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Der Hüter des Parkplatzes: Matteo Barriera aus Pöcking unterstützt seine Mutter, die im Auftrag des Landratsamtes die Stellplätze am Badegelände in Percha verwaltet.

Verkehr

Sommer, Sonne, Blechlawine

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Hinter dem Landkreis liegt ein heißes Wochenende mit tausenden Badegästen. Dabei scheint die Baustelle auf der B 2 in Starnberg für eine gewisse Verlagerung des Verkehrs gesorgt zu haben. Das heißt: ganz normaler Wahnsinn am Starnberger See, Land unter an Ammer-, Pilsen- und Wörthsee.

Landkreis – „Der Samstag war der Wahnsinn.“ Der 24-jährige Student Matteo Barriera aus Pöcking hütet an diesem heißen Sonntagmittag kurzzeitig den Parkplatz des Badegeländes in Percha und kann sich immer noch aufregen über diesen BMW-Fahrer aus München. Dieser sei am Samstag einfach an der langen Schlange der Wartenden vorbeigefahren und dann scharf in die Einfahrt zum Badegelände eingebogen. Ohne Rücksicht auf Radfahrer und Fußgänger sei er dann runter zum Parkplatzgelände gefahren. „Ich habe das Auto später gefunden und mir auch das Kennzeichen notiert, aber der Fahrer ist mir entwischt“, ärgert sich Barriera.

Seine Mutter Adriana Mangiacotti hütet seit mehr als 18 Jahren im Auftrag des Landratsamts Starnberg die Parkplätze am Badegelände in Percha. Wenn sie mal kurz Pause macht, unterstützen Matteo und seine Schwester Valentina ihre Mutter. Denn die Einfahrt darf keine Minute aus den Augen gelassen werden. Die ganze Saison durch, vom 1. Mai bis zum 30. September, steht die Pöckingerin täglich von 8 bis 17 Uhr parat, um von den Badegästen die 2 Euro Parkgebühr zu kassieren.

Gestern war der Parkplatz ab 10 Uhr dicht. „Das geht jetzt so bis 16 Uhr. Das ist ganz normal“, sagt Barriera. In der langen Schlange stehen Fahrzeuge aus Freising, Deggendorf, Münster und vor allem München. „60 Prozent der Leute kommen aus München“, sagt Barriera. Ob die 300 Plätze voll sind, können die Parkplatzwächter nur schätzen – „weil unten niemand steht“. Das mit dem Schätzen ist aber nicht so einfach: „Gestern war hier einer mit Wohnmobil, der hat gleich fünf Plätze belegt.“

Hauptkommissar Oliver Jauch von der Polizei in Starnberg spricht von einem „ganz normalen Sommerwochenende“. Am Starnberger See sei die Situation wie immer gewesen. „Die Leute halten sich in der Regel auch an Parkverbote“, hat Jauch beobachtet. Und beim Badegebiet Paradies sei das Parkgelände ohnehin groß genug. Größeren Ärger bereite dafür an Sommertagen die Zufahrt zum Undosa in Starnberg. „Die Leute fahren einfach durch die Schranke, weil sie keine fünf Meter zu Fuß gehen wollen.“ Auch der Schotterparkplatz am Bahnhof See sei ein Problem. „Da müssen wir fast täglich hin, weil Leute zugeparkt werden.“ Die Polizei versuche dann, den Halter ausfindig zu machen. „Mehr können wir nicht tun, weil das Gelände der Bahn gehört.“

Noch größerer Druck herrschte am Wochenende an den westlichen Seen. „Allein am Samstag haben wir mehr als 60 Tickets verteilt“, staunt ein Sprecher der Polizei Herrsching. Unentwegt habe das Telefon geklingelt. „Die Anlieger rufen uns an und sagen, da steht jemand im absoluten Halteverbot.“ Rund um Ammer, Pilsen- und Wörthsee seien schon sehr früh alle Parkplätze dicht gewesen. Die meisten Knöllchen hätten die Beamten in Steinebach verteilen müssen. „Da gibt es viele Engstellen.“ Zwischen 15 und 35 Euro müssen die Falschparker berappen. „Es ist immer viel los an schönen Tagen, aber der Samstag war schon heftig.“ Problematisch sei es, wenn die Beamten zu Einsätzen gerufen würden. „Wir könnten immer noch viel mehr Falschparker aufschreiben. Aber die Einsätze gehen vor.“

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