160 Meter Abkürzung: Die Stadt will die Rheinlandstraße umbauen und die Fahrtrichtung ändern. Foto: Andrea Jaksch

Verkehr vorm Gymnasium

Rheinlandstraße: Wechsel mit Fragen

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Starnberg - Die Stadt Starnberg plant, die Fahrtrichtung auf der Rheinlandstraße im Abschnitt zwischen Leutstettener Kreuzung und Ferdinand-Maria-Straße umzudrehen. Ziel von Bürgermeisterin Eva John: mehr Sicherheit vorm Gymnasium. Die Polizei hat massive Zweifel am Richtungswechsel.

Sie ist ein Hauptausweichweg von Osten Richtung Hanfelder Straße: das kurze Stück der Rheinlandstraße vorm Starnberger Gymnasium. Die Stadt will die Fahrtrichtung umkehren und damit das Schlupfloch schließen sowie die Sicherheit am Gymnasium erhöhen. Das hätte womöglich massive Auswirkungen auf den Tutzinger-Hof-Platz. Das Landratsamt tut sich mit der Genehmigung allerdings noch schwer, die Polizei sieht keine Sicherheitsprobleme.

Derzeit fahren nach neueren Zahlen rund 5100 Fahrzeuge über das gerade einmal 160 Meter langen Straßenstück. Das ist mehr als auf der nördlichen Gautinger Straße Richtung Leutstetten nach den Angaben aus den jüngsten Erhebungen des Verkehrsentwicklungsplanes (VEP). Die allermeisten jedoch fahren nur über die Rheinlandstraße, um zur Hanfelder Straße und teilweise dann über Von-der-Tann-Straße zur Söckinger Straße abzukürzen – und sich so den Stau am Tutzinger-Hof-Platz zu sparen. Die VEP-Planer haben zudem erst vor wenigen Tagen die Rheinlandstraße in einer Übersicht zum Verkehr als eine der Trassen vermerkt, die man mit Hindernissen für den Durchgangsverkehr unattraktiv machen sollte.

Bürgermeisterin Eva John will durch die Änderungen vor allem die Sicherheit der Gymnasiasten erhöhen, wie es in der Vorlage für den Bauausschuss am Donnerstag (18 Uhr, kleiner Saal Schlossberghalle) heißt. Vor allem morgens herrscht rund um Gymnasium und Grundschule Hochbetrieb, und an Regeln halten sich viele nicht. Morgens und abends nutzen aber die meisten die Rheinlandstraße als Abkürzung. Es gibt bereits einen Umbauplan, der Eva John zufolge auch eine Verlegung von Wasserleitungen vorsieht und einen Umbau der Einmündung an der Kreuzung Münchner/Leutstettener Straße. Nach Planung der Stadt soll man künftig also nur von der Ferdinand-Maria-Straße Richtung B 2 fahren dürfen und auf diese nur nach rechts Richtung Tutzinger-Hof-Platz einbiegen können. Umbaukosten: rund 370 000 Euro. Johns Vorstellung nach soll der Umbau in den Sommerferien erfolgen. Danach wäre die Rheinlandstraße vorm Gymnasium mit rund 500 Fahrzeugen in 24 Stunden fast eine beruhigte Zone.

Ob das klappt, ist allerdings offen. Am 16. Februar hat die Stadt die Richtungsänderung beim Landratsamt beantragt, musste Unterlagen nachliefern, bat um Entscheidung bis vorige Woche – und wartet seither auf Antwort. Das Landratsamt, das wegen der Folgen für die B 2 zustimmen muss, hat noch nicht alle Stellungnahmen von Behörden und Polizei beisammen, sagt Kreissprecher Stefan Diebl. Also: Man prüft.

Behörden wollen Gesamtkonzept kennen

Allerdings steht die Stadt vor einem fundamentalen Problem: Angesichts des VEP und der laufenden Planungen auch für eine Änderung der Verkehrsführung in der Innenstadt (wir berichteten), ist den anderen Behörden nicht klar, wohin die Reise geht. Die Polizei beispielsweise, erklärt Inspektionschef Bernd Matuschek, gibt derzeit praktisch gar keine inhaltlichen Stellungnahmen zu einzelnen Vorhaben der Stadt ab. Hintergrund: Eine einzelne Verkehrsänderung wie für die Rheinlandstraße kann nur beurteilt werden, wenn man weiß, ob die Leutstettener Straße gegenüber nun Einbahnstraße wird oder nicht. „Wenn alles bekannt ist, werden wir Stellung nehmen“, sagt Matuschek. Er selbst sieht keinen Bedarf, die Richtung auf der Rheinlandstraße zu drehen: Morgens stehe dort der Verkehr oder fließe nur langsam, weswegen keine Gefahren offensichtlich sind. Warum also solle man eine gut funktionierende Lösung ändern?

Die Abkürzung zu verschließen, dürfte Folgen für den Tutzinger-Hof-Platz haben, über den täglich rund 33 000 Fahrzeuge rollen – dann wären es bis zu 5100 oder 15 Prozent mehr. Eva John vermutet, dass dann viele an der Brunnangerhalle vorbeifahren werden, also statt an der Rheinland- erst an der Ferdinand-Maria-Straße von der B 2 abbiegen. Denkbar ist auch, dass dann viele die Route über Riedener Weg und Himbselstraße wählen, durch Wohngebiete.

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