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Trainieren für eine Chance: An drei Standorten ist die Stiftung „Startchance“ aktiv, darunter am Starnberger Gymnasium.

Stiftung für Gleichberechtigung

Startchance: Perspektive für Schüler

Starnberg - Die Stiftung Startchance fördert Schüler persönlich und will erreichen, dass später alle die gleichen Chancen haben.

Kindern, egal welcher Herkunft, eine konkrete Perspektive bieten – diesem Ziel hat sich die vor einem Jahr ins Leben gerufene Stiftung „Startchance“ verschrieben. Sie ist inzwischen auch am Starnberger Gymnasium tätig. „Mir ist aufgefallen“, sagt Stiftungsgründer Prof. Wulf von Simmelmann, „dass in Deutschland 60 Prozent bis 70 Prozent aller Studenten bereits aus Akademikerfamilien stammen. Und nun hat es mich gereizt, alles dafür zu tun, dass die anderen auch die Möglichkeit bekommen, ihr Potential auszuschöpfen.“ 

35 Lehrer betreuen 45 Kinder zwischen sieben und 17 Jahren

Dazu verteilt die Stiftung keine Gelder, sondern setzt auf die persönliche Förderung der sozialen und schulischen Entwicklung durch insgesamt 35 Coaches an den Standorten in Geretsried (Karl-Lederer-Grundschule), Starnberg (Gymnasium) und Schäftlarn (Grundschule). Betreut werden derzeit jeden Freitag von 14 Uhr bis 17 Uhr insgesamt 45 Kinder im Alter zwischen sieben und 17 Jahren. 

Sogar ehemalige Schüler, oder die, die nun eine andere Einrichtung besuchen, finden hier eine Anlaufstelle. „Und wir sind auch offen für Geschwisterkinder oder jemanden aus der Nachbarschaft, der Hilfe braucht.“ Bekannt gemacht wird diese Unterstützungsmöglichkeit an den Schulen durch Lehrer, Elternbriefe, Sozialpädagogen und Mundpropaganda.

"Was was wir zurück bekommen, ist unbeschreiblich"

 „Wir können uns vorstellen“, wagt Michaela Muhl, pädagogische Koordinatorin für Starnberg, einen Blick in die Zukunft, „auch in anderen Orten Fuß zu fassen. Aber wir wollen dabei langsam vorgehen, damit die Qualität der Arbeit nicht leidet.“ Die Coaches selbst sind Gymnasiasten, Abiturienten, Studenten. „Vom Alter her eher wie ein großer Bruder oder eine große Schwester“, hebt Markus Hehn (Pädagogische Koordination Schäftlarn) diesen Vorteil hervor. 

Unterstützung soll ganzheitlich erfolgen, „von der Aufarbeitung des Unterrichtsstoffen“, wie Gertraud Josifescu-Vogl (Pädagogische Koordination Geretsried) es formuliert, „bis hin zu Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsplätzen oder dem Schreiben von Bewerbungen.“ Gerade bei den Kindern mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund steht die Sprachförderung an erster Stelle. „Und es ist toll zu erleben, welche Fortschritte gemacht werden“, safr Yannik Müller (19), einer der Coaches. „Nach drei Monaten konnten wir uns auf Deutsch unterhalten.“ Ein Punkt, dem Priska Wörl, Coach und Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit, nur zustimmen kann: „Was was wir zurück bekommen, ist unbeschreiblich.“ 

Auch die Lehrer lernen - Schach zum Beispiel

Die Kinder selbst kommen gerne, erleben in der Gruppe Geborgenheit und Unterstützung. Zusätzlich schweißen gemeinsame Unternehmungen wie Besuche in Museen, dem Zirkus oder Ausflüge zum Starnberger See zusätzlich zusammen. Hierbei treffen oft alle drei Gruppen aufeinander – „und plötzlich entstehen weitere Freundschaften, mit denen wir eigentlich nicht gerechnet haben“, wie Simmelmann betont. Und auch die Coaches selbst lernen. Hehn deutet auf Yannik: „Er musste Schach lernen. Anfangs war es etwas zäh, aber jetzt ist er richtig gut."

Von Sabine Hermsdorf

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