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Sind auf Spenden angewiesen: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Kunden der Starnberger Tafel, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2016.

Starnberger Tafel

„Es ist weniger, und das tut den Leuten weh“

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Seit Mitte Juli ist der Edeka-Markt Wilinski geschlossen. Für die Starnberger Tafel hat das Folgen: Dort fehlen nun sowohl Lebensmittelspenden des Marktes als auch gespendete Flaschenpfand-Bons.

Starnberg – Die Regale der Starnberger Tafel waren in den vergangenen Tagen nicht mehr so gut gefüllt wie sonst. Das ist Tanja Unbehaun schon aufgefallen. Weil die Lebensmittelspenden immer ein bisschen variieren, will die zweite Vorsitzende der Starnberger Tafel die nur mäßig bestückten Regale zwar noch nicht eindeutig mit der Schließung des Edeka-Marktes Wilinski in Verbindung bringen. Aber fest steht: Das Aus des inhabergeführten Edeka-Marktes im Starnberger Stadtmarkt (SMS) ist eine schlechte Nachricht für die Tafel.

„Über viele Jahre kam vom Wilinski-Markt jede Woche eine ansehnliche Menge an tadellosen Lebensmitteln zur Weitergabe an bedürftige Mitbürger“, sagt Tafel-Schriftführerin Martina Klein. „Die Wilinskis waren für uns immer eine verlässliche und hilfsbereite Anlaufstelle.“ Auf diese großzügige Lebensmittelspenden müssen Unbehaun, Klein und ihr aus ehrenamtlichen Mitarbeitern bestehendes Team nun aber bis auf Weiteres verzichten.

Zwar wird ein Edeka im SMS nach einer Umbau- und Sanierungsphase als Regiebetrieb des Handelsriesen wieder eröffnen. Ob der Konzern dann aber auch Lebensmittel an die Tafel spendet, steht bis jetzt noch nicht fest. „Wir hoffen aber, dass uns auch die neue Leitung fleißig mit Lebensmitteln versorgt“, sagt Unbehaun. „Noch nagen wir zwar nicht am Hungertuch. Aber es ist weniger da, und das tut den Leuten weh.“

Auf eines muss die Starnberger Tafel in Zukunft aber definitv verzichten: die Pfandflaschen-Bons, die Kunden der Wilinskis bisher in einen Briefkasten neben dem Pfandautomaten werfen konnten. Sie kamen der Tafel als Geldspende zugute. Wenn der Edeka im SMS nach dem Umbau wieder öffnet, kann der Pfand zwar weiterhin gespendet werden. Jedoch verteilt der Konzern die Gelder an überregionale soziale Einrichtungen. Die Starnberger Tafel dürfte also vermutlich leer ausgehen – so wie nach der Übernahme der Tengelmann-Märkte durch Edeka bereits der Fall war.

„Damit fehlen uns insgesamt etwa 1000 Euro im Monat, das ist derzeit unser größtes Problem“, sagt Tanja Unbehaun. Denn die Tafel sei auch auf Geldspenden angewiesen, um laufende Kosten zu decken, beispielsweise für Strom, Wasser und Benzin. Zudem würden Supermärkte nur sehr selten Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Zucker spenden, weil diese Waren lange haltbar sind und deswegen selten übrig bleiben. Diese Lebensmittel müsse das Tafel-Team von Geldspenden kaufen, sagt Unbehaun.

„Die Starnberger Tafel finanziert sich ausschließlich aus Spenden“, betont Martina Klein. „Und die Zahl der Bedürftigen in unserem Landkreis wird keineswegs geringer, ganz im Gegenteil.“ Deshalb rufen Klein und Unbehaun auch die Bevölkerung auf, die Tafel und ihre Kunden in diesen schwierigen Zeiten noch mehr zu unterstützen. „Geldspenden sind immer willkommen“, sagt Unbehaun. „Und auch bei den Lebensmittelspenden ist alles gefragt.“ Etwa 350 Personen beziehen derzeit Lebensmittel von der Tafel.

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