.“ Nach der Schule würden die meisten abwandern, um sich praktisch fortzubilden. Deshalb möchte der Verein Werkstatträume und andere infrastrukturelle Maßnahmen an der Schule umsetzen – „damit man ihnen nicht nur Buchstaben beibringt“. Dafür sammelt die Nepalhilfe Starnberg Spenden und arbeitet mit einer Nicht-Regierungsorganisation vor Ort zusammen, der Nepal Green Tara Foundation (NGTF).

Spender hätten nämlich das Vertrauen in Organisationen der Regierung verloren – es gab einen Vorfall. Eine Spenden-Kontonummer führte zum Premierminister Nepals. „Wie die das verwalten, da wollen wir nicht drüber nachdenken“, sagt Baehr. „Hauptsächlich stellen private Organisationen dort etwas auf die Beine.“ Zusammen mit NGTF möchte die Nepalhilfe Starnberg „das Vertrauen der Spender zurückgewinnen“. Die Menschen vor Ort haben es nötig. Baehr war sechsmal in dem Binnenstaat und weiß: „Die Menschen sind nach dem Erdbeben wieder einigermaßen auf die Beine gekommen.“ 

Nepal lebt vom Tourismus - alte Kulturstätten finden zu wenig Rücksicht

Dennoch gibt es viele Probleme. „Es ist wenig Bewusstsein für die Kulturstätten da. Die Regierung wollte auch nicht mal ganz betroffene Häuser mit dem Bagger plattmachen.“ Dabei seien die drei Königsstädte – Kathmandu, Patan und Baktapur – das historische Gut Nepals. „Aber da wurden nach dem Erdbeben ganze Tempel weggeschoben und archäologisch nichts gemacht.“ Für Baehr eine Katastrophe, denn: „Das Land lebt vom Tourismus. Die Touristen kommen wegen der alten Kulturgüter. Die wollen dort nicht Disneyland sehen.“ Deshalb setzt die Nepalhilfe beim Thema Bildung an.

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