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Der 31. Seerosenordenträger heißt Erik Berthold. Es gratulierten (v.l.) Perchalla-Präsident Andreas Denk, Laudatorin Christine Adler sowie ihre Lieblichkeit Samatha I. und Alexander I.

Perchalla verleiht Orden

Seerosen-Orden für einen besonderen Musiker

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Einer der Höhepunkte im Starnberger Fasching ist die Verleihung des Seerosen-Ordens der Perchalla am Rosenmonatg. Für den Preisträger des Jahres 2018 ist es nicht die erste Auszeichnung.

Starnberg – Es ist Jahr für Jahr das wohl am besten gehütete Geheimnis in Starnberg, geheimer als die geheime Rezeptur für Cocacola. Wer den seit 1988 von der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla verliehenen Seerosenorden erhält, bleibt stets bis Rosenmontag strengstens unter Verschluss. Gegen Mittag wird dann das Rätsel endlich gelüftet. Gestern erhielt Erik Berthold die Auszeichnung vom Prinzenpaar Alexander I. und Samatha I. um den Hals gehängt.

Erik Berthold ist ein Tausendsassa in Sachen Musik. Der 54-jährige gebürtige Münchner hat sich als junger Bub das Gitarrespielen selbst beigebracht und seine Leidenschaft trotz vieler Hindernisse zum Beruf gemacht. Mit seiner Band „Erik & the Peacemakers“ begeisterte er mit Country- und Westernmusik sowie Southern Rock fast drei Jahrzehnte lang ein breites Publikum. Als er im Alter von 25 Jahren seinen Sohn Philipp bekam, der am Downsyndrom leidet, veränderte sich sein Leben von einem Tag auf den anderen. Er beschloss, Philipp immer mitzunehmen auf seinen Konzertreisen, allen Widerständen zum Trotz. Ab diesem Zeitpunkt habe er ein glückliches Kind gehabt und erkannt: „Kein Mensch ist besser als ein anderer.“

1991 gründete Berthold in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Starnberg und der heilpädagogischen Tagesstätte die „Francisband“ der Franziskus-Schule. Für sein einzigartiges ehrenamtliches Projekt „Barrierefrei“, bei dem Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam musizieren, erhielt er 2015 vom damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck den Deutschen Bürgerpreis verliehen.

„Der Herrscher der Herrscher“

In ihrer Laudatio beschrieb Christine Adler den 31. Seerosenordenträger als „eine Person, die einiges recht narrisch treibt, antreibt und betreibt“. Damit habe Berthold auf jeden Fall eine Voraussetzung für die Auszeichnung erfüllt. „Er macht kleine Menschen groß und Großkopferte gerne rund“, sagte die Schauspielerin, die selbst bei den „The One Million Dollar Girls“ der Perchalla aktiv ist. Berthold habe „früh gelernt, mit Krisen aller Art umzugehen mit Musik und seinem Humor“. Sein Name sei Programm, denn Erik bedeute Herrscher, ebenso wie Berthold. Er ist also „der Herrscher der Herrscher“ und beherrsche deswegen sein musikalisches Handwerk, das Entertainment und den Umgang mit einem Ensemble wie kein anderer. „Du siehst die Menschen, das Herz und die Seele. Der Rest ist dir, gelinde gesagt, scheißegal.“ Ganz im Sinne des Preisträgers sangen die Gäste ihm zu Ehren den John-Denver-Song „This Old Guitar“.

Erik Berthold bedankte sich für die Auszeichnung mit einem kurzen Liveauftritt, bei dem er mit acht behinderten und nicht behinderten Kindern den kleinen Saal der Schlossberghalle zum Brodeln brachte.

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