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Flussseeschwalben brüten auf dem Brutfloss des LBV auf dem Starnberger See in einer Bucht bei St. Heinrich.
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Ein Foto von der Floßkamera: In einer Bucht im Süden des Sees finden Flussseeschwalben eigentlich ideale Brutbedingungen – dieses Jahr haben nur drei Jungvögel überlebt. In den vergangenen Jahren nutzten rund 30 Paare das Angebot des LBV.

Flussseeschwalben auf dem Starnberger See

Nur drei Küken kommen durch

  • vonSandra Sedlmaier
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Die Population der Flussseeschwalben auf dem Starnberger See bleibt über die Jahre stabil. Doch von der diesjährigen Brut haben nur drei Junge überlebt. Erst hat die Kälte den Küken zugesetzt, dann vermutlich eine Eule. Sehr erfreulich entwickelt sich dagegen die Möwenkolonie am Maisinger See.

Maising/Starnberg – Seit Jahren kümmern sich die Kreisgruppe Starnberg des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) und die LBV-Gebietsbetreuung um zwei Brutflöße in einer Bucht im Süden des Starnberger Sees. Auf den rund 90 Quadratmeter großen Flößen finden die seltenen und stark gefährdeten Flussseeschwalben ideale Bedingungen zum Brüten. Doch in diesem Jahr war der Brut kein Glück beschieden. Die erste Brut wurde durch die Kälte Anfang Juni stark dezimiert, die zweite Brut offenbar durch eine Eule. Gebietsbetreuerin Dr. Andrea Gehrold konnte Mitte Juli nur drei Jungvögel mit einem Stahlring und einem blauen Farbring ausstatten. Ende Juli wurden die Vögel flügge und dürften inzwischen nach Afrika unterwegs sein.

Die beiden Floße im Starnberger See: Natürliche Feinde, die über Land kommen wie Wanderratten, haben dort keine Chance.

Eigentlich sind die Flöße ein sicherer Ort. „Auf das Floß kommen keine Räuber wie die Wanderratte“, sagt Gehrold. Auch vor dem Menschen sei die Bucht bei St. Heinrich sicher. Ein Kükenschutzzaun verhindere, dass die Jungvögel ins Wasser fallen – sie würden nicht mehr hochkommen. Im Durchschnitt nehmen 30 Flussseeschwalben-Paare den Brutplatz an, dazu kommen rund 170 Riesenlachmöwenpaare. Die beiden Arten vertragen sich ganz gut.

„Im Juni hatten wir 34 brütende Schwalbenpaare“, berichtet die Vogelexpertin. Dann kam die Schafskälte, die lebensgefährlich für die Flussseeschwalben-Küken sein kann. „Die wenige Tage alten Küken haben noch keine thermoregulatorischen Fähigkeiten, und die Eltern sind bei Dauerregen nur bedingt fähig, sie vor dem Auskühlen zu schützen“, sagt Gehrold. Zudem fänden die Eltern bei rauer Wasseroberfläche weniger Nahrung. „Alle früh geschlüpften Küken fielen der Schafskälte Mitte Juni zum Opfer“, ist Gehrolds traurige Bilanz.

Im Juni versuchten sich einige Paare an Ersatzgelegen. „Aber zu spät im Jahr geht es nicht mehr“, weiß die Gebietsbetreuerin. Doch diesmal schien es fast zu klappen. „Im Juli haben ganz viele gebrütet und es sind auch viele geschlüpft.“ Die Enttäuschung folgte beim monatlichen Kontrollbesuch auf den Flößen. „Die Jungen waren geschlüpft, hatten aber nicht überlebt“, berichtet Gehrold. Vermutlich hatte eine Eule zugeschlagen. Ein solcher Angriff verängstige die Eltern so sehr, dass sie nachts das Floss verließen, um sich zu schützen. „Die Kleinen können nicht mit, kühlen aus und sterben.“ Warum tun Flussseeschwalben-Eltern nicht alles, um ihre Brut zu schützen? „Die Schwalben werden über 30 Jahre alt. Für so eine Art ist es wichtiger, dass der Altvogel überlebt und nicht das Junge“, weiß Gehrold. Eventuell suchen sich die Alten im folgenden Jahr einen neuen Brutplatz. Der böte sich am Ammersee, wie Gehrold sagt. „Dort ist auch eine Kolonie. Die Vögel sind in einer halben Stunde drüben.“

Am Maisinger See brüten Möwen in Schwimmnestern auf den trockengefallenen Stämmen von Teichrosen.

Sehr gut läuft es dagegen mit der Möwenkolonie am Maisinger See. Das Besondere sei, dass es sich einen natürlichen Brutplatz handele, sagt Gehrold. Dieses Jahr seien mindestens 80 Jungvögel großgezogen worden. Von Mitte April an, wenn die Möwen die ersten Nester bauen, bis Mitte Juli, wenn die Jungmöwen flügge werden, sind sie vor allem akustisch wahrzunehmen. „Sie sind ziemliche Schreihälse“, sagt Gehrold lächelnd. „Vor allem, wenn sie Junge haben.“

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