+
Anschauliche Striche: Im Exposé zum Wiesengrund findet sich diese Skizze, auf der die Mehrfamilienhäuser zu erkennen sind. 

Starnberger Stadtrat

Mehr Tempo für Wohnungsbau am Wiesengrund

Das Einheimischen Modell Am Wiesengrund geht den UWG- und SPD-Vertretern im Starnberger Stadtrat zu langsam voran. Deshalb kam es am Montag zu einer hitzigen Diskussion. 

Starnberg – UWG und SPD im Starnberger Stadtrat geht es beim Einheimischenmodell Am Wiesengrund beim Geschosswohnungsbau zu langsam. Deswegen setzten sie nach einer hitzigen Debatte im Stadtrat am Montagabend durch, dass dieser Teil schneller vorangetrieben werden soll. Bürgermeisterin Eva John sieht dafür keine Kapazitäten in der Verwaltung.

Derzeit läuft das Bewerbungsverfahren für die 51 Reihenhäuser des Einheimischenmodells. Es soll Ende Januar abgeschlossen sein, danach soll der Stadtrat die Reihenfolge der Vergabe an Bewerber beschließen. Danach, erklärte John, werde die zuständige Mitarbeiterin die Verkäufe abwickeln und sei damit gebunden. Die Bürgermeisterin wollte dem Stadtrat die nächsten Schritte für den Geschosswohnungsbau, der sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen vorsieht, im Herbst nächsten Jahres vorlegen.

Patrick Janik (UWG) spricht von falschen Prioritäten

Patrick Janik (UWG) reicht das nicht. Die Priorität für die Reihenhäuser sei „in der Sache falsch“, sagte er, da die vorgeschriebenen sozialen Komponenten bei einem Einheimischenmodell damit nicht im Vordergrund stünden. Beide Teile sollten gleichrangig behandelt werden. Dass der erste Teil des Wiesengrunds sehr schnell umgesetzt werde, erkannten die Stadträte an – „wir dürfen beim Tempo aber nicht nachlassen“, forderte Christiane Falk (SPD). Professor Otto Gaßner (UWG) verwies darauf, dass man auf mehrfache Anfrage keine genauen Angaben zum Geschosswohnungsbau bekommen habe, was für ihn den Schluss zulässt, es gebe wenig Neues. Eine Voraussetzung für ein Einheimischenmodell sei eine „Bedürftigkeit“, die bei mindestens 400 000 Euro für ein Reihenhaus relativ sei – in Starnberg schon, in anderen Regionen weniger. Deswegen müsse man die Realisierung der Wohnungen beschleunigen, da diese wirklich Bedürftigen zugute kämen.

John hielt UWG und SPD entgegen, es gebe dazu klare Stadtratsbeschlüsse. Die Konzeption des Geschosswohnungsbaus erfordere „viel Zeit und Gehirnschmalz“, mahnte die Bürgermeisterin, da zunächst die Baufelder zugeordnet werden müssten und sich die Stadt entscheiden müsse, ob sie selbst baut oder bauen lässt. Zudem müsse die Förderung der Wohnungen geklärt werden. „Wir tun nichts anderes, als Sie beschlossen haben.“

Eine Priorisierung wollte Janik aus den Beschlüssen nicht ablesen. Man habe beschlossen, was die Verwaltung vorgelegt habe. „Das ist doch Quatsch“, rief Professor Günther Picker (WPS) dazwischen, und danach stritten sich Janik und Picker lautstark und teils auf einem nicht zitierfähigen Niveau. Michael Mignoli (BLS) setzte schließlich ein sofortiges Ende der Debatte durch.

Der Antrag von UWG und SPD wurde angenommen

Der Antrag von UWG und SPD wurde mit großer Mehrheit angenommen. John gab zu Protokoll, sie habe den Stadtrat darauf hingewiesen, dass bei ordentlichem Geschäftsgang der Geschosswohnungsbau frühestens im Oktober 2019 behandelt werden könne.

Das Einheimischenmodell Am Wiesengrund sieht 51 Reihenhäuser auf Grundstücken zwischen 140 und 250 Quadratmetern vor. In zehn weiteren Gebäuden sollen insgesamt 75 Wohnungen unterschiedlicher Größen entstehen. Vorgesehen sind sowohl Eigentumswohnungen als Teil des Einheimischenmodells mit den entsprechenden Einkommensvorgaben als auch sozialer Wohnungsbau. Welche Anteile beide Teile haben sollen, ist nicht bekannt.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fast nur neue Bewerber bei der Tutzinger FDP
Am schnellsten war vor einer Woche in Tutzing die CSU mit ihrer Gemeinderatsliste, aber die FDP ist ihr am Samstag flink gefolgt. Mit fast ausschließlich neuen Bewerbern …
Fast nur neue Bewerber bei der Tutzinger FDP
SPD setzt auf Kern, Erfahrung und junge Leute
Die SPD im Landkreis Starnberg hat am Sonntag Christiane Kern offiziell zur Landratskandidatin gekürt. Auch die 60 Namen umfassende Liste für die Kreistagswahl wurde …
SPD setzt auf Kern, Erfahrung und junge Leute
Schäferhund von Auto angefahren und einfach liegengelassen - Täter und Besitzer gesucht
Ein entlaufener belgischer Schäferhund ist am Freitagabend in Herrsching angefahren und schwer verletzt worden. Die Polizei sucht Unfallfahrer und Hundebesitzer.
Schäferhund von Auto angefahren und einfach liegengelassen - Täter und Besitzer gesucht
Spendentopf schon halb gefüllt
Pfarrer Simon Rapp freut sich über Unterstützung für die Sanierung der heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn. Rund um das Gotteshaus wurde am Wochenende Kirchweih gefeiert.
Spendentopf schon halb gefüllt

Kommentare