Hier geht’s lang – in die Landesliga: Am Bayernliga-Abstieg änderte auch Täubers Tor in der Relegation nichts.
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Hier geht’s lang – in die Landesliga: Am Bayernliga-Abstieg änderte auch Täubers Tor in der Relegation nichts.

Starnberger Sportgeschichte(n)

Juni in Zeiten vor Corona: Monat der Triumphe und Tragödien - Auf- und Abstiege von Starnberg und Herrsching

Der Juni war im Fußball stets der Monat der Auf-und Abstiege. Das erlebten 1975 und 1990 auch der TSV Herrsching und die SpVgg Starnberg. Ein Blick in die Historie.

Starnberg/Herrsching – Früher, als es das Coronavirus noch nicht gab und sich kein Mensch vorstellen konnte, dass eine Pandemie das gesamte öffentliche Leben und damit auch den Sport lahmlegen könnte, war der Juni stets der Monat der Auf- und Abstiege, der Triumphe und Tragödien auf den Fußballplätzen. Die SpVgg Starnberg schrieb vor 30 und vor 45 Jahren Geschichte. Und auch der TSV Herrsching sorgte im Juni 1975 für Schlagzeilen. Es waren allerdings keine erfreulichen News, die da vom Ammersee-Ostufer kamen.

Juni 1975: TSV Herrsching und SpVgg Starnberg tauschen die Ligen

Die „Gipfelstürmer“, die unter Trainer Ernst Herrmann innerhalb von fünf Jahren viermal aufgestiegen waren und 1972 mit dem Sprung in die Landesliga das „Fußballwunder vom Ammersee“ gefeiert hatten, stiegen nach drei Jahren in der damals zweithöchsten Amateurliga in die Bezirksliga ab, mussten damit auch den Titel Nummer eins im Fünfseenland abgeben. Für den damaligen Spieler und später langjährigen Fußballabteilungsleiter Willi Welte der Hauptgrund für den Absturz: „Starnberg hatte uns nach der Saison 1973/74 Leistungsträger wie Helmut Pestinger, Rudi Fuchs und Hubert Herbinger weggeholt. Das war der Anfang vom Ende. Diese Spieler waren einfach nicht zu ersetzen.“

Große Enttäuschung in Herrsching, großer Jubel dagegen in Starnberg. Die SpVgg feierte vor 45 Jahren den bis dahin größten Erfolg ihrer mehr als 60-jährigen Vereinsgeschichte: Durch das Kopfballtor von Hans Trapp zum 1:0 im Aufstiegsspiel gegen den ASV Dachau schaffte die Mannschaft von Trainer-Legende Kurt Schwarzhuber endlich den Sprung in die Landesliga, war nun das beste Team im Landkreis Starnberg. Kaum zu glauben: Die Partie, die auf neutralem Platz in Olching ausgetragen wurde, sahen 3500 Zuschauer. Darüber würde sich heute so mancher Drittliga-Verein freuen.

Trapps Tor zur Landesliga, damals die vierthöchste deutsche Spielklasse, fiel für die Truppe um Kapitän Hannes Salberg erst in der 83. Minute – nach einem Eckball von Gerd Ritzer, jenem Starnberger, der die SpVgg 14 Jahre später als Trainer erstmals in die Bayernliga, die dritthöchste deutsche Spielklasse, führen sollte. An Ritzers Seite stürmte der Ex-Herrschinger Herbinger – der Goalgetter schaffte damit innerhalb von drei Jahren zweimal den Aufstieg in die Landesliga.

Juni 1990: Starnberg muss nach einem Jahr Bayernliga wieder runter

15 Jahre nach dem Triumph mit der SpVgg war Erfolgscoach Ritzer im Juni 1990 bereits entlassen, als der damalige Aufsteiger Starnberg unter seinem Nachfolger Helmut Richert den Bayernliga-Klassenerhalt beim 1:2 in Augsburg sechs Minuten vor dem Abpfiff verspielte und in die Relegation mit den Landesliga-Zweiten musste. Vier Wochen mussten die „Seelöwen“ nachsitzen, vier Wochen Training für das letzte Saisonziel, den Klassenerhalt.

Letzter Einwurf: Ex-Profi Jürgen Täuber stieg im Juni 1990 mit der SpVgg Starnberg ab.

Kein Urlaub wegen der Relegation – doch der ganze Aufwand war umsonst. Im Landshuter Hammerbachstadion verlor die SpVgg vor mehr als 2000 Zuschauern gegen den FC Passau mit 1:2 – trotz früher 1:0-Führung durch Starnbergs überragenden Ex-Profi Jürgen Täuber in der siebten Minute. Doch Erhard (15.) und Schön (84.) zerstörten den SpVgg-Traum von einer weiteren Saison in der Bayernliga. „Dann steigen wir halt nächstes Jahr wieder auf. Es nützt ja nichts, wenn wir jetzt alle heulen“, kommentierte Präsident Ingo Lang den Abstieg. Doch der erneute Aufstieg klappte erst später. Und auch Trainer Richert war nur für ein paar Monate Coach. Im Herbst 1990 war schon wieder Schluss für den glücklosen Ritzer-Nachfolger.

Thomas Ernstberger


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