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Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger sorgt sich um die Entwicklung der Stadt.

Stadtplanung

Neues Forum gegen Stillstand

Starnberg – Altbürgermeister Pfaffinger und ehemalige Stadträte wollen Bürger bei der Stadtplanung einbinden.

Es ist die Sorge, die sie umtreibt. Die Sorge um Starnberg und seine Entwicklung. Das jedenfalls nennen Altbürgermeister Ferdinand Pfaffinger und zahlreiche ehemalige Stadträte als Grund, warum sie jetzt das „Forum für Stadtentwicklung“ gegründet haben. Ein eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein, der sich „nicht als besserwisserisches Forum“ versteht, sondern „dem aktuellen Stadtrat zu Hilfe eilen und Themen aufgreifen will, die ein bisserl klemmen“. So fasst es Vorsitzender Holger Knigge zusammen. Der Forumsvorsitzende hat Sorge, dass sich Starnberg in Richtung Stillstand bewegt. Damit es so weit nicht kommt, sollen sich seiner Ansicht nach Architekten sowie kommunalpolitisch und an der Stadt interessierte Menschen in dem neuen Verein engagieren.

"Kaiser-Wilhelm-Straße soll vom Durchgangsverkehr entlastet werden"

Knigge saß für die SPD bis 2014 insgesamt 36 Jahre im Stadtrat und leitete lange die Arbeitskreise Rahmenplan und Seeanbindung. Neben ihm und dem UWG-Vorsitzenden Pfaffinger gehören die ehemaligen UWG-Stadträte Alois Brunner, Otto Gaßner, Mario Stock, Helge Walter und Erwin Seethaler sowie der frühere Grünen-Stadtrat Fritz Urban zu den Gründern. Einziger nicht an eine politische Gruppierung Gebundener ist Architekt Carsten Münster, Knigges Stellvertreter. „Das Forum existiert bisher nur aus alten Schlachtrössern“, sagt der Vorsitzende.

Auf Mitgliedersuche will sich der Verein aber ab sofort begeben – wenn möglich bereits bei der ersten öffentlichen Veranstaltung: Am morgigen Dienstag, 14. Juni, geht es ab 19 Uhr im Gasthof In der Au um die Zukunft der Kaiser-Wilhelm-Straße. Das Forum warnt davor, die Straße weiter zu belasten und zitiert die geltende Rahmenplanung: „Die Kaiser-Wilhelm-Straße soll in ihrer Eigenart als Allee mit dem historischen Baumbestand erhalten bleiben. Sie soll nach Möglichkeit vom Durchgangsverkehr entlastet werden.“

Idee gab es bereits: Stadtbauforum wurde 2003 beendet

An weiteren Themen dürfte es dem Forum nicht mangeln. Knigge und Co. zählen die Seeanbindung, das Bahnhofsgebäude am See, den Bayerischen Hof, das leerstehende Centrum und das nicht ausreichend genutzte Gewerbegebiet zwischen Gautinger- und Petersbrunner Straße auf. Zudem führt Knigge „die Stadt im Würgegriff der zunehmenden Verkehrsströme aus allen Richtungen“ an. Ausdrücklich ausgeklammert ist das Thema B2-Tunnel.

Für Knigge ist es übrigens nicht der erste Versuch, über einen Verein die Bürger in die Entwicklung ihrer Stadt einzubinden. Der 1991 gegründete Vorläufer, das „Stadtbauforum“ war in seinen besten Zeiten 80 Mitglieder stark. Er musste allerdings bereits zwei Mal beerdigt werden, letztmals im November 2003. Stadtplaner kamen damals mit der Politik nicht auf einen Nenner.

Von Barbara Irlbauer

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