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Hoffen auf eine erfolgreiche Saison: die Fahrer von „Magnesium Pur“ bei der offiziellen Teampräsentation. Mit auf dem Foto sind Alois Moser (l./Sponsor), Paulus Weckerle (hi.2.v.l./Sponsor), Michael Geisenberger (hi.3.v.l./sportlicher Leiter), Markus Mooser (hi.2.v.r./Manager) und Oliver Gref (r./Sponsor).  

Radsport

„Magnesium Pur“ legt einen Gang zu

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„Magnesium Pur“ hat seine neue Mannschaft vorgestellt. Der Starnberger Radrennstall möchte auf Bayern-Ebene und in der Bundesliga für Aufmerksamkeit sorgen.

Starnberg– Draußen fuhren schon einige Hobby-Rennradler, alle in Windjacken und langen Hosen eingepackt, vorbei. Und drinnen, in der Starnberger Filiale des „Autohauses Ortner“, standen die Fahrer vom „Cycling Team Magnesium Pur“ in ihren luftigen grün-weißen Trikots, um sich zu präsentieren. Erstmals hatte der Starnberger Rennstall zu einer öffentlichen Mannschaftsvorstellung geladen. Klar wurde dabei eines: Das Team hat viel vor. Langfristiges Ziel ist, ein Kontinental-Team (KT) zu werden. Das wäre deutschlandweit die höchste Kategorie. Die Entwicklung soll aber schrittweise erfolgen, langjährige Fahrer sollen die Chance haben, weiter mitzufahren. „Wir wollen nicht nur ein zusammengewürfelter Haufen sein“, betont Michael Geisenberger, der sportliche Leiter. „Wir wollen mit Freude und Spaß die bestmögliche Leistung abrufen.“

Gleichwohl gibt es zur neuen Saison Änderungen im Kader der Bundesliga-Mannschaft. Erstmals sind zwei ausländische Fahrer dabei: der US-Amerikaner Cory Greenberg (30) und der Australier Todd Satchell (25). Beide haben in internationalen Rennen vordere Platzierungen erreicht und eine gewisse Erfahrung vorzuweisen. Sie sollen während der Rennen die anderen Fahrer anleiten. Denn anders als bei den großen Rennen der World-Tour ist bei den Wettbewerben, bei denen „Magnesium Pur“ mitfährt, kein Funk erlaubt. Der sportliche Leiter kann also keine direkten Anweisungen geben. Zugleich setzt die sportliche Leitung auf den Nachwuchs: Vier U-23-Fahrer gehören dem Kader an.

Im vergangenen Jahr hat „Magnesium Pur“ erste Erfahrungen in der Rad-Bundesliga gesammelt. Den Ablauf dort „mussten wir erst kennen lernen“, sagt Geisenberger. In der Mannschafts-Gesamtwertung landete „Magnesium Pur“ auf dem 20. Platz unter 23 Teams. Geisenberger gibt zu bedenken, dass das Niveau sehr hoch ist: „Da kannst du zufrieden sein, wenn du die Ziellinie siehst. Die Rennen sind von Beginn an regelrechte Ausscheidungsfahren.“ Ein Platz zwischen den Positionen zehn und 15 in diesem Jahr wäre „ein super Erfolg“.

Bei Bayerischen Meisterschaften will „Magnesium Pur“ heuer „Aufmerksamkeit erzielen und auch mal überraschen“, so der sportliche Leiter. In der Saison 2017 glänzte Benedikt Helbig schon jeweils mit einem zweiten Platz bei der Bayerischen Bergmeisterschaft und der Bayerischen Meisterschaft im Einzelzeitfahren.

Mit den Fahrern gibt es zwar Verträge, „aber bezahlen können wir keinen“, sagt Manager Markus Mooser. Das gibt der Etat von knapp 50 000 Euro nicht her. Die beiden Fahrer aus Übersee haben Privatsponsoren, die ihnen das Abenteuer Europa finanzieren. Vom Regensburger Fahrradhersteller „Edelsten Bikes“ gibt es Räder zu günstigen Konditionen. Wer im Team besonderes Material möchte, muss selbst dafür aufkommen.

Eine Saison im Radsport ist allein schon von der Logistik her teuer. Um bei Bundesliga-Rennen topfit antreten zu können, ist eine Anreise am Tag vorher vonnöten. Eine Unterkunft muss bezahlt werden. Und dann ist eine entsprechende Verpflegung nötig. „Schweinsbraten und Limo – das funktioniert schon lange nicht mehr, wenn du Leistung bringen willst“, sagt Mooser. Der Manager arbeitet daran, den Etat künftig deutlich anzuheben. Um als Kontinentalteam konkurrenzfähig zu sein, rechnet Geisenberger vor, sind um die 180 000 Euro nötig.

Demnächst geht es für die „Magnesium Pur“-Truppe ins Trainingslager in die Toskana. Der erste Renneinsatz steht dann am 25. März in Österreich in Leonding auf dem Programm. Danach nimmt „Magnesium Pur“ die bayerischen Radklassiker ins Visier. Ende April beginnt in Düren dann die Bundesliga.

Das Bundesliga-Team

Andreas Both (18 Jahre) – gewann bei den Junioren oberbayerische Kriteriums- und Straßenmeisterschaft.

Jeremias Schramm (19) – diverse Podestplätze bei Nachwuchsmeisterschaften in Rheinland-Pfalz.

Fabian Kempter (18) – Bergfahrer; Ziel ist Aufstieg in B-Klasse.

Tilmann Steger (19) – fährt seit acht Jahren Rennen.

Andreas Batzek (27) – Allrounder, fährt seit fünf Jahren für „Magnesium Pur“.

Maximilian Priewich (26) – fährt sechste Saison Radrennen; fiel zuletzt krankheitsbedingt aus.

Michael Vogel (27) – Allrounder und Kriteriumsfahrer.

Michael Thumann (28) – schaffte zuletzt innerhalb einer Saison Aufstieg von der C- in die A-Klasse.

Benedikt Helbig (23) – 2017 bayerischer Vizemeister Berg und Einzelzeitfahren.

Richard Stockhausen (30) – Zeitfahrspezialist; 2017 14. Platz bei DM.

Todd Satchell (AUS/25) – betreibt Radsport seit 18 Jahren; 2017 Zehnter bei Tour de Delta (UCI-Rennen); diverse Siege u.a. beim Mt. Gambier-10-Mile-Classic.

Cory Greenberg (USA/30) – kalifornischer Meister 2017 (Straße); Gelbes Trikot bei Vuelta Mazatlan (Mexico-Rundfahrt)

Die Lizenzfahrer

Tobias Mech, Prof. Dr. Andreas Klingl, Philipp Lesche, Florian Albecker, Simon Scholz, Jonas Stocker, Philipp Geisert, Leo Gref, Christian Siebenwirth.

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