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An den Dampferstegen (links, in Ambach) hat die Wasserschutzpolizei jedes Jahr viel zu tun.

Wasserschutzpolizei

Unvernunft am Steg hält Polizei auf Trab

Rund 120-mal musste die Wasserschutzpolizei im vorigen Jahr Unvernünftige von Dampferstegen am Starnberger See vertreiben. 2017 dürfte nicht besser werden – auch nicht in Sachen Polizeiboot.

Starnberg – Die Wasserschutzpolizei auf dem Starnberger See hat mit unvernünftigen Wassersportlern und Badegästen ihre liebe Not. 120-mal mussten die Beamten im vorigen Jahr Stege der Bayerischen Seenschifffahrt kontrollieren und bisweilen Boote und Badende vertreiben. Wohlgemerkt: Die Dampfer fahren zumeist nur an 180 bis 190 Tagen im Jahr, und nicht an allen ist Badewetter. Auch die Seenschifffahrt warnt.

Zum Teil mehrfach an einem sonnigen Tag müssen die Beamten die Stege anfahren – betroffen ist mehr der Süden, vor allem Seeshaupt, Bernried oder Ambach. Früher war auch Possenhofen ein Brennpunkt, erinnert sich Ralph Schlemmert, Schifffahrtsbetriebsleiter der Seenschifffahrt in Starnberg. Das Problem: Burschen, die vom Steg ins Wasser springen und nah an die Dampfer heranschwimmen; oder Wassersportler, die nah an Steg und Dampfern paddeln. Die Schifffahrt warnt mit Schildern. Schlemmert: „Mehr kann man nicht machen. Wir können ja nicht an jeden Steg einen Mitarbeiter hinstellen.“ Deswegen wieder der Appell: Von Dampfern und Dampferstegen fernhalten – es ist lebensgefährlich. Manchmal sind es so viele, dass sich die Dampferkapitäne aus Sicherheitsgründen weigern, anzulegen. Die Schifffahrt hat aber auch zunehmend mit Vandalismus an den Stegen zu kämpfen, die teils hohe Kosten verursachen.

81 Verstöße auf dem See

Die Wasserschutzpolizei hat auf der Badewanne Münchens aber noch einiges mehr zu tun – dafür, dass sie nur aus ein paar Beamten besteht. 509 Stunden war das große Boot, die WSP 1, im vorigen Jahr auf dem See unterwegs; beim kleinen Boot waren es 40 Stunden. 251 Sportbootkontrollen weist die Statistik aus und vier Sportbootunfälle. 81 Verstöße mussten geahndet werden – der Flossenmann war nur einer davon. Das Landratsamt hat den Münchner Künstler, der mit Flossen an Händen und Füßen auf Dampfer zugeschwommen war, zu einer Geldbuße verdonnert – zur Höhe machte die Behörde gestern keine Angaben. Zu den Verstößen gehören nach Angaben von Kai Motschmann von der Starnberger Polizei auch der Einsatz von Flautenschiebern bei Wind, die Missachtung von Mindestabständen zum Ufer (300 Meter bei Motor- und 100 Meter bei Segelbooten) oder Kennzeichenverstöße. Derzeit sind laut Landratsamt rund 2500 Segelboote am Starnberger See, rund 1200 Elektroboote, 250 Motor- und 365 andere Boote zugelassen. Zwei Umweltverstöße, 60 Fischereikontrollen ohne Verstoß, neun Rettungs- und Bergungseinsätze sowie 91 Veranstaltungen sind weitere Punkte aus dem Bericht.

Während die Zahlen jährlich andere sind, ist ein Problem immer gleich: der Zustand der WSP  1. Das Boot ist älter als mancher Beamte darauf, nämlich 30 Jahre. Die Werft, in der es einst gebaut wurde, existiert nicht mehr. „Wir bestellen Ersatzteile in Brasilien und England“, sagt Inspektionschef Bernd Matuschek. Rund 40 000 Euro haben die Beamten in das Boot gesteckt. Seit Jahren steht ein Neubau im Raum. Den wird es heuer nicht geben, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums. Denn: Das Polizeipräsidium sieht keinen Bedarf, da das Boot ja fährt.

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