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Baustellen-Besuch in Starnberger Schlossberghalle: Technik-Sanierung dauert länger als geplant

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Von: Tobias Gmach

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Viel Technik auf einem Haufen: Im Zuschauerraum der Schlossberghalle lagern neue Lüftungskanäle. Verantwortlich für die Koordination der Sanierung: Christina Frei, die Immobilienmanagerin der Stadt Starnberg.
Viel Technik auf einem Haufen: Im Zuschauerraum der Schlossberghalle lagern neue Lüftungskanäle © Photographer: Andrea Jaksch

Erst Ende Dezember statt Mitte November wird die neue Technik der Schlossberghalle fertig. Das hängt auch mit Löchern in der Decke zusammen – und mit Kabeln, die vor vielen Jahren nicht richtig verlegt wurden. Ein Rundgang auf der Baustelle.

Starnberg – Christina Frei blickt zur Decke im Foyer der Starnberger Schlossberghalle und freut sich: „Alles wie vorher“, sagt sie. Worauf die 53-Jährige, die bei der Stadt das Sachgebiet Immobilienmanagement/Technik leitet, anspielt: Die unzähligen, einst teilweise unsachgemäß verlegten Kabel in der Decke wurden nicht nur neu geordnet, sondern auch erheblich dezimiert. Und jetzt hat man den Eindruck, als wäre nichts gewesen. Einerseits ist das gut, andererseits auch die Krux an dem Mammutprojekt, sagt Frei: „Wir haben hohe Sanierungskosten, und hinterher sieht man die Arbeit nicht.“ Weil die Technik verschwindet, in Lüftungskanälen oder eben in der Decke. Frei kann sich gut vorstellen, dass so mancher fragen wird: Was habt ihr eigentlich gemacht mit dem ganzen Geld?

Gestiegene Materialpreise, die boomende Baubranche: Anfangs sollten es 1,3 Millionen Euro sein, mittlerweile nimmt die Stadt 2,45 Millionen Euro in die Hand, um den großen Veranstaltungssaal, alles was mit ihm zusammenhängt und auch die kleine Halle punktuell auf den neuesten technischen Stand zu bringen. Elektronik, Beleuchtung, Belüftung, Brandschutz: Seit März laufen die Arbeiten – und sie dauern länger als ursprünglich geplant, wie Pressesprecherin Lena Choi am Donnerstag mitteilte. Erst Ende Dezember (statt Mitte November) stehe der Saal wieder zur Verfügung. Die Veranstalter seien bereits informiert worden. Sie müssen verschieben oder umziehen. Der Stadtrat und seine Gremien weichen schon länger ins Landratsamt, in die Halle nach Wangen und ins Söckinger Feuerwehrhaus aus. Die Bürgerversammlung am 15. September findet in der Brunnenangerhalle statt.

 Die neue Lüftungsanlage im Keller unterm großen Saal der Starnberger Schlossberghalle.
Die neue Lüftungsanlage im Keller unterm großen Saal der Starnberger Schlossberghalle. © Andrea Jaksch

Zurück in die Schlossberghalle: Der eigentliche Zuschauerraum ist vollgepackt mit silbernen Gehäusen – Lüftungskanäle in sämtlichen Formen. Auf der Bühne liegen Fluchtweg-Tafeln auf einem kleinen Haufen, denn auch die Sicherheitsbeleuchtung wird erneuert. In einer Bühnen-Seitenwand klafft ein Loch: Dort wird eine separate Abluftanlage eingebaut, dass etwa bei Shows der künstliche Nebel besser abzieht. Andere Öffnungen sind nicht neu, sondern ein Problem. Arbeiter entdeckten sie in der Decke des Balkons erst nach dem Abnehmen der Verkleidung. „Wir müssen sie abschotten, um Brandschutzauflagen zu erfüllen“, erklärt Immobilienmanagerin Frei.

Dass die Brandschutzmängel wesentlich umfangreicher sind als angenommen, ist ein Grund für die Verzögerung. Dazu kommt das Kabel-Chaos: Vor der Einweihung 1995 wurde offensichtlich teils schlampig gearbeitet, was nun korrigiert wurde. Sprecherin Choi nennt diese Tatsache einen „erheblichen Mehraufwand“. Im Jahr 2022 war es dann schwierig, gewisse Kabel aufzutreiben: „Eines hat der Elektriker deutschlandweit lange nicht herbekommen“, erzählt Frei im Foyer. Wer mit ihr in den Keller geht, stößt auf einen Traktor-großen grauen Kasten: die neue Lüftungsanlage für den Saal. Damit sie dort installiert werden konnte, musste eine Wand zur Tiefgarage, Ebene H, durchgebrochen werden. Das zugemauerte Loch ist noch gut zu erkennen. Frei führt dann auch noch am „U-Boot“ vorbei. So hat sie den Technik-Raum, der den kleinen Saal belüftet, mal in einer Stadtratssitzung genannt. „Der war so voll und eng, da konnte man echt nur auf einem Gitterrost mannbreit durchgehen.“

Auf der Bühne der Starnberger Schlossberghalle liegen Fluchtwegtafeln - auch die Sicherheitsbeleuchtung wird erneuert.
Auf der Bühne der Starnberger Schlossberghalle liegen Fluchtwegtafeln - auch die Sicherheitsbeleuchtung wird erneuert. © Andrea Jaksch

Bei der Lüftung seien die Arbeiten zu 70 Prozent fortgeschritten, bei der Elektronik eher zu 50 Prozent, schätzt Frei. Das Projekt nimmt sie sehr ein, wobei ihr auch ohne es nicht langweilig werden würde. Mit ihrem achtköpfigen Team ist sie für die rund 90 städtischen Liegenschaften zuständig. Darin befinden sich 265 Wohnungen, dazu gehören auch Schulen, Kindergärten und das Seebad. „Die Gebäude werden nicht jünger“, sagt sie noch im Foyer. Und: „Zuletzt haben wir zum Glück Verstärkung bekommen.“

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