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Vertragen sich in den Wintermonaten nicht: ein Schwarm Reiherenten in der Bucht bei Seeshaupt und ein Stand-Up-Paddler. 

Studie zur Trendsportart

Wie bedrohlich sind Stand-up-Paddler für Wasservögel?

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Eine Studie hat ergeben: Wasservögel fühlen sich durch Stand-up-Paddler äußerst bedroht. Für die Arbeit wurden auch Daten vom Starnberger See und Ammersee ausgewertet.

Landkreis – Den Ornithologen ist die Studie längst bekannt. „Wir haben daran mitgearbeitet“, sagt Pit Brützel von der Arbeitsgemeinschaft Starnberger Ornithologen (ASO) beim Landesbund für Vogelschutz (LBV): In dessen Auftrag hat Matthias Bull den Einfluss des Stand-up-Paddlings (SUP) auf die Vogelwelt an den bayerischen Seen und dem Bodensee untersucht. Das Ergebnis: Nur Motorboote wirken bedrohlicher auf die Vögel als SUPs. Gerade in den Wintermonaten ist dies für tausende Zugvögel lebensbedrohlich, weil sie bei jedem Auffliegen an ihre Reserven gehen.

Brützel ist einer von 46 Vogelbeobachtern aus 19 Regionen, der für die Studie Protokollbögen ausfüllte. Er wohnt in Krailling und engagiert sich schon seit vielen Jahren bei der ASO. Rund um die bayerischen Seen und den Bodensee beobachteten die Vogelschützer alle dasselbe: SUP-Fahrer sind am Rande des Sees unterwegs und scheuchen ganze Schwärme an Vögeln auf. „Das geschieht regelmäßig, auch am Starnberger See“, sagt Brützel. Seit Jahren fordert der LBV zusätzlich zu den ausgewiesenen Schutzzonen am Starnberger See beispielsweise an der Roseninsel eine verbindliche Bojenkennzeichnung.

Stand-up-Paddler: Daten für Studie auch an Starnberger See und Ammersee ausgewertet

Gebietsbetreuerin Dr. Andrea Gehrold habe im Winter mit Kameras die Roseninsel beobachtet, weiß Brützel: „Im April und November gab es täglich durchschnittlich 10 bis 12,4 Störungen, im November fünf und im Hochwinter eine bis eineinhalb“, berichtet er. Mit Seglern und Ruderern habe man gute Erfahrungen gemacht. „Die Segler machen Pause, und die Ruderer sind auf der Mitte des Sees.“ SUP-Fahrer und auch Kanus allerdings seien „ein großes Problem“. Brützel führt dies auch auf Unwissenheit zurück. „Wenn die Sportler wenigstens die Schutzzonen beachten würden, würde das schon helfen.“

Die Studie hatte gezeigt, dass SUP selbst aus einer Entfernung von 1,5 Kilometern die Vögel aufscheuchen. Vielleicht, weil die Silhouette des Menschen so gut zu erkennen ist und er einen langen Gegenstand in der Hand hält. Oft flüchten die aufgescheuchten Vögel auch.

Allein am Starnberger See überwintern mehr als 30 Arten mit insgesamt knapp 20 000 Wasservögeln. Für den Ammersee und den Starnberger See gilt vom 30. Oktober bis zum 31. März eine freiwillige Winterruhe. Die winterlichen Ruhezonen umfassen beim Starnberger See die Nordbucht, die Südbucht, den Karpfenwinkel und die Bereiche rund um die Roseninselbucht. Beim Ammersee umfassen sie das Nordende, das Ostufer mit dem nördlichen Teil der Herrschinger Bucht, einen Bereich vor Höhenberg (bei Wartaweil) und das Südende des Sees.

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*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerkes der Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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